Breymaier freut sich über Erfolg im Strafrecht

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Leni Breymaier

Freier werden in Zukunft bei sexuellen Handlungen mit Zwangsprostituierten strafbar gemacht.

Aalen. Zum Schutz von Prostituierten wird die Freierstrafbarkeit ausgeweitet. Freier machen sich künftig bei sexuellen Handlungen mit Zwangsprostituierten schon dann strafbar, wenn sie zumindest leichtfertig verkennen, dass es sich um Zwangsprostitution handelt, erklärt Leni Breymaier. Damit hat der Bundesrat nach dem Bundestag eine wichtige Ergänzung des Strafgesetzbuches (§232a) beschlossen. Breymaier: „Wenn also ein Freier künftig auch leichtfertig die persönliche oder wirtschaftliche Zwangslage der Prostituierten oder deren Hilflosigkeit verkennt, kann er zu einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren verurteilt werden. Dafür haben ich und viele andere lange gekämpft. Das ist ein großer Erfolg. Täter sind künftig strafrechtlich verantwortlich, wenn es sich ihnen aufgrund der Umstände aufdrängen müsste, dass es sich bei der oder dem Prostituierten um ein Opfer von Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung handelt.“ Etwa, wenn die Frau Verletzungen aufweise, offensichtlich gezwungen werde oder die Bezahlung direkt an den Zuhälter erfolge. Auch beim Fehlen von Kenntnissen der deutschen oder englischen Sprache oder wenn das Opfer besonders jung sei, sollte dem Freier ein Licht aufgehen. „Kurz: Der Vorsatz wurde um den gesunden Menschenverstand ergänzt.“ Die Freier seien wesentlicher Teil der Ausbeutung und müssten für ihr Tun auch in die Verantwortung genommen werden. Sobald es die ersten Urteile gebe, würden die Freier kapieren, dass auch das Abfeiern des Missbrauchs von Zwangsprostituierten in Freierforen nicht mehr angezeigt sei, dass die Gesellschaft ihr Verhalten ächte und dass es auch bestraft werde.

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