Das Leben mit der Dauer-Baustelle

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Fünf Monate sollen die Leitungsarbeiten in der Hegelstraße dauern. Eine Vollsperrung sorgt zwar für Ruhe, bringt aber auch Unannehmlichkeiten für die Anwohner.

Aalen

Eigentlich sind es nur 150 Meter. Eigentlich sollen nur ein paar Leitungen und Rohre neu verlegt werden. Eigentlich – doch ganz so einfach ist es dann doch nicht. Für fünf Monate ist die Hegelstraße auf einem kurzen Teilstück voll gesperrt. Zwischen den Absperrungen von Schellingstraße und Kantstraße ist anstatt Straße nur noch Bagger, Laster und jede Menge Schotter und Staub. Seit 25. Mai bis Ende Oktober finden hier umfangreiche Leitungsarbeiten statt, die rund 600 000 Euro kosten.

Das Kuriose daran: Immer in kurzen Abschnitten werden Löcher gegraben, an Rohren und Leitungen gearbeitet. Die Löcher werden wieder geschlossen, kurz darauf passiert dasselbe an anderer Stelle. Ist es das, was die Bauarbeiten so in die Länge zieht?

Abfluss muss funktionieren

"Die Kanalarbeiten werden immer in kurzen Abschnitten ausgeführt, um den Abfluss des Abwassers jederzeit gewährleisten zu können", lässt Igor Dimitrijoski, Pressesprecher der Stadtwerke Aalen wissen. Das passiert in jeweils etwa drei Meter langen Abschnitten, was der Länge der Rohre entspricht.

Begonnen wurde mit dem Austausch des Mischwasserkanals, parallel wurde eine Zubringerleitung erneuert. "Im Zuge der Neuverlegung müssen immer sofort alle bisherigen Zuläufe, aus Gebäuden und Straßeneinläufe, eingebunden werden", so der Pressesprecher weiter.

Für die Anwohner ist das zwar lästig, aber hat auch Vorteile, wie Petra Petrogalli sagt: "Wir genießen das richtig." Denn abends, wenn beide von der Arbeit nach Hause kommen, sei es so ruhig in der Hegelstraße, wie selten zuvor. Endlich könnten sie und ihr Mann draußen sitzen und die Vögel wieder zwitschern hören – wie früher. Denn in den vergangenen 20 Jahren, in denen das Ehepaar nun in der Straße wohnt, habe der Verkehr stark zugenommen.

Die Hegelstraße hat sich zu einer wichtigen Verbindungsstrecke zwischen oberem Grauleshof und Stadt entwickelt, manch einer spart sich mit der Fahrt durch die Hegelstraße auch das nervige Warten an den Ampeln in der Ziegelstraße.

Durchgangsverkehr nervt

"Wir haben mittlerweile viel Durchgangsverkehr", so Petrogalli. Gerade morgens und abends sei besonders viel los. Und da werde oft nicht gerade langsam gefahren, sondern aufs Gas gedrückt und das, obwohl Kindergarten und Grundschule nicht weit sind.

Zwar ist der Abschnitt für den Durchgangsverkehr gesperrt, für die Anwohner wird aber darauf geachtet, dass stets eine Zufahrt von einer der beiden Straßenseiten möglich ist. Und nicht nur für die Anwohner, auch die Müllentsorgung muss funktionieren, im Notfall muss der Rettungsdienst zum Einsatzort gelangen.

Momentan ist für einige Anwohner die Zufahrt zu ihren Häusern jedoch nicht möglich. Denn die Arbeiten für Kanal- und Wasserleitung wurden bereits abgeschlossen, derzeit finden Grabarbeiten für die Stromversorgung und Telekommunikation auf einer Gehwegseite statt, die noch bis Ende Juli dauern sollen.

"Seit dieser Woche können wir nicht mehr ans Haus fahren", berichtet Stephanie Schiano. Direkt vor ihrer Einfahrt ist der Gehweg aufgerissen, ein Übergang für Fußgänger ist eingerichtet. "Die Bauarbeiter haben uns rechtzeitig und sehr freundlich darauf hingewiesen, dass wir nun woanders parken müssen", erzählt die Anwohnerin. Für sie, die gerade den ganzen Tag zu Hause ist, ist diese Baustelle natürlich ziemlich laut. Vor allem, als der Asphalt aufgerissen wurde. Aber sie arrangiert sich damit: "Es muss ja irgendwann mal gemacht werden."

Ein Ende ist in Sicht

Die Stadtwerke bitten um Verständnis, sollten sich Anwohner allzu sehr gestört fühlen: "Grundsätzlich werden Baumaßnahmen immer aus Gründen der Versorgungssicherheit erledigt und die kommt am Ende jedem Anwohner zugute", so Dimitrijoski. Eine Pause bekommen alle Anwohner während der Handwerkerferien vom 3. bis 21. August, wenn die Arbeiten ruhen.

Bereits ab 27. Juli soll die Straße langsam wieder zu ihrer Form zurückkehren, eine behindertengerechte Querungshilfe und eine ebenfalls behindertengerechte Bushaltestelle werden eingerichtet. Und nach momentanem Stand können die Bauarbeiten auch bis zum anvisierten 31. Oktober fertig werden, so die Meldung der Stadtwerke.

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