Catherine Rommel kandidiert als Oberbürgermeisterin in Aalen 

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Catherine Rommel möchte Oberbürgermeister in Aalen werden. Am Samstag hat die Tochter von Manfred Rommel und Enkelin von Erwin Rommel ihre Kandidatur bekannt gegeben. 

Am Samstag hat die Tochter von Manfred Rommel und Enkelin von Erwin Rommel ihre Kandidatur in Aalen bekannt gegeben.

Aalen. Die erste Frau hat jetzt offiziell bekannt gegeben, dass sie Oberbürgermeisterin in Aalen werden möchte: Catherine Rommel (56, CDU), Tochter von Manfred Rommel, dem beliebten ehemaligen Stuttgarter Oberbürgermeister und Enkelin von Erin Rommel, Hitlers einstigem Lieblingsgeneral, der später in Ungnade gefallen ist.

Am 4. Juli ist OB-Wahl in Aalen „und mit Thilo Rentschler verlässt ein Mann das Rathaus, der Aalen vorangebracht hat,“ sagt Catherine Rommel und weiter: „Die Bürgerinnen und Bürger fragen sich, wie es weitergeht. Hier möchte ich Antworten geben“, erklärt sie. Rommel will am kommenden Freitag ihre Bewerbung als Oberbürgermeisterin der Kreisstadt Aalen im Rathaus abgeben.

Für mich steht immer der Mensch im Mittelpunkt.

Catherine Rommel, OB-Kandidatin

Die 56-jährige Mutter zweier erwachsener Kinder ist mit der Kommunalpolitik aufgewachsen, und diese präge sie auch heute, sagt sie. Sie ist im Bezirksbeirat in Stuttgart-Sillenbuch aktiv und arbeitet als Kommunalberaterin für Städte, Gemeinden und Landkreise - und sie hat auch schon künftige Bürgermeister auf den Wahlkampf vorbereitet.

Wie sie gegenüber der SchwäPo erklärt, habe sie die Unterstützung der Aalener CDU. Sie möchte sich aber „breiter“ aufstellen, denn in der Kommunalpolitik arbeite man „nicht nur mit einer Partei“, auch sei sie „keine Parteisoldatin“. Sie sei dabei, Gespräche mit allen Fraktionen zu führen. Wie konkret diese Gespräche bereits sind, dazu sagte sie noch nichts - und nichts auch die auf die Frage, ob sie von anderen Parteien Unterstützung erfährt, etwa von den Grünen.

Rommel: Ist der Name Türöffner - oder eher Bürde? Die OB-Kandidatin sieht es differenziert. „Sie haben mit diesem Namen, gewollt oder ungewollt, eine Aufmerksamkeit, die nicht immer positiv ist“, sagt Catherine Rommel. Aber dann müsse man auch liefern. Politischer Ziehvater sei schon ihr Vater Manfred gewesen. „Weltoffen, liberal, tolerant“, diese Werte ihres Vaters habe sie verinnerlicht. Sie habe ihn bereits in jungen Jahren begleitet. „Von ihm habe ich gelernt, was einen guten Oberbürgermeister ausmacht: Zuhören!“, betont Catherine Rommel. Für sie sei es besonders wichtig, zuzuhören und jede Sorge ernst zu nehmen. „Für mich steht immer der Mensch im Mittelpunkt.“ Dies gelte für alle Bürgerinnen und Bürger „und natürlich für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus“.

Wahlkampfstart: Pfingstferien

Dass sie, etwa im Vergleich zu ihren Mitbewerbern spät dran ist mit ihrem Wahlkampfstart, das ist Catherine Rommel bewusst. Deshalb startet sie während der Pfingstferien mit einer Zuhörtour durch die Aalener Teilorte und die Kernstadt: „Ich habe viele Ideen für Aalen, aber ich möchte wissen, was den Aalenerinnen und Aalenern wichtig ist. Ihre Ideen und meine Ideen sollen zusammen in mein Wahlprogramm einfließen“, stellt Rommel ihre Vorgehensweise für die kommenden Wochen vor. Im Übrigen könne ein kurzer Wahlkampf auch von Nutzen sein. Auch räumt sie ein, dass sie in Aalen nicht in die Tiefe hinein vernetzt sei bislang. Dafür könne sie einen „neutralen, frischen Blick von außen“ bieten. „Ich habe keine Anteile“, sagt sie.

Aber sie kenne Aalen. Catherine Rommel erinnert daran, dass sie vor dem Gemeinderat über ihren Großvater Erwin Rommel gesprochen hat als in Aalen die Umbenennung der Erwin-Rommel-Straße Thema war. Jetztfreue sie sich, „diese lebendige Stadt mit ihren aktiven Vereinen, innovativen Unternehmen und dem starken Handwerk noch besser kennenzulernen.“ Catherine Rommel sei gerade der Zusammenhalt nach Corona und die Wiederbelebung der Innenstadt und der Teilorte wichtig. Entscheidend sei aber auch, die Wirtschaft zu stärken, den Strukturwandel zu bewältigen und den Schulen und Kindergärten alles Notwendige zur Verfügung zu stellen, damit Bildung und Betreuung optimal möglich sind. Sie habe in Bezug auf die Nach-Corona-Zeit viele Ideen. Diese möchte sie jetzt in Gesprächen und Diskussionen „verproben“. Denn sie komme „nicht mit einem vorgefertigten Bild“.

Aalen sei „so liebenswert und das muss erhalten bleiben“. Klima- und Umweltschutz seien entscheidende Aufgaben in den nächsten Jahrzehnten. „Aalen muss eine Wohlfühlstadt bleiben“, betont Catherine Rommel.

Details zu ihren Ideen wird die Stuttgarterin, die auf den ländlich geprägten Fildern lebt, am Freitag gegenüber der Presse vorstellen. Für Catherine Rommel ist klar, dass sie auf jeden Fall nach Aalen ziehen wird, sollte sie gewählt werden. „Als Oberbürgermeisterin würde ich Aalen mit Herz und Verstand führen und meine neue Heimat gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern weiterentwickeln und gestalten.“

Bereits am Samstag hat sich Mitbewerber Frederick Brütting (37, SPD) zu Wort gemeldet. Es sei „gut, dass die CDU nun als Partei mit der CDU-Kreisgeschäftsführerin Catherine Rommel eine eigene Kandidatin zur OB-Wahl aufgestellt“ habe sagte der Heubacher Bürgermeister. Demokratie lebe von der Wahlentscheidung „und die können die Aalenerinnen und Aalener nun treffen“. Brütting erklärte, er hoffe auch „einen fairen Wettbewerb der besten Ideen“.

Die anderen sechs Bewerber

Frederick Brütting (37) ist Bürgermeister in Heubach und Mitglied der SPD.

Marcus Waidmann (54) ist Stadtrat der AfD-Fraktion in Aalen und selbstständig.

Ronny Enßlin (46), arbeitet bei der Caritas und kümmert sich um Haushaltsauflösungen.

Matthias Müller (54) ist Angestellter beim Gemeindevollzugsdienst in Aalen.

Stefan Schmidt (54) ist Gastronom und bekannt als Kritiker der Corona-Maßnahmen.

Albert Seitzer (67), pensionierter Schulrat aus Schwäbisch Gmünd.

Die Bewerbungsfrist endet am 7. Juni. Der erste Wahlgang ist am 4. Juli.

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