Corona: Sonnenhaus ist zu

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Nichts mehr los im "Sonnenhaus": 30 Kinder und acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des evangelischen Kindergartens sind in Quarantäne. Ein Kind ist bisher mit der britischen Virusvariante infiziert.
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Der Kindergarten im Hüttfeld ist komplett geschlossen. Auch in der Kita "Milanweg" gab's einen Coronafall, eine Gruppe ist in Quarantäne.

Aalen

Am Montag herrschte Gewissheit im "Sonnenhaus" im Hüttfeld: Die Einrichtung muss geschlossen werden. "Eines der Kinder wurde mit einem PCR-Test positiv auf die englische Mutation getestet", erklärt Regina Schlipf. Sie ist stellvertretende Kirchenpflegerin und zuständig für die evangelischen Kindergärten in Aalen. Die Folge: 30 Kinder und acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen bis Mitte kommender Woche in Quarantäne. Bekannt geworden war die Infektion durch einen positiven Coronatest der Eltern, wie Regina Schlipf sagt.

Mutation im Kindergarten

Das "Sonnenhaus" gehört mit zu den ersten Kindergärten in Aalen, die aufgrund eines Coronafalls mit Mutation schließen mussten. Auch im städtischen Kindergarten "Milanweg" in Aalen wurde am Montag ein Kind positiv auf die britische Variante des Virus getestet. Dies gibt Susanne Dietterle, Sprecherin des Landratsamts, auf Anfrage bekannt. 22 Kinder, vier Erzieherinnen und Erzieher und ein Azubi seien bis Mitte kommender Woche in Quarantäne, bilanziert Susanne Dietterle. Ob es in der Kita weitere Fälle gibt, ist zunächst unklar. Die Tests werden demnach noch durchgeführt.

Eigentlich, so besagte es bisher die Coronaverordnung, müssten nun die Kontaktpersonen der Kontaktpersonen ebenfalls für 14 Tage in Quarantäne, das bedeutet Eltern und Geschwister der Kindergartenkinder. Doch der Verwaltungsgerichtshof Mannheim (VGH) hat am Mittwoch die Regelung des Landes außer Vollzug gesetzt, nun müssen nur noch Kontaktpersonen ersten Grades daheim bleiben (mehr dazu in der Infobox).

Es steht eine große Angst im Raum.

Regina Schlipf stellvertretende Kirchenpflegerin

Tests in Essingen

Zurück zum "Sonnenhaus": Weitere Infizierte gebe es im Kindergarten im Hüttfeld bisher nicht, sagt die Kirchenpflegerin. Anfang der Woche seien Kinder und Eltern in der Gemeinschaftspraxis Dr. Esber/Dr. Esber-Schimmel in Essingen getestet worden.

Die Kindergärten für alle zu öffnen, dies hält Regina Schlipf für den falschen Weg. "Es war schon schwer, eine Notbetreuung zu gewährleisten, da viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Risikogruppe gehören", sagt sie. Ein Teil sei bereits geimpft, ein anderer nicht. "Es steht eine große Angst im Raum." Im U-3-Bereich etwa sei die Arbeit mit Maske kaum möglich. Bei der Versorgung oder in der Eingewöhnungsphase eines Babys könne diese nicht getragen werden, sagt Regina Schlipf. Auch die Hygienevorschriften seien aufwendig – und wichtig, wie sie hinzufügt. Jedes Kind müsse morgens an der Tür abgeholt werden, damit die Eltern die Räume nicht betreten, erklärt die Kirchenpflegerin, die fünf evangelische Kindertagesstätten der Aalener Kirchengemeinde betreut.

Gericht kippt Quarantänepflicht

Die Quarantäne: Ab sofort müssen in Baden-Württemberg Kontaktpersonen von Kontaktpersonen nicht mehr in Quarantäne. Der Verwaltungsgerichtshof Mannheim (VGH) hat am Mittwoch die Regelung des Landes vorläufig außer Kraft gesetzt. "Das bedeutet, dass sich automatisch alle Haushaltsangehörigen von Kontaktpersonen der Kategorie I nicht mehr länger in 14-tägiger Quarantäne befinden und durch das Gesundheitsamt schnellstmöglich über das Ende ihrer Absonderung in Kenntnis gesetzt werden müssen", teilte das Landratsamt am Mittwochnachmittag mit. Für Kindertagesstätten etwa bedeutet dies konkret: Nur betroffene Kinder und deren Erzieherinnen und Erzieher müssen in Quarantäne – Eltern und Geschwister nicht. Die Kommunen seien vom Landratsamt über den vom VGH veröffentlichten Beschluss informiert worden, so das Landratsamt.

Die Dauer: Kontaktpersonen der Kategorie 1 müssen 14 Tage in Isolation.

Die "Detektivarbeit": Was passiert, wenn ein Kind im Kindergarten oder der Schule positiv auf Corona getestet wird? Schließt dann die ganze Einrichtung? Oder nur ein Teil? "Das ist eine kleine Detektivarbeit", sagt Susanne Dietterle, Sprecherin des Landratsamts. Es sei immer eine Einzelfallentscheidung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamts verschaffen sich einen Überblick über die Tagesstruktur, prüfen, ob sich Gruppen oder Klassen im Alltag begegnen, wie Dietterle sagt. Dann werde entschieden, ob eine bestimmte Gruppe in Quarantäne kommt oder die komplette Einrichtung.

Die Tests: Eine Empfehlung für Corona-Schnelltests in Kitas gebe es von der Regierung bisher nicht, sagt Dietterle. Daher gebe es dieses Angebot vorerst auch nicht in Einrichtungen in der Region.

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