Corona: Impfungen und kostenlose Tests sollen vierte Welle eindämmen

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Die Bürgertests sind wieder für alle kostenlos.
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Seit Samstag gibt es wieder kostenlose Bürgertests. Das Landratsamt sieht einen Zusammenhang zwischen der Impfquote und dem Infektionsgeschehen für die vielen Neuinfektionen.

Aalen

Der Ostalbkreis befindet sich mitten in der vierten Corona-Welle. Denn das Virus hat sich in diesem Herbst verstärkt zurückgemeldet und rasant ausgebreitet. Innerhalb eines Monats wurden auf der Ostalb rund 3500 Neuinfektionen registriert. Fast ein Drittel davon allein innerhalb der vergangenen sieben Tage. Kein Wunder, dass die Inzidenz im Landkreis nun bei 363,0 liegt. (Stand: 15. November).

Bei einer Einwohnerzahl von 314.621 im Landkreis haben sich demzufolge etwa 1,1 Prozent der gesamten Ostälbler im vergangenen Monat mit dem Corona-Virus infiziert. Keine guten Aussichten für den Winter. Trotzdem: Einen zentralen Hotspot kann das Gesundheitsamt nicht identifizieren. „Es handelt sich um ein diffuses Infektionsgeschehen“, teilt die Sprecherin der Kreisverwaltung, Susanne Dietterle mit.

Die vierte Welle ist da

Was hat sich in den vergangenen vier Wochen geändert? Im Oktober gab es Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Baden-Württemberg befand sich in der Basisstufe – also der niedrigsten der drei Regelstufen und die Bürgertests wurden ab dem 11. Oktober für alle Bürgerinnen und Bürger kostenpflichtig.

Tragen diese Faktoren zu den vielen Neuinfektionen bei? Das Ostalb-Gesundheitsamt sieht einen anderen Zusammenhang. Und zwar zwischen der Impfquote und dem Infektionsgeschehen. „Wir sehen angesichts der vierten Corona-Welle die Notwendigkeit, dass sich eine größere Zahl an noch Ungeimpften immunisieren lässt“, so die Kreissprecherin. Deshalb umfasse die Impfkonzeption des Ostalbkreises den Verbund MIT Diak - MIT Ostalbkreis - Pop-up-Aktionen der niedergelassenen Ärzte/Hilfsorganisationen, um möglichst flächendeckend niedrigschwellige Impfangebote machen zu können. „Wir wollen auch die niedergelassenen Ärzte bei den Erst- und Zweitimpfungen und vor allem den Auffrischungsimpfungen ergänzen“, sagt Susanne Dietterle.

Das mobile Impfteam war bereits in den vergangenen Tagen im Kreis unterwegs. In Aalen wurden an zwei Impfaktionstagen rund 540 Personen geimpft. Ein Viertel der Personen, die sich einen Pieks abgeholt haben, waren Erstimpflinge, teilt Susanne Dietterle mit. Auch in Abtsgmünd machte das Impfteam am Sonntag halt. Rund 230 Personen ließen sich dort impfen.

Aber nicht nur Impfungen bieten einen Sicherheitsfaktor. Auch die Ausweitung von Testungen biete eine zusätzliche Sicherheit. Nicht nur für Ungeimpfte, sondern auch für Geimpfte oder Genesene.

Kostenlose Bürgertests wieder möglich

Und seit vergangenem Samstag hat wieder jede Bürgerin und jeder Bürger die Möglichkeit sich mindestens einmal in der Woche kostenlos testen zu lassen. Das Bundesgesundheitsministerium hat dazu eine entsprechende Verordnung am Samstag in Kraft treten lassen. Laut der Kreissprecherin gibt es im Ostalbkreis derzeit 100 Teststellen, wo sich Bürgerinnen und Bürger testen lassen können.

Wird die Fieberambulanz reaktiviert?

Um eine zentrale Anlaufstelle zu haben, gibt es in der Kreisverwaltung Überlegungen, die Fieberambulanz in der ehemaligen Musikschule in Aalen wiederzueröffnen. „Aus den Reihen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte wird uns widergespiegelt, dass hierfür angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens durchaus Bedarf gesehen wird“, berichtet die Kreissprecherin auf Nachfrage.

Impfinteresse auf der Ostalb

Das Interesse an Impfungen scheint auf der Ostalb wieder zugenommen zu haben. Stand Mittwoch, 10. November, haben 1907 Menschen eine Erstimpfung bekommen und 2167 Menschen haben sich den zweiten Pieks abgeholt. Demnach haben nun 205 371 Menschen auf der Ostalb eine Erstimpfung erhalten und 197 381 eine Zweitimpfung.

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