Corona-Gegner distanzieren sich

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Im Nachgang zu den Ausschreitungen der Corona-Demo in Berlin haben sich am Samstag erneut Corona-Querdenker vor dem Aalener Rathaus versammelt.
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Warum sich nach längerer Pause erneut etwa 100 Corona-Querdenker vor dem Aalener Rathaus versammelt haben.

Aalen. Durchweg friedlich ist sie verlaufen, die nach längerer Pause neuerliche Kundgebung zur Corona-Situation vor dem Aalener Rathaus. Keine Reichsflaggen, keine rechtsradikalen Parolen oder Plakate. Menschen jedes Alters, rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – so die offizielle Schätzung der Polizei – hatten sich gegen 15 Uhr auf dem Rathausplatz versammelt. Bereits zum dritten Mal trat die angehende Sozialarbeiterin Sigrun Böhnlein als Veranstalterin auf. Hauptbeweggrund der Kundgebung: sich deutlich von dem rechtsextremen Mob zu distanzieren, der am 29. August bei der Corona-Demo in Berlin versucht hat, den Reichstag zu stürmen.

Böhnlein eröffnet am Mikrofon und verweist sogleich auf ein langes Vorbereitungsgespräch im Vorfeld, gemeinsam mit der Polizei und dem städtischen Ordnungsamt. "Es wurde sehr verständnisvoll mit uns gesprochen", betont sie. Derweil haben von den Veranstaltern organisierte Ordner ein Auge darauf, dass bei der Kundgebung die Corona-Abstandsregeln von eineinhalb Metern eingehalten werden.

Weil Bayern die Maskenpflicht an Schulen bereits eingeführt hat, appelliert Böhnlein an Eltern und Lehrer, ans Kultusministerium zu schreiben. "Weil das nicht gut ist für die Kinder." Das Tragen von Masken vermindere ihrer Aussage nach die Lernfähigkeit, verursache Hemmungen und Angst, was wiederum das Immunsystem schwäche.

Dr. Gunter Albert, niedergelassener Allgemeinarzt aus Heidenheim, wirft den Medien vor, mit ihrer Berichterstattung über die "Blinde Wutaktion" am Reichstag suggeriert zu haben, dass alle Corona-Gegner Rechtsradikale seien. Mit Schlagzeilen wie "Versuchter Sturm auf den Reichstag" würden Vorurteile gefüttert.

Rita Egger, Heilpraktikerin und Yogalehrerin aus Herbrechtingen, verurteilt die Aktion der triumphierenden Demonstranten mit ihren Reichsflaggen auf der Treppe des Parlaments in Berlin aufs Äußerste. Deren Verhalten bezeichnet sie als krankhaft, als fremdgesteuert. "Das sind irrationale widersinnige Handlungen, die schädlich für die Querdenker-Demos sind, weil wir jetzt ins rechte Eck geschoben werden."

Tempo in die Kundgebung bringt Dr. Jens Edrich (Heidenheim), Facharzt für Allgemeinmedizin und Mitglied in der Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland (GAÄD). Mit lauter Stimme und in schnellen Sätzen kritisiert er den Staat, der den Bürgern "über Nacht" das Recht genommen habe, über ihren Körper und über ihre Gesundheit selbst zu bestimmen. Unter anderem zitiert er aus dem Deutschen Ärzteblatt, dass 70 Prozent der positiv getesteten Personen gar nicht positiv seien. Denn: Für die Herstellung des Corona-Tests seien Teile aus alten SARS-Virus-Tests verwendet worden. "Deswegen", so Edrich, "kann der Test überall dort ansprechen, wo irgendwelche Corona-Viren, wie es sie schon lange auf der Welt gibt, herumschwirren."

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