Bundesverdienstkreuz für Ingeborg und Siegfried Grein-Feil 

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Ingeborg Grein-Feil erhält Bundesverdienstkreuz.
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Was die Freunde-schaffen-Freude-Gründerin dem Bundespräsidenten zu sagen hatte und warum sie einmal gegen das Protokoll verstoßen wollte.

Aalen/Rottweil. Egal, ob es gegen das Protokoll ist oder nicht. Als Tausendsasserin Ingeborg Grein-Feil dem Bundespräsidenten gegenüberstand und das Bundesverdienstkreuz erhielt, sagte sie kurz, dass sie ihn am liebsten einmal in den Arm nehmen würde – und machte es dann. So ist sie, die Inge. Walter Steinmeier fand’s gut. 

Sie ist bekannt wie der sprichwörtliche „bunte Hund“. Vor fast vier Jahrzehnten gründete Ingeborg Grein-Feil den Verein „Freunde schaffen Freude“. Vor Ort hilft sie damit Menschen mit körperlichen, geistigen oder seelischen Beeinträchtigungen – und das, obwohl sie selbst an Multipler Sklerose leidet. Tatkräftig unterstützt wird sie von ihrem Ehemann Siegfried Feil, der auch die Geschäftsführung des Vereins übernahm. Geprägt vom Gedanken des Füreinander-da-Seins schufen sie die integrative Begegnungsstätte „Arche“, die Ferienfreizeiten für Kinder mit und ohne Behinderung, inklusive Discoabende, integratives Theater und viele weitere Kulturprojekte anbietet. Der Bundespräsident lobte in seiner Rede: „Mit ihrem Verein haben sie einen Anlaufpunkt für Menschen geschaffen, der Hilfsbedürftige unterstützt, Einsamkeit entgegenwirkt und Menschen über die Generationen hinweg zusammenbringt. In der schwierigen Zeit der Corona-Pandemie haben sie gezeigt, wie mit kreativen Ideen der Kontakt gehalten und Solidarität vor Ort gelebt werden kann.“ 

Die Veranstaltung war eingebettet in Steinmeiers „Ortszeit“-Reihe, die in Rottweil im Beisein auch des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann stattfand. In ihrer Dankesrede ging die Geehrte auf das Ehrenamt ein. „Wir haben heute gehört und erlebt, wie vielfältig Ehrenamt ist. Oft ist die eigene Geschichte Motivation, oft auch das Erkennen, dass nur mit Aufarbeitung der unheilvollen Vergangenheit, Gutes entstehen kann. Dann gibt es viel tatkräftigen Einsatz für andere, bei Inklusion, bei Katastrophen, in der Politik, gegen Rassismus.“ Die Wertschätzung für das Engagement „tut gut“, sagte Ingeborg Grein-Feil.  Dann schlug sie einen neuen Begriff für das Wort „Ehrenamt“ vor. Ob die Geehrten der Meinung seien, dass ihr Einsatz fürs Gemeinwohl eine Ehre ist, fragte sie. „Vielleicht müsste man das Wort ändern und künftig sagen: Für ein menschenwürdiges Miteinander-Amt. Solange es noch Ehrenamt heißt, sollten die „Auserwählten diese Ehre, die uns zuteilwurde, hinaus tragen zu unseren Mitschaffern, zu den vielen hundert die sich mit uns zusammen für andere einsetzen.“ Das Bundesverdienstkreuz ist für Ingeborg Grein-Feil ein Gemeinschaftsverdienst. Lobende Worte auch für den Bundespräsidenten: „Und Sie, Herr Bundespräsident, ermutigen uns mit der hohen Auszeichnung und Ehre, öffentlich zu machen, dass in diesem, unserem Land sehr wohl bemerkt wird, was Menschen für andere tun.“  

Podcast - Inge trinkt ein Glas mit Lars

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