Corona: Der Ostalbkreis überschreitet die 50er-Marke

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Der Krisenstab des Ostalbkreises hat am Donnerstagabend virtuell getagt. Landrat Dr. Joachim Bläse leitete die Besprechung von seinem Büro aus.
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Schärfere Regeln und mehr Beschränkungen vor allem für Gastronomie werden erwartet. Orientiert sich die Ostalb an Heidenheim? 

Aalen

Der Ostalbkreis hat am Donnerstag den Grenzwert der 7-Tages-Inzidenz von 50 überschritten. Am Donnerstag lag die Zahl der innerhalb von sieben Tagen an Corona Infizierten, bei 57, gerechnet auf 100 000 Einwohner. Im Landratsamt wurde am Donnerstag eine große Lagebesprechung anberaumt, zu der der neue Krisenstab im Landratsamt zusammenkam. Wie Susanne Dietterle, Sprecherin des Landratsamtes, erklärte, ging es in der "Lage" schwerpunktmäßig um eine sogenannte "Allgemeinverfügung", die der Landkreis angesichts der 7-Tage-Inzidenz von 57 Infizierten beschließen kann.

Bis Redaktionsschluss stand am Donnerstagabend noch nicht fest, welche Maßnahmen beschlossen werden. Jedoch wird sie ähnliche Regelungen beinhalten, wie sie bereits in anderen Landkreisen gelten. Im Zentrum dieser Verordnung steht wohl eine Ausweitung der Sperrzeit für die Gastronomie. Vermutlich wird es auch um ein generelles Außenabgabe- und Konsumverbot von Alkohol gehen. Entsprechende Regelungen gibt es seit Mittwoch schon in anderen Landkreisen. So hat zum Beispiel der Landkreis Heidenheim nach Überschreiten des Inzidenzwertes beschlossen, dass während der Sperrzeit keine alkoholischen Getränke abgegeben und auch nicht an öffentlichen Plätzen konsumiert werden dürfen. Diese Sperrzeit, die auch für gastronomische Betriebe gilt, beginnt jeweils um 23 Uhr und endet um 6 Uhr.

Welche Regeln dann im Ostalbkreis gelten und ab wann: Das gibt der Landkreis wohl am Freitag bekannt.

Die Bundeswehrunterstützung: Am Montag sollen die Soldatinnen und Soldaten im Landratsamt ihren Dienst antreten. Diese sollen den Landkreis darin unterstützen, Kontakte von Infizierten aufzuklären, um Infektionsketten unterbrechen zu können. Es wird mit 20 Soldatinnen und Soldaten gerechnet.

Der Krisenstab: Dem Krisenstab gehören ein Vertreter des Polizeipräsidiums Aalen, Kreisbrandmeister Otto Feil als Vertreter der Freiwilligen Feuerwehren, die Pandemiebeauftragten der Kreisärzteschaften, Dr. Bertold Schuler und Dr. Manuel Kieninger, sowie fünf Vertreter der Städte und Gemeinden an. Die von den Kommunen bestimmten Vertreter im Krisenstab sind die Lauchheimer Bürgermeisterin Andrea Schnele, der Waldstetter Bürgermeister Michael Rembold, Aalens Zweiter Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann, der Ellwanger Ordnungsamtsleiter Thomas Steidle und der Gmünder Leiter des Amts für Bildung und Sport, Klaus Arnholdt. 

Aktuelle Zahlen: Am Donnerstag, 22. Oktober, meldet das Landratsamt Ostalb 2397 Coronafälle im Ostalbkreis – das sind 58 Neuinfektionen. Des weiteren wurden 2152 Personen aus der Isolation entlassen. Aktive Fälle werden derzeit 198 gemeldet. Die Zahl der Verstorbenen liegt bei 47. Schwäbisch Gmünd hat 40 Fälle, Aalen 37, Ellwangen 27, Waldstetten 17 – allein zehn davon haben mit der Franz-von-Assisischule zu tun. Bopfingen meldet 15 Fälle, Unterschneidheim 8, Iggingen 5. Die anderen Städte und Gemeinden haben 5 oder weniger Fälle.

Hintergrund: Die Landesregierung hat beschlossen, dass Städte und Landkreise mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 50 auf 100 000 Einwohner per Allgemeinverfügung weitergehende, schärfere lokale Maßnahmen ergreifen, wie zum Beispiel nächtliche Ausgangssperren verhängen können.

Absagen und kein Gesang der Gemeinde

Absagen: Immer mehr Vereine und Verbände reagieren auf die steigenden Corona-Zahlen. Neresheim sagt den Fasching ab, Essingen den Albabtrieb am Samstag, die Wischauer verschieben ihren Festakt.

Gottesdienste: In den katholischen Gottesdiensten im Dekanat Ostalb muss ein Mund-Nase-Schutz getragen werden. Das Dekanat präzisierte jetzt: Es gilt kein generelles Gesangsverbot in den Gottesdiensten, sondern nur ein Gemeindegesangsverbot. Weiterhin dürfen kleinere Chorgruppen singen – allerdings wie bisher mit drei Metern Abstand und Notenständern auf Mundhöhe.

Die Coronazahlen an Gmünds Schulen

In den Schulen in und um Schwäbisch Gmünd gibt es weitere Coronafälle. Auf den Indexfall an der Franz von Assisi-Schule folgten zehn Folgefälle. Das berichtete Susanne Dietterle, Pressesprecherin des Landratsamts Ostalbkreis, auf Anfrage.

Am St. Loreto Institut für soziale Berufe ist ein Mitglied einer Klasse zum Heilerziehungspflege positiv getestet worden. Die Recherche des Gesundheitsamts läuft.

An der Klosterbergschule ist an einer Außenklasse in Mutlangen eine Lehrkraft positiv getestet worden. Vier Schüler und vier Lehrer befinden sich in Quarantäne.

Am St. Josef SPBZ Hören wurde eine Lehrkraft positiv getestet, 40 Schüler verschiedener Klassenstufen sind in Quarantäne. rr

Mehr zu den Zahlen: Die Entwicklung im Ostalbkreis in interaktiven Diagrammen 

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