Braunenberg: Halbschranke für Radverkehr ein Problem?

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Die Halbschranke, die den Braunenberg für Kraftfahrzeuge sperren soll, stellt nach Einschätzung von Radfahrern wahrscheinlich keine Probleme für den Radverkehr dar.
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Eine Schranke soll Zwischenfälle mit Autofahrerinnen und Autofahrern auf dem Braunenberg verhindern. Doch kann von ihr eine Gefahr ausgehen?

Aalen

Seit Kurzem sperrt eine Halbschranke die Zufahrt zum Braunenberg. Der Grund: Konflikte mit motorisiertem Verkehr haben zugenommen. Fußgängerinnen und Fußgängern sowie Radfahrerinnen und Radfahrern gefährliche Situationen zu ersparen, dabei soll die Schranke helfen. Doch was sagen Radfahrerinnen und Radfahrer zur Halbschranke? Schafft sie es, den Autoverkehr auf der Zufahrt zu mindern oder könnte von ihr eine Gefahr für Zweiräder ausgehen?

„Für Besucher des Naturfreundehauses ist es super, wenn kein Kraftfahrzeugverkehr mehr auf der Zufahrt ist“, sagt Carsten Schymik von der Deutschen Initiative Mountainbike Interessensgemeinschaft Ostwürttemberg (DIMB). Für Individualverkehr sei dort einfach kein Platz. Doch kann von einer derartigen Schranke eine Gefahr für Radfahrerinnen und Radfahrern ausgehen? „Ich persönlich habe bisher keine negativen Erfahrungen mit Schranken gemacht“, sagt Schymik. Wenn diese entsprechend der Straßenverkehrsordnung rot lackiert sowie mit Reflektoren versehen sind, „sollte von ihnen keine Gefahr ausgehen“. Bergauf gebe es keine Probleme, bergab komme es nur zu in Gruppen oder wenn kein Schild auf die Schranke hinweist, zu Risiken. „Als Mountainbiker rechnen wir immer mit Hindernissen, Gegenverkehr und sind aufmerksam und bremsbereit.“ Im Übrigen stünden an den meisten Waldwegen Halbschranken. „Wir sind es gewohnt, diese zu passieren.“

„Für Familien, Naturfreunde und Radfahrer ist die Schranke eine tolle Lösung, die wir sehr begrüßen“, resümiert der Mountainbikeexperte. Die Sperrung für Autos könne dabei helfen, Abfälle auf dem Braunenberg vorzubeugen. „Der Müll kommt von Leuten, die bisher unerlaubt mit dem Auto hochgefahren sind“, sagt Schymik, der mit seiner Interessensgemeinschaft regelmäßig im Bereich der ehemaligen Drachenrampe aufräumt.

Auch Andreas Sienz, Initiator vieler Critical-Mass-Aktionen in Aalen, bestätigt, dass Schranken im Wald nichts Ungewöhnliches und eher ungefährlich sind. „Da gibt es größere Hindernisse“, sagt Sienz. Generell sieht er die Probleme im Radverkehr eher in Städten als im Wald beim Mountainbiken.

Für Radfahrerinnen und Radfahrer stelle die Halbschranke demnach also keine Gefahr dar. Dennoch sei es nicht zu 100 Prozent ausgeschlossen, dass Kraftfahrzeuge die Auffahrt zum Braunenberg nutzen. Denn: Es gibt Sondergenehmigungen für die Nutzung. Zum Beispiel für Anlieger oder Mitarbeiter des SWR, die zum dortigen Fernsehturm gelangen müssen. Auch für Besucherinnen und Besucher des Naturfreundehauses kann die Schranke gehoben werden, teilt Forst BW mit. Das gelte allerdings lediglich für Besucher, die schlecht zu Fuß sind und das mit einem entsprechenden Schwerbehindertenausweis bestätigen können. Die zuständige Forst BW-Stelle wolle zunächst sehen, „wie die Wirkung ist“.

Für Familien, Naturfreunde und Radfahrer ist die Schranke eine tolle Lösung, die wir sehr begrüßen.“

Carsten Schymik, DIMB IG Ostwürttemberg

Schranke sperrt Auffahrt: die Gründe

Der Braunenberg sei in erster Linie Naherholungsort, sagte Forst-BW-Sprecherin Nicola Wiedenmann beim vor Ort Termin zur Installation der Schranke. Daher wolle man Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrerinnen und Radfahrer von motorisiertem Verkehr entlasten. Ebenso seien Müllablagerungen auf dem Braunenberg zunehmend zum Problem geworden. Wöchentlich seien laut Angaben der zuständigen Forst BW-Stelle bis zu drei Kubikmeter Abfall angefallen. Auch die Brandgefahr sei ein Grund für die Schranke. Vereinzelt hätten Besucherinnen und Besucher Feuerholz im Gepäck gehabt. Ohne Auto? Schwieriger zu transportieren. Zudem sei es zu einem regelrechten Wohnmobiltourismus auf dem Berg gekommen. err

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