Covid-19: Novavax ist da, nur wenige lassen sich impfen

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Der Corona Impfstoff Novavax.
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Seit diesem Montag gibt es den Proteinimpfstoff auch im Ostalbkreis. Wie bisher die Resonanz an den beiden Impfstützpunkten ist.

Aalen

Das Wartezelt vor dem Aalener Impfstützpunkt - verwaist. Von einer Schlange Impfwilliger keine Spur. Dabei gibt es ab diesem Montag den Impfstoff, auf den viele, die sich bisher noch nicht den Piks geholt haben, warten wollten: Nuvaxovid von Novavax, ein Proteinimpfstoff.

Bereits seit Ende Februar hat das Landratsamt Ostalbkreis eine Online-Terminvergabe für diesen Impfstoff freigeschaltet. Die Resonanz - eher verhalten. Man habe bisher 63 angemeldete Impflinge für den Impfstützpunkt Aalen und 36 in Schwäbisch Gmünd für diese Woche, berichtet die Pressesprecherin des Landratsamtes Susanne Dietterle am Montagnachmittag. In den Heimen und bei den ambulanten Diensten habe man bisher 35 Personen, in den Kliniken 26 geimpft. „Man hatte sich mehr erhofft“, sagt Susanne Dietterle.

Novavax ist zunächst für die „einrichtungsbezogene Impfpflicht“ vorbehalten. Für diejenigen, die dort arbeiten, keine Impfgegner seien, aber den neuen mRNA-Impfstoffen wie Biontech und Moderna kritisch gegenüber stehen, so Dietterle. Verimpft wird der Proteinimpfstoff momentan ausschließlich in den Impfstützpunkten Aalen und Schwäbisch Gmünd - nicht in Praxen oder Apotheken. Bestellt und bekommen hat der Landkreis 5100 Dosen - 50 Prozent davon müssen für die Zweitimpfung vorgehalten werden.

Meldeportal ab nächster Woche

Die „einrichtungsbezogene Impfpflicht“, die Patientinnen, Patienten und Pflegebedürftige besser vor einer Covid-19-Infektion schützen soll, gilt ab dem 16. März. Deshalb müssen Beschäftigte in Einrichtungen des Gesundheits- und Pflegebereichs bis spätestens 15. März ihrem Arbeitgeber melden, dass sie geimpft oder genesen sind oder aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können.

„Ab nächste Woche wird es dazu ein landesweites Meldeportal geben“, sagt Susanne Dietterle. Hier müssen die Arbeitgeber dann angeben, welche Mitarbeiter nicht geimpft sind. Das Land meldet diese wiederum an die jeweiligen Landratsämter, und dann starte das „Verwaltungsverfahren“, so Dietterle.

Inzidenz weiter hoch

Bis zu 92 Prozent der Beschäftigten in den Kliniken des Ostalbkreises seien mittlerweile geimpft. Pflegeheime und weitere Heime habe man bereits vor einigen Wochen angeschrieben - auch bezüglich von Booster-Impfungen und einer vierten Impfung. „Die Rückmeldungen waren sehr bescheiden“, berichtet Susanne Dietterle. Durch die Öffnungsschritte, so vermutet sie, sei der Druck, sich zu impfen, offenbar gesunken.

Dem entgegen steht, dass die Inzidenzzahlen im Kreis nicht rückläufig sind. „Die Lage an den Kliniken entspannt sich aber“, sagt Susanne Dietterle. 70 Prozent der Erkrankten seien mit, aber nicht wegen Corona in der Klinik. Trotzdem: es habe auch Einzelfälle gegeben, bei denen junge ungeimpfte Menschen an Covid-19 verstorben seien.

Der neue Impfstoff im Steckbrief

  • Seit dem 20. Dezember 2021 ist der Impfstoff Nuvaxovid des Herstellers Novavax in der EU zugelassen. Die STIKO empfiehlt den Impfstoff zur Grundimmunisierung von Personen ab 18 Jahren. Hierbei sind zwei Impfstoffdosen im Abstand von mindestens 3 Wochen zu geben. Die Anwendung von Nuvaxovid während der Schwangerschaft und Stillzeit wird zum jetzigen Zeitpunkt nicht empfohlen.
  • Nuvaxovid führt häufig zu lokalen und systemischen Impfreaktionen, die über wenige Tage anhalten können und ähnlich stark sind wie nach Impfung mit den anderen COVID-19-Impfstoffen. Die Zulassungsstudien ergaben keine Sicherheitsbedenken hinsichtlich schwerer unerwünschter Wirkungen nach Impfung. Die STIKO stellt fest, dass die Datenlage zu Nuvaxovid noch limitiert ist.
    Quelle: www.rki.de (4.März 2022)

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