Brautmoden sollen keine Konkurrenz zur Innenstadt sein

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Regina Darby und Theresa Salvasohn (von links) eröffnen Ende September ein Brautmodengeschäft auf dem Aalener Stadtoval. Noch sind dort die Handwerker am Werk.
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Was Regina Darby und Theresa Salvasohn in ihrem neuen Geschäft auf dem Stadtoval vorhaben.

Aalen. Ein bisschen erschrocken sind Regina Darby und Theresa Salvasohn, als der Aalener Gemeinderat plötzlich ihre Idee diskutiert hat. Ende September wollen die beiden jungen Frauen ihr Brautmodengeschäft "Ivory & Blush" auf dem Stadtoval eröffnen. Schadet das nicht der Innenstadt? Das war die Frage, die die Räte ganz am Ende der Februar-Sitzung unter "Verschiedenes" aufwarfen.

Im Gespräch mit der SchwäPo erläutern die beiden, warum ihr Konzept ihrer Meinung nach Aalen und der Innenstadt nicht schadet, sondern im Gegenteil guttut. Einkaufen können Bräute bei "Ivory & Blush" nur nach Terminvereinbarung. "Ein Brautkleid kauft man hoffentlich nur einmal im Leben", sagt Theresa Salvasohn.

Sie und Regina Darby möchten, dass das für die Bräute und die "Lieblingsmenschen", die sie dazu mitbringen, ein schönes, entspanntes Erlebnis wird, das alle genießen können. Dazu gehört für die beiden ein privater Rahmen. Ungestört und ohne sich mit anderen Bräuten vergleichen zu müssen, soll eine Frau die Kleider anprobieren können. Ein Glas Sekt zur Begrüßung gehört dazu. Wer möchte, kann gleich eine sogenannte "Bridal Party" im Geschäft feiern. Dann organisieren die beiden zum Beispiel einen Stylisten und einen Fotografen und servieren Häppchen. Außerdem haben Regina Darby und Theresa Salvasohn Workshops rund ums Thema Hochzeit angedacht. Zudem bieten die beiden außergewöhnliche Brautmodenmarken an, die man in der Region bisher noch nicht bekommen könne. All das zusammen ziehe Bräute nach Aalen, die auch eine weitere Anreise haben. Vor Kurzem kam zum Beispiel eine Terminanfrage aus der Schweiz.

Die jungen Frauen betonen, dass sie nicht gegen die Händler und Gastronomen in der Stadt arbeiten wollen, sondern mit ihnen. Sie sind Mitglied geworden im Aalener Innenstadtverein ACA und führen im Moment Gespräche, um Kooperationen anzubieten. So können sie sich zum Beispiel vorstellen, für ihre Kundinnen vor oder nach dem Termin im Brautmodengeschäft ein Frühstück oder Abendessen bei einem der Gastronomen in Aalen zu organisieren.

Angedacht haben sie außerdem, in Kooperation mit Herrenausstattern, Schuhgeschäften, Tanzschulen oder Juwelieren Gutscheine oder einen Rabatt anzubieten. "Mit unserem Konzept sind wir eine Bereicherung für Aalen", sagt Regina Darby und fügt an: "Nur gemeinsam sind wir stark."

Die beiden haben 110 Quadratmeter im Erdgeschoss eines Neubauprojekts der städtischen Wohnungsbau in der Eugen-Hafner-Straße für ihr Geschäft gemietet. Die Vermieterin habe bei der Stadt angefragt, ob das Konzept an dieser Stelle so umsetzbar ist und grünes Licht erhalten. Oberbürgermeister Thilo Rentschler war in der Gemeinderatssitzung im Februar auf die Gründe eingegangen. Es handle sich nicht um einen großflächigen Verkauf, argumentierte er damals. Außerdem sei das Geschäft nur nach Vereinbarung geöffnet. Weiter sei die Idee zu begrüßen, weil es bisher noch kein Brautmodengeschäft in Aalen gebe.

Regina Darby und Theresa Salvasohn wagen sich im Nebengewerbe in die Selbstständigkeit, trotzdem sei es ein großer Schritt, erzählen die beiden. Regina Salvasohn fügt an: "Und ein Traum, der Erfüllung geht."

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