Bombenentschärfung: So problematisch wird die Evakuierung des Lebenshilfe-Wohnheims

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Das Wohnheim der Lebenshilfe im Hirschbach.
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Das Wohnheim der Lebenshilfe sieht sich als Einrichtung für Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen durch die Bombenentschärfung vor besondere Probleme gestellt.

Aalen. Es sind Probleme, die geballt auf Mitarbeiter und Bewohnerschaft zutreffen. Bis längstens 6 Uhr morgens am Sonntag, 6. März, ist das Betreten der Einrichtung untersagt. So lange sieht es die Allgemeinverfügung der Stadt Aalen anlässlich der bevorstehenden Bombenentschärfung „Am Tannenwäldle“ am Samstag, 5. März vor. Die Einrichtung ist in diesem Fall das "Haus am Hirschbach", ein Wohnheim für Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen in der Hirschbachstraße 60/1. Mitten im Evakuierungsgebiet. „Wir sind offensichtlich die einzige Einrichtung, die es trifft“, so der Leiter der Lebenshilfe Thomas Feistauer dazu. 22 Bewohnerinnen und Bewohner hat die Hirschbachstraße 60/1 und „mindestens die Hälfte müssen wir anderweitig unterbringen, weil keine Familien in der Umgebung leben oder es gar keine Angehörigen mehr gibt“, so Feistauer weiter.

Unterbringung in der Turnhalle nicht möglich

Für die Betreuung tagsüberkönnedie Lebenshilfe nun an den anderen Standorten für die Bewohnerschaft des Hirschbachs Angebote machen. Doch damit sei es längst nicht getan. „Schwierig wird eventuell die Übernachtungssituation“, sagt Feistauer. Erst Anfang dieser Woche sei man darüber informiert worden, dass es im ungünstigsten Fall dazu kommen könnte. „Ein Matratzenlager in einer Turnhalle, das geht für uns gar nicht“, erklärt der Lebenshilfe-Geschäftsführer dazu. „Wir haben sehr aufwändig zu betreuende Bewohnerinnen und Bewohner, elf davon brauchen ein Pflegebett. Es gibt durchaus auch hochaltrige Menschen darunter.“

Personalmangel kommt dazu

Aber auch manche derjenigen, auf die das nicht zutreffe, würden ohne ihr eigenes Bett nachts kaum zur Ruhe kommen, so Feistauer weiter. Zudem arbeite man wegen der Pandemie mit reduziertem Personal und weiter nach wie vor unter den Regeln der Quarantäneverordnung. Bestreiten müsse man die Evakuierung des Wohnheimes aus den eigenen Bordmitteln. „Wir müssen schon selber schauen, wie wir das gelöst bekommen.“

Kommt es ganz Dicke und man müsse übernachten, gebe es nun zumindest eine Lösung. Man könne man in eine Trainingswohnung in Ellwangen ausweichen, berichtet  Feistauer. Dort gebe es neun verfügbare Betten. „Aber das ist eben auch nicht ums Eck“.  

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Die Evakuierungszone für die Bombenentschärfung. Die Hirschbachstraße mit dem Wohnheim der Lebenshilfe gehört dazu.

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