Bühne frei für Boogie-Nacht

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Christian Christl am Piano und Sängerin Scarlett Andrews freuen sich über die erste Veranstaltung in der Villa Stützel seit dem Shutdown. Zwei Abende lang erklang im Wintergarten unter Abstand Boogie-Woogie der 20er des letzten Jahrhunderts.

Die Villa Stützel öffnet als erster Veranstaltungsort im Ostalbkreis wieder mit regulärem Programm, aber mit Auflagen. Wie das ankommt.

Aalen

Boogie Woogie und Abstand – juckt es da nicht in den Beinen? Doch, und trotzdem klappt das, wie die zweite Aalener Boogie-Nacht vergangenen Freitag und Samstag in der Villa Stützel beweist. War das erste Event vergangenes Jahr noch im Ostertag mit rund 120 Zuhörern, dürfen Corona-bedingt je 35 Besucher an den Tagen im Wintergarten hinter der Villa Platz nehmen.

Ins Leben gerufen wurde die Veranstaltung von den beiden Pianisten Claus Wengenmayr und Christian Christl. Ersterer ist in und um Aalen bestens bekannt und verrät auch gleich, dass er vor Jahren geholfen hat den Garten der Villa Stützel vom Hochwasser zu befreien. Christl, der in München und Freising aufgewachsen ist, liebt den Boogie aus den 1920er Jahren und hat bereits mit Ray Charles, B.B. King oder auch Memphis Slim die Bühne geteilt. Für die Abende in der Vila Stützel hat sich das Duo aus Aalen und Essen Verstärkung geholt. Der Böbinger Günter Käßmann bedient das Schlagwerk und Scarlett Andrews lässt lasziv ihre Stimme erklingen.

In der Mitte des Wintergartens haben sich die Musiker positioniert. "Wir sind wieder aktiv", betont Villa Stützel Geschäftsführer Ralf Kurek. So sei dies der erste Veranstaltungsort im Ostalbkreis, der nach dem Shutdown wieder mit Programm öffnet. "Schön, dass Sie sich trauen", freut sich Kurek über die Besucher.

Dann geht es los: Zwei Abende voller Boogie Woogie, guter Stimmung und einem variablen Programm – denn was die Musiker spielen, entscheiden sie spontan. Christls Piano ist offen, die Hämmer fliegen über die Saiten. Ihm gegenüber Wengenmayr – ein rassiges Duell, das alsbald um Käßmann ergänzt wird. Dann hat Scarlett Andrews ihren Auftritt. Sie hat Christl auf einem Jazzkonzert kennen und lieben gelernt. Mit "Going up, going down", setzen sie eine erste Klangmarke als Quartett. Die Besetzung wechselt öfters durch und so gibt es immer wieder neue Konstellationen. Da werden Songs über den Bademantel der eigenen Frau kredenzt oder unanständige Geschichten von Andrews erzählt. Wie eine kleine Varietéshow mutet das Programm an. Die Sängerin inszeniert sich mit neckischem Fußschlag und befiedertem Hut, dazu glänzende Kronleuchter von der Decke. "I like the way you kiss me", ist da noch einer der harmloseren lyrischen Songpassagen.

"Christian kenne ich schon über 15 Jahre," erinnert sich Wengenmayr. Gemeinsam hat man im Magazin, als es das in Aalen noch gab und in Elchingen gespielt. Zwischendrin aus den Augen verloren, hat Christl irgendwann die Boogie-Nacht vorgeschlagen. Die soll übrigens dieses Jahr nochmals im Herbst in Aalen steigen, wenn es nach den Musikern geht.

Bereits am 21. Juni gibt es in der Villa Stützel mit "Velluti - The Art of the Romantic Castrato" den nächsten Programmpunkt.

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