Corona: Fünf Praxen statt einer Ambulanz

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Ende einer Dienstzeit: Freitag war der letzte Öffnungstag der Aalener Fieberambulanz.
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Nach drei Monaten Betrieb und knapp 1800 untersuchten Patienten schließt die Fieberambulanz in Aalen – nun übernehmen fünf "Schwerpunktpraxen".

Aalen

Die Notfallzentren waren vor vier Wochen dran, am Freitag sind die Fieberambulanzen in Aalen und Gmünd geschlossen worden. Die Tests bei Corona-Verdachtsfällen werden ab jetzt von insgesamt acht Schwerpunktpraxen im Raum Aalen und Gmünd übernommen. "Und das Testzentrum im Landratsamt wird es nach wie vor geben", sagt Landrat Klaus Pavel.

Die Zahl der Verdachtsfälle sei in den letzten Tagen deutlich zurückgegangen, so Pavel. "Wir hatten zuletzt nur noch rund 70 Patienten pro Woche", rechnet Dr. Berthold Schuler vor, Notfallpraxisbeauftragter der Kreisärzteschaft in Gmünd. In Aalen sieht es ähnlich aus: "Der Tagesschnitt ist von 34 Patienten an Werktagen im April auf 18 im Juni zurückgegangen", sagt Dr. Wolfgang Schlipf von der Aalener Kreisärzteschaft.

Geändert hat sich seit Beginn der Corona-Zeit auch die Schutzausstattung in den einzelnen Arztpraxen: "Inzwischen sind alle Praxen versorgt worden", versichert Schlipf. "In der Anfangszeit sind wir da kalt erwischt worden, deshalb war es sicher richtig, die zentrale Ambulanz einzurichten." Nun können sich die Kassenärztliche Vereinigung und der Kreis den personellen und finanziellen Aufwand für die Fieberambulanz sparen. Fast 130 zusätzliche Schichten haben die Aalener Kreisärzte in drei Monate dort geleistet, in Gmünd waren es mehr als 100. "Und das Thema kostet auch richtig Geld", sagt der Landrat. Genaue Zahlen könne er aber noch nicht nennen, "das ist noch nicht ausverhandelt", so Pavel.

Kein Covid-Fall in einer Klinik

Der Rückgang der Verdachtsfälle dürfte auch mit dem Sommerwetter zu tun haben, bei dem weniger sonstige Infekte auftreten als noch im Frühjahr. Zugleich ist die Zahl der akuten Fälle auf der Ostalb wieder gestiegen: "Es ist in wenigen Tagen von 14 auf 40 bestätigte Fälle im Kreis hochgegangen", so Pavel. Allerdings gebe es derzeit keinen einzigen Covid-Patienten in einer der Kliniken im Ostalbkreis. "Das liegt wohl daran, dass es jetzt überwiegend jüngere Erkrankte sind im Vergleich zu März und April." Dennoch hat der Landrat erneut einen Appell an die Bürger verfasst, bei den Sicherheitsmaßnahmen nicht nachzulassen (siehe "Landrat: Coronafälle verdreifacht"). Schwäbisch Gmünd liegt im Moment in der Corona-Statistik der großen Städte im Kreis vorne: Gmünd hat laut Pavel aktuell fünfzehn akute Fälle, Aalen fünf, Ellwangen neun.

Inzwischen sind alle Praxen versorgt.

Dr. Wolfgang Schlipf Kreisärzteschaft Aalen

Zuerst beim Hausarzt anrufen

Die nun zuständigen einzelnen Praxen für Verdachtspatienten liegen in Aalen und Ellwangen (je zwei) sowie in Westhausen, Heubach, Gmünd und Lorch. Ein Mögglinger kann aber auch nach Aalen fahren, jemand aus Essingen nach Heubach. Es gebe da keine gedachte Grenze, versichert Klaus Pavel. "Eine Anmeldung erfolgt aber grundsätzlich immer über den eigenen Hausarzt", betont Alexander Stütz, der Kreisbeauftragte der Gmünd Kreisärzteschaft.

Patienten zeitlich trennen

In den Schwerpunktpraxen soll darauf geachtet werden, dass sich Covid-Verdachtspatienten nicht mit dem normalen Praxisbetrieb mischen. "Sinnvollerweise werden diese Patienten am Ende der Sprechzeit bestellt, danach kann dann desinfiziert werden", erklärt Dr. Schlipf.

Landrat: Coronafälle im Kreis in elf Tagen verdreifacht

Von 14 auf 40: Am 16. Juni gab es "nur" noch 14 aktive Coronafälle im Ostalbkreis - zwei Wochen später hat sich diese Zahl verdreifacht. Anlass für Landrat Klaus Pavel, sich in einem öffentlichen Aufruf erneut an alle Bürger im Ostalbkreis zu wenden mit dem "dringenden Appell", trotz der vom Land erlassenen Lockerungen weiterhin konsequent auf die Abstands- und Hygieneregelungen zu achten: " Niemand von uns möchte zurück in einen Lockdown! Im Ostalbkreis müssen wir spätestens dann handeln, wenn wir binnen sieben Tagen 157 Neuinfektionen verzeichnen. Bitte lassen Sie uns das Erreichte nicht leichtfertig aufs Spiel setzen und halten Sie sich auch weiterhin an die Maskenpflicht, wahren Sie Abstand und beachten Sie die Händehygiene und die Husten- und Niesetikette!"

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