Corona: OB Thilo Rentschler wirft dem Gemeinderat Alarmismus vor

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Rentschler hält Sorge für übertrieben. AfD applaudiert. Asbrock vergleicht den OB mit Donald Trump.

Aalen. Aalener Rätinnen und Räte haben wieder eine Corona-Grundsatzdiskussion geführt. Anstoß dazu gab Oberbürgermeister Thilo Rentschler. Er warf dem Gemeinderat Alarmismus vor, die Pressevertreterinnen und -vertreter bat er, keine negativen Botschaften zu vermitteln.

Ausgangspunkt war der Bericht der geschäftsführenden Schulleiter im Gemeinderat. Michael Weiler und Karl Frank erzählten im Gremium von den ersten Schultagen im Corona-Modus. Viel Zeit nahm sich das Gremium anschließend, um Fragen zu stellen und Vorschläge zu machen. Zum Beispiel Raumluftreiniger zu bestellen, die Maskenpflicht auf dem Schulhof zu kontrollieren oder weitere Schulbusse einzusetzen.

Der Oberbürgermeister versuchte, die Diskussion zu beenden. An den Schulen gebe es kein Corona-Problem, Gefahr gehe eher von privaten Feiern aus. Er verwies darauf, dass Vertreterinnen und Vertreter der Presse anwesend sind und warf den Rätinnen und Räten Alarmismus vor. Applaus bekam er dafür aus den Reihen der AfD. Dann wandte er sich Richtung Pressebank: "Es darf nicht die Botschaft rausgehen, dass Aalen ein Corona-Hotspot ist."

Die Diskussion beendete der OB damit nicht, im Gegenteil. Grünen-Fraktionsvorsitzender Michael Fleischer wies den Vorwurf des Alarmismus zurück und sagte: "Wir wollen nicht Alarm schlagen, wir wollen den Alarm verhindern." Fraktionskollege Alexander Asbrock pflichtete ihm bei. Er kritisierte den Oberbürgermeister dafür, die Pandemie herunterreden zu wollen. "Dafür gibt es ein zweifelhaftes Vorbild jenseits des großen Teichs", spielte er auf US-Präsident Donald Trump an.

Bereits im Ausschuss in der vergangenen Woche hatte Rentschler eine ähnliche Diskussion begonnen. Anstoß war die Frage, warum die Saison in den Aalener Freibädern nicht verlängert worden ist. Beim Schwimmen könne man sich nicht mit Corona anstecken, weil das Wasser gechlort sei, sagte der OB. Außerdem sei die Zahl der aktiven Corona-Fälle so niedrig, dass eine Ansteckung unwahrscheinlich sei. "Beim wem wollen Sie sich denn anstecken, wenn es keine Infizierten gibt?", fragte er. Dr. Thomas Battran (Grüne) antwortete, dass das kein Grund sei, weniger vorsichtig zu sein. "Wir haben deswegen so wenige Infizierte, weil wir Vorschriften haben", sagte er.

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