Brucker und Papier Geiger: Hilfsaktion für die Ukraine

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Von links, Patrick Schneider (Logistikleitung), Hadis Buduri (Azubi), Florian Geiger, Stefan Brucker, Sebastian Geiger, Manuele Sorgia (Tourendisponent).
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Die Unternehmen rufen die Aalener Bevölkerung zu Spenden auf. Wie der Transport über Ungarn direkt ins Krisengebiet gehen soll.

Aalen

Die Not der Menschen in der Ukraine bewegt. Sie motiviert auch auf der Ostalb viele, zu helfen. Die Spedition Brucker und die Firma Papier Geiger haben eine Spendenaktion gestartet, die zielgerichtet denjenigen zugute kommen soll, die nicht flüchten können oder wollen, sondern im Kriegsgebiet ausharren. Innerhalb von zwei Tagen sind allein bei Brucker zehn Rollcontainer voller Kartons mit Sachspenden zusammengekommen. Und es wird weiter gesammelt.

Am Donnerstag vergangener Woche starteten die beiden Unternehmen den Spendenaufruf über ihre Social-Media-Kanäle. „Mein bester Freund, Johannes Solzbach, der aus Aalen stammt, lebt in Budapest. Seine Frau ist halb Ungarin und halb Ukrainerin. Ihre Familie handelt mit Landmaschinen und hat ein Tochterunternehmen in der Ukraine“, erzählt Sebastian Geiger, einer der beiden Geschäftsführer von Papier Geiger. So sei die Idee entstanden, Hilfsgüter zu sammeln und sie über Budapest in die Ukraine zu bringen, mit Unterstützung von Menschen vor Ort.

Die Hoffnung besteht, dass die Hilfe tief ins Krisengebiet geht

Die Lkw der Firmen Brucker und Geiger werden also zunächst ein Logistikzentrum in Budapest ansteuern. Sebastian Geiger: „Dort kommen ukrainische Fahrer hin, holen die Spenden und bringen sie weiter über die Grenze, direkt in verschiedene Gebiete in der Ukraine. Die haben sogar Fahrer gefunden, die nach Kiew hinein fahren.“ So bestehe begründete Hoffnung, dass die Hilfe auch zielgerichtet denen zugute kommt, die sie am dringendsten brauchen.

An diesem Dienstag startet ein erster Lkw voller Desinfektionsmittel und Verbandsmaterial nach Budapest. In einer Lagerhalle der Firma Brucker sichtet Sarah-Domenica Willier aus der  Brucker-Marketingabteilung das, was bisher an Lebensmitteln und Hygieneartikeln gespendet wurde.  „Eine Familie hat uns am Freitag gleich einen ganzen Anhänger mit vollgepackten Kartons gebracht.“ Vor allem Reis, Nudeln, Mehl, aber auch Lebensmittel in Dosen und Babynahrung seien in großen Mengen gespendet worden“, berichtet sie.

Die Hilfsaktion soll keine Eintagsfliege sein

 Geschäftsführer Stefan Brucker bittet indessen die Aalenerinnen und Aalener, von Kleiderspenden abzusehen: „Diese passend vor Ort zu verteilen wäre ein zu großer logistischer Aufwand. Jetzt fehlt es vor allem an Nahrung. Die Menschen haben Hunger und die Supermärkte sind leer oder ganz geschlossen.“ Angesichts der winterlichen Temperaturen würden außerdem dringend warme Decken, Schlafsäcke und Isomatten gebraucht.

Von der doch recht hohen Qualität der Spendengüter sei er positiv überrascht, so Sebastian Geiger in einem ersten Fazit. Es sei schön zu erleben, wie groß die Hilfsbereitschaft der Menschen hierzulande sei.

Stefan Brucker betont, dass die Spendensammlung erst einmal „auf unbestimmte Zeit“, also längerfristig, angelegt sei: „Zunächst einmal ist es unser Ziel, pro Woche einen Lkw mit Hilfsgütern da rüberzuschicken.“ Es ist nicht damit getan, am Anfang in Aktionismus zu verfallen und dann gar nichts mehr zu tun.“

Spenden für die Menschen in der Ukraine

  • Spenden abgeben: Werktags von 10 bis 16 Uhr können Sachspenden auf dem Brucker-Gelände in der Daimlerstraße 15 abgegeben werden. Ansprechpartnerin ist Sarah-Domenica Willier. Oder bei der Firma Geiger in der Schulze-Delitzsch-Straße 7 in Hofherrnweiler. Ansprechpartner dort ist Manuele Sorgia.
  • Gefragt sind Lebensmittel, Babynahrung und Milchpulver, Windeln, Decken, Schlafsäcke und Isomatten. Gebraucht werden auch Batterien und mobile Akkus für Mobiltelefone, sogenannte Powerbanks.Alle Spenden sollten in Kartons verpackt und Lebensmittel mindestens sechs Monate haltbar sein. 

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Von links, Hadis Buduri (Azubi), Manuele Sorgia (Tourendisponent), Florian Geiger, Sebastian Geiger, Stefan Brucker, Patrick Schneider (Logistikleiterung).

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