Das große Warten auf Schnelltests

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Von dieser Situation können andere Kommunen nur träumen: An der Kocherburgschule in Unterkochen gibt's derzeit genug Tests, Schulen in anderen Städten harren der Dinge und warten noch auf die vom Land besprochene Lieferung der Tests.
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  • Jürgen Kunze
    Jürgen Kunze
  • Dagmar Oltersdorf
    Dagmar Oltersdorf

Schnelltests sind ab Montag an Schulen verpflichtend. Weil einige Kommunen noch auf Lieferungen des Landes warten, ergreifen sie jetzt die Initiative.

Aalen

Schauen wir mal", sagt der Bopfinger Bürgermeister Gunther Bühler immer wieder. Noch wartet die Kommune – auf Schnelltests für Schulen und Lehrer. Und auf die Antwort der Frage, ob in der kommenden Woche der Unterricht für alle Klassen wie geplant im Wechselunterricht stattfinden kann.

Nach Ostern, so hieß es, werde das große Testen an Schulen losgehen. Die große Testkampagne solle Fahrt aufnehmen. In dieser Woche sollte das Testen für alle Anwesenden noch auf freiwilliger Basis erfolgen, ab nächster Woche dann ein negatives Testergebnis die Voraussetzung für die Teilnahme am Unterricht sein. So könnte man Schulen wieder öffnen, den Unterricht für alle sicherer machen. Großes Manko: Die Schulen wurden nun diese Woche nicht wie geplant weiter geöffnet, es sind wieder nur Abschlussklassen und Schüler in der Notbetreuung vor Ort. Ob da aufgrund der Entwicklung der Infektionszahlen ab 19. April alle anderen Klassen folgen werden, ist noch fraglich.

In einigen Kommunen wartet man derzeit auf die versprochenen Pakete des Landes. In Bopfingen reichen laut Bühler die Tests gerade einmal für eine Woche, "dann hoffen wir auf neue Lieferungen." Der Schultes bekräftigt: "Wir schauen uns sicherheitshalber auch selbst nach Lieferanten um." In Bopfingen sind etwa 170 Lehrkräfte und städtische Mitarbeiter an den Schulen zu berücksichtigen hinzu kommen etwa 1500 Schüler. Für diese Woche braucht die Stadt etwa 300 Tests, aber kommendem Montag dann etwa 1900 pro Woche.

Auch die Stadt Ellwangen verlässt sich nicht allein auf die Tests des Landes: Ellwangen hat im März 1500 Schnelltest-Kits auf eigene Rechnung geordert, um Lieferengpässe des Landes überbrücken zu können. Dies bestätigte der Pressesprecher der Stadt Ellwangen, Dr. Anselm Grupp. Der Markt für solche Tests wurde und wird weiterhin sondiert und weitere Kits wurden bereits geordert.

Der genaue Bestellstand der erwarteten Lieferungen aus Land und Kreis sowie der weiteren auf eigene Initative bestellten Kits wird im Laufe des Dienstags Gegenstand auf der Schulleiterkonferenz der Schulen der Stadt sein und mit den Schülerzahlen abgeglichen, die für Präsenzunterricht vorgesehen sind.

Danach erst können belastbare Aussagen getroffen werden, wie lange die vorhandenen Tests reichen werden, so Grupp.

Dass die Tests ab kommendem Montag verpflichtend sein sollen, wird im Allgemeinen befürwortet. "Wenn es überhaupt Sinn machen soll, muss es verpflichtend sein", findet Gunther Bühler. Sonst fehlen die verlässlichen Ergebnisse. Anita Stark, die Schulleiterin der Kocherburgschule in Unterkochen stimmt dem Bopfinger Bürgermeister zu: "Ich bin froh, dass die Verpflichtung kommt. So gibt es Sicherheit für alle Beteiligten."

Wir schauen uns sicherheitshalber nach Lieferanten um.

Gunter Bühler Bürgermeister Bopfingen

An der Gemeinschaftsschule in Unterkochen ist die Lage gut. Es seien genug Tests vorhanden, versichert die Rektorin. Noch vor Ostern seien gleich zwei Lieferungen angekommen. Von den anwesenden Schülern hätten auch alle die unterschriebene Einwilligungserklärung der Eltern. Und Stark ist zuversichtlich, dass die auch beim Großteil der anderen Schüler nächste Woche kommen wird.

Denn wer die nicht vorweist, wird wieder nach Hause geschickt. Da keine Präsenzpflicht besteht, haben die Eltern die Alternative, ihre Kinder weiterhin ohne Testung im Fernunterricht zu belassen. Bei den Schülern ab der 5. Klasse wird gemeinsam im Klassenzimmer getestet. "Die Schüler haben eine Maske auf, gehen an ihren Platz", erzählt Stark. Erst dann nehmen sie für einen kurzen Moment die Maske ab, machen den Abstrich im vorderen Nasenbereich und warten ihr Ergebnis ab. Wer ein positives Ergebnis hat, wird aus der Klasse geholt, die Eltern informiert und ein PCR-Test muss folgen. "Wir haben das schon mit der Arztpraxis von Kieninger, Maas und Strähle abgeklärt, dass wir nur noch anrufen brauchen und Eltern und Kind in so einem Fall sofort vorbeikommen können."

In den Grundschulen sollen die Eltern ihre Kinder zu Hause testen. "Wir erachten es für die Kleinsten als wenig sinnvoll, im Klassenverband zu testen. Da werden einzelne Kinder möglicherweise stigmatisiert, wenn sie positiv getestet werden", so Bühler. Nachdem die Kinder dann zunächst durch die Lehrkraft in einen extra Raum gebracht werden sollen, bekommen das ja alle mit. Das finden wir nicht gut bei Kindern zwischen sechs und zehn Jahren. Bei den Essinger Grundschülern werden die Schüler kleingruppenweise in einen vorbereiteten Testraum geholt und dort von geschultem Schulpersonal getestet.

Ab Klasse 5 soll dann im Klassenverband getestet werden. An allen Schulen wurden bereits Lehrkräfte geschult, wie die richtige Testung vonstatten gehen muss.

Die Stadt Oberkochen hat sich bereits vor den Osterferien im Rahmen eines kreisweiten Pilotprojekts zur Testung von Schülerinnen und Schülern angemeldet. "Hierzu haben wir über eine Sammelbestellung des Ostalbkreises eine gewisse Menge an Schnelltests bestellt, die vorläufig für den Monat April ausreichen", sagt Peter Traub. Und der Bürgermeister weiter: "Ab der nächsten Woche müssen an der Dreißentalschule, der Sonnenbergschule und dem Ernst-Abbe-Gymnasium insgesamt etwa 320 Schüler zweimal wöchentlich getestet werden, das sind also 640 Tests pro Woche."

Falls der Wechselbetrieb für alle Klassen beginnt, benötigt Essingen bei bis zu 430 Schülern je einen Test wöchentlich, da die Schüler am ersten von zwei beziehungsweise drei aufeinander folgenden Präsenztagen getestet werden sollen. "Zu den rund 430 Schülertests werden circa 100 Tests für Schulpersonal, das zweimal wöchentlich getestet werden muss, benötigt", so Hannes Veit, der stellvertretende Hauptamtsleiter.

In Aalen sind an den Schulen sind noch Tests vorhanden, berichtet Karin Haisch, Pressesprecherin der Stadt. Am Montag sei vom Land eine erste Teillieferung angekommen und am Donnerstag kommt die zweite, die aktuell durch die Amtsboten an die Schulen verteilt wird.

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