Claus Albrechts Appell an den Gemeinderat

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Am Mittwoch, punkt 16 Uhr, hatte OB Thilo Rentschler mit seiner öffentlichen Erklärung überrascht, dass er nicht mehr für eine zweite Amtszeit kandidiere. Archivfoto: opo
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Eine persönliche Erklärung mit dem Fazit: "Ich schäme mich."

Aalen. Genau einen Tag nach Thilo Rentschlers öffentlicher Bekanntgabe, dass er bei der OB-Wahl nicht mehr kandidieren werde, sah sich Claus Albrecht als Fraktionsmitglied der Freien Wähler im Gemeinderat veranlasst, eine persönliche Erklärung abzugeben. Den Rahmen dafür bot am Donnerstag der Gemeinderatsausschuss für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik (AUST), der von Aalens Erstem Bürgermeister Wolfgang Steidle geleitet wurde. OB Thilo Rentschler sei verhindert, das hatte Steidle eingangs bekannt gegeben.

"Persönlich bedauere ich es äußerst, dass Thilo Rentschler nicht mehr als OB kandidiert", leitete Albrecht seine persönliche Erklärung ein. Er bedanke sich an dieser Stelle "sehr herzlich" bei Rentschler für dessen "Riesen-Engagement" in den vergangenen acht Jahren für die Stadt Aalen. Unter dem künftigen Hauptgeschäftsführer Thilo Rentschler werde die IHK Ostwürttemberg aus dem "Dornröschenschlaf" erweckt und in den nächsten Jahren Fahrt aufnehmen. "Das ist ein Riesen-Gewinn für die regionale Wirtschaft und auch ein Riesen-Gewinn für die Stadt Aalen", so Albrecht wörtlich.

Erhebliche Sorgen bereite ihm allerdings die Tatsache, dass die Stadt Aalen nach Martin Gerlach jetzt den zweiten Oberbürgermeister verliere, der, obwohl er im Zenit seines Arbeitslebens stehe, nicht mehr für eine zweite Amtszeit kandidiere. "Ich mache mir große Gedanken, wie andere Städte diese mangelnde Kontinuität in Aalen sehen, die ja auch ein Zeichen ist für die Qualität der Zusammenarbeit zwischen Oberbürgermeister und dem Gemeinderatsgremium", meinte Albrecht sinngemäß.

Albrecht appellierte an das Gremium, sich seiner großen Verantwortung bewusst zu werden. Und meinte dann betroffen: "Ich schäme mich. Wir müssen in der Sache streiten. Aber persönliche Diffamierungen und Anfeindungen haben im Gremium nichts zu suchen."

Während sich Timo Lorenz (SPD) den Worten Albrechts anschloss, wies Michael Fleischer, Fraktionschef der Grünen, Albrechts Vorwurf mit Nachdruck zurück. "Sie haben jetzt große Geschütze aufgefahren." Wenn sich ein OB nach acht Jahren, gegen Ende seiner ersten Amtszeit, entscheide, nicht mehr anzutreten, dann sei das "kein Drama". Die Legende vom "bösen Gemeinderat" – diesen Schuh wolle man sich nicht anziehen. Fleischer argumentierte, dass durch kontroverse Diskussionen immer "viele Dinge verbessert" worden seien. "Dort, wo diskutiert wird, ist Demokratie und keine Majestätsbeleidigung", so Fleischer wörtlich.

Manfred Traub (CDU) befand den Zeitpunkt für solche Diskussionen nicht passend. "Es wird akzeptiert, dass Thilo Rentschler nicht mehr kandidieren will."

Claus Albrecht

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