Charles Castros Atelier neu im Kubus

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Charles Castro in seiner Galerie im Aalener Kubus.
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Statt Cannabis-Produkte nun Astronauten auf Leinwand. „Atelier & Showroom Torres“ eröffnet im Erdgeschoss gegenüber der Drogerie Rossmann. Wer dahintersteckt.

Aalen

Erst der „Unverpackt“-Laden, dann der Koala-Shop und jetzt ein Künstler, der macht, was er liebt: das Malen. Charles Castro ist neu in den Aalener Kubus gezogen. Im Erdgeschoss gegenüber der Drogerie Rossmann, auf der Fläche des vormaligen Shops mit Cannabis-Produkten, hat der gebürtige Dominikaner am vergangenen Samstag zum ersten Mal die Glastüren seines „Atelier & Showroom Torres“ geöffnet.

Für Charles Castro, der wie in der Dominikanischen Republik üblich, einen Doppelnamen führt und eigentlich Charles Castro Torres heißt, beginnt mit der Ateliereröffnung ein neuer Lebensabschnitt.

Seit elf Jahren lebt der 43-Jährige in Deutschland - und mit ein paar Jahren Unterbrechung - in Aalen, wohin es den inzwischen dreifachen Familienvater der Liebe wegen verschlagen hat. In seiner früheren Heimat, der Dominikanischen Republik, hat er Kunst und Grafikdesign studiert und in Deutschland bis vor Kurzem als angestellter Grafikdesigner in Vollzeit gearbeitet.

„Ich bin einer von denen, die man verrückt nennt. Einer von denen, der glaubt, dass man genau das machen muss, was man liebt“, schreibt er auf seiner Internetseite. Dass ihm im Frühjahr dieses Jahre gekündigt worden ist, empfindet er darum rückblickend als einen Glücksfall. „Das Schicksal hat mir diese Entscheidung abgenommen. Denn ich hatte schon länger gefühlt, dass mich ein Vollzeitjob zu sehr einengt in meiner Kreativität“, bekennt Castro.

Auf Leinwand gebannt hat er dieses Gefühl in seiner jüngsten Serie „Veränderungen“: knallende Farben wie Pink, Gelb und Grün und in ihrer Mitte ein schwarzer Ring. Ein Fokus, der den Blick aufs Wesentliche richtet und durch den sich der Künstler selbst betrachtet - im übertragenen Sinne. „Ich versuche immer, Veränderungen anzunehmen, dabei aber mein Ziel fest im Blick zu behalten. Denn nur so kann ich mich als Person weiterentwickeln“, sagt der Künstler.

Und dazu müsse man auch immer wieder Grenzen überschreiten. Mit Pinsel und Farbe symbolisiert er das in seinem „Astronauten-Zyklus“ in Indigoblau. Besucherinnen und Besucher seines Ateliers sehen einen Raumfahrer, der durch ein Dreieck in schrillem Pink steigt; einen anderen, der rücklings durch ein Pink-Dreieck hindurchfällt. Die Interpretation des Künstlers: Dass es genau das sei, was einem im Leben so passiere. „Wir planen etwas, das manchmal funktioniert und manchmal eben nicht.“

Dass Charles Castro einmal vor Ort im Kubus malen und seine Bilder ausstellen wird, war indes nicht geplant. Es war beim Kunstevent „Kourage“ Mitte Oktober in der Aalener Tonfabrik, als Maike Merz, die für die Pressearbeit des Einkaufscenters verantwortlich ist, dem Künstler angeboten hat, im Kubus eine Galerie auf Zeit zu eröffnen. „Ich habe gleich ja gesagt. Da musste ich nicht zweimal drüber nachdenken“, sagt Castro.

Vorläufig bis Ende Januar 2023 hat er die Zusage für seine Pop-up-Galerie im Kubus. „Aber ich habe das Ziel, dass es weitergeht für mich hier im Kubus. Es gibt kein Zurück mehr.“

Ein Künstler mit sozialer Ader

Charles Castro Torres ist 1979 in Santo Domingo geboren. Der studierte Künstler und Grafikdesigner hat im vergangenen Jahr bereits zwei seiner Bilder gespendet und damit die SchwäPo-Aktion Advent der guten Tat unterstützt. 

Charles Castro in seiner Galerie im Aalener Kubus.
Charles Castro in seiner Galerie im Aalener Kubus.

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