Corona-Regeln gelockert: Jetzt wird wieder geheiratet

+
Die Zeit, große Feste zu feiern, ist wieder gekommen. Zahlreiche Hochzeiten werden in Aalen nun nachgeholt.
  • schließen

In den Aalener Kirchen finden nun wieder mehr Trauungen statt. Was Brautmode und Anzüge angeht, gibt es im Moment eines zu beachten.

Aalen

Der Frühling ist da, die Hochzeitssaison beginnt. Während es die vergangenen zwei Jahre coronabedingt schwierig war, ein großes Fest zu planen, scheint es nun wieder alles möglich. In Aalen wollen sich wieder mehr Paare das Ja-Wort geben. Das bestätigen katholische und evangelische Kirchengemeinde, Brautmodenstudio und Herrenausstatter.

Standesamt: Beim Aalener Standesamt bleibt der Ansturm allerdings aus. „Zwar nimmt die Zahl der Eheschließungen gerade zu, das ist aber unserer Meinung nach der Jahreszeit geschuldet und nicht den gelockerten Corona-Maßnahmen“, sagt Stephan Dürr vom Presseamt. Die Zahlen zeigen, dass in den vergangenen beiden Jahren die Zahl der standesamtlichen Eheschließungen nur leicht zurückgegangen ist. 2019, also vor der Pandemie, haben sich Dürr zufolge 319 Paare auf dem Aalener Standesamt das Ja-Wort gegeben. 2020 waren es 292 Hochzeiten. 2021 haben 269 Paare geheiratet.

Ähnlich sieht das aus, betrachtet man die Zahlen von 1. Januar bis 30. April im Vergleich. In diesem Zeitraum gaben sich 2020 auf dem Standesamt in Aalen 56 Paare das Ja-Wort. 2021 waren es 41 und dieses Jahr 49 Paare.

Evangelische Kirche: Anders ist das bei der evangelischen Kirchengemeinde in Aalen. „Es geht wieder richtig los“, sagt Pfarrer Bernhard Richter. Dieses Jahr hat er zahlreiche Hochzeiten im Kalender stehen. „Auch für 2023 gibt es bereits eine ganz große Zahl von Hochzeitsanmeldungen“, erzählt er. Da viele Paare Hochzeiten verschieben mussten und nun nachholen wollen, sei die Nachfrage nun sogar höher als noch vor der Pandemie. Auch andere Feste wie Taufen würden nun wieder vermehrt gefeiert. „Das ganze kirchliche Leben kehr zurück“, sagt er. „Das freut mich als Pfarrer.“

Dass die Zahl der standesamtlichen Eheschließungen eher konstant geblieben ist und bleibt, wundert ihn nicht. Er vermutet, dass viele Paare trotz Pandemie standesamtlich geheiratet haben und die kirchliche Trauung mit großem Fest nun nachholen. Ein Paar allerdings wolle die kirchliche Trauung nicht mehr nachholen, erzählt der Pfarrer. Ursprünglich wollten die beiden Anfang Mai kirchlich 2020 heiraten. Nachdem sie zweimal hätten verschieben müssen, hätten sie nun aufgegeben. „Dafür habe ich Verständnis“, sagt Richter.

Katholische Kirche: Auch die katholische Kirchengemeinde in Aalen verzeichnet wieder mehr Hochzeiten. Eine Pfarramtssekretärin zieht den Vergleich zu einem guten Jahr vor der Pandemie. „Auf dem Niveau sind wir fast wieder.“ Ein Drittel der Hochzeiten, die nun anstünden, seien nachgeholte Termine. Teilweise hätten Paare inzwischen ein Baby bekommen. Daher würden manche nun Hochzeit und Taufe zusammen feiern. „Die Salvatorkirche ist immer noch sehr gefragt bei den Brautpaaren“, sagt die Sekretärin. Aber auch in der Thomaskirche in Unterrombach stünden „überraschend viele“ Trauungen an. „Insgesamt stellt sich die Situation sehr positiv dar“, sagt sie. „Wir hoffen, dass es so bleibt.“

Brautmodenstudio: Bräute, die ihre Pläne verschieben mussten, kennen auch Regina Darby und Theresa Salvasohn. Im Sommer 2020 haben die beiden ihr Brautmodenstudio „ivory and blush“ auf dem Aalener Stadtoval eröffnet. Zu ihnen kommen Bräute, die bereits 2019 woanders ein Kleid gekauft haben, aber dann keine Hochzeit feiern konnten. Inzwischen passt das Kleid nicht mehr oder es gefällt nicht mehr und sie kaufen sich daher ein neues Kleid bei „ivory and blush“.

Die Hauptsaison ist für Darby und Salvasohn eigentlich schon vorbei. Von Herbst bis Frühjahr kommen Bräute normalerweise zu ihnen, um ihr Kleid für den Sommer zu kaufen. Im Moment stellen sie aber fest, dass viele Bräute kurzfristig heiraten möchten und nun noch ein Kleid für dieses Jahr kaufen möchten. „Da finden wir eine Lösung“, sagt Darby. Damit der Weg zum Traumkleid entspannter verläuft, rät Salvasohn, acht bis zehn Monate vor der Hochzeit einen Termin im Brautmodenstudio zu vereinbaren.

Herrenausstatter: Florian Friedel, Geschäftsführer von Saturn Herrenmode, empfiehlt für einen Hochzeitsanzug, etwa drei bis sechs Monate vor dem großen Tag einen Termin auszumachen. „Die Lieferzeiten sind im Moment komplizierter“, sagt er. Das führt er auf den Krieg in der Ukraine und den Stau im Hafen von Shanghai zurück. Dass Gefühl, dass wieder mehr Paare heiraten und viele Hochzeiten nachgeholt werden, hat auch Friedel. Bei Herrenmode Saturn würden im Moment mehr Anzüge nachgefragt als zu dieser Saison vor der Pandemie üblich.

Kirchlich, standesamtliche oder freie Trauung: Bräutigame lassen sich dem Geschäftsführer zufolge für alle Gelegenheiten ausstatten. Auch Gäste kommen, um sich für Feste einen neuen Anzug zu kaufen. Nicht nur für Hochzeiten, sondern auch für andere Feste, wie runde Geburtstage, die verschoben worden sind. „In allen Bereichen wird wieder gefeiert“, sagt Friedel.

Es geht wieder richtig los.“

Bernhard Richter, evangelischer Pfarrer

Kleid und Anzug rechtzeitig kaufen

Wegen der aktuellen Situation - Krieg in der Ukraine und Stau am Hafen von Shanghai - sind die Lieferzeiten im Moment lang. Regina Darby und Theresa Salvasohn vom Brautmodenstudio „ivory and blush“ auf dem Stadtoval empfehlen, acht bis zehn Monate vor der Hochzeit einen Termin bei ihnen zu vereinbaren. Für einen Hochzeitsanzug rät Florian Friedel von Herrenmode Saturn am Spritzenhausplatz, drei bis sechs Monate vorher einen Termin zu vereinbaren.

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

Kommentare