Coronatests: auch hier explodieren die Zahlen

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Nach 15 Minuten auf dem Handy. Das Ergebnis eine Antigen-Schnelltests, schon in der Corona-Warn-App hochgeladen.
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3G am Arbeitsplatz und 2Gplus bei Veranstaltungen. Wie sich das auf Apotheken und Testcenter auswirkt und ob es überhaupt noch genug Testmöglichkeiten gibt.

Aalen

Es ist explodiert", sagt Birgit Hölzer. Diesmal geht es allerdings nicht um die Corona-Infektionszahlen. Vielmehr geht es um die Zahlen für Antigen-Schnelltests. Seitdem am Arbeitsplatz 3G und für viele Kulturveranstaltungen 2Gplus vorgeschrieben ist, gibt es wieder Schlangen vor den Testcentern. Auch Apothekerin Birgit Hölzer und ihre Kolleginnen von der Gaia Apotheke im Aalener Kaufland testen wieder 20 bis 30 Menschen pro Tag. Nachmittags an zwei bis drei Stunden. "Mehr ist nicht drin", sagt Hölzer. "Es ist ja ein Zusatzangebot, dass wir zu den eigenen Leistungen mit anbieten. Die andere Arbeit soll nicht in Mitleidenschaft gezogen werden", erklärt sie dazu. "Wir machen das aber sehr gerne, so lange das unsere Kapazitäten zulassen." Apothekerin Dorothee Salzer-Korkut von der Stern-Apotheke in der Innenstadt ist dagegen, anders als vor ein paar Monaten, diesmal nicht dabei, wenn es darum geht, Tests anzubieten. "Bei diesen Temperaturen geht es im Zelt einfach nicht", sagt sie.


Termine für Schnelltests kann man in der Gaia-Apotheke online buchen, ebenso wie bei mittlerweile fast allen anderen Apotheken und Testcentern, die diese anbieten. Eines davon steht auf dem Toom-Parkplatz. Dort bei "Alpentest" reihen sich am Donnerstagmittag sieben Frauen nacheinander in der Schlange eine. Darunter auch die schwangere Julia Mayer. "Ich brauche den Schnelltest für die Geburtsvorbereitung", sagt sie. Auch wenn sie zweimal geimpft sei, müsse sie sich jetzt zusätzlich testen. Ebenso wie Astrid Dehoust, die abends ins Theater will. "Ich habe den Termin online gebucht", sagt sie. Allerdings zweifle sie schon ein wenig daran, ob ältere Menschen sich damit so leichttun würden.


Ist man einmal getestet, muss man nicht warten. Nach einer Viertelstunde ist das Ergebnis mit QR-Code auf dem Handy und es kann in der Corona-Warn-App und oder der Luca-App gespeichert werden. Bis zu 150 Tests würden nun allein bei "Alpentest" an manchen Tagen gemacht werden. "Schon seit es kostenlos ist, sind es wieder viel mehr", sagt Saskia Hänle, die vor Ort die Tests auswertet. Dass manche sich viermal in der Woche kostenlos testen können, sei aktuell nicht zu verhindern. "Die Zahlungsfunktion gibt es bei diesen Tests gar nicht mehr". Gebe es sie, würde es Antigen-Test 14,99 Euro kosten, der PCR-Test kostet 63 Euro. "Es gibt auch wieder mehr positive Fälle", fügt sagt Saskia Hänle. Auch unter Geimpften. Ob nun geimpft oder nicht, wer Symptome zeigt, dem fehlt aktuell als eine Anlaufstelle die Fieberambulanz in der ehemaligen Musikschule in der Hegelstraße. Seit Sommer ist sie geschlossen. Nun ist zu hören, dass dort vielleicht schon ab nächster Woche eine Infektsprechstunde als Ersatz angeboten werden soll.

Die Angebote für Schnelltests aber würden aktuell noch ausreichen, so die Antwort auf Nachfrage beim Landratsamt Ostalbkreis. "Die Kapazitäten sind schon relativ groß", sagt Pressesprecherin Susanne Dietterle. Über 100 Anbieter gebe es im Ostalbkreis. "Und nun kommen auch täglich wieder neue dazu", sagt sie. Trotzdem habe man auch "Alternativen im Ärmel", wenn die jetzigen Angebote nicht mehr ausreichen würden. Noch keine Tests macht aktuell das DRK. Man sei momentan mit dem Einsatz fürs Impfen beschäftigt, so Geschäftsführer Matthias Wagner. Er schließe aber nicht aus, dass man zeitnah auch wieder Tests anbieten werde.

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