Das sagen die Fraktionen zum Bahnhalt West

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Die Essingen wollen eine Reaktivierung des örtlichen Bahnhofs.

Grüne und SPD sind für zusätzlichen Halt in Essingen, distanziert sich von Äußerungen Rentschlers.

Aalen. Zur Diskussion um den Bahnhalt Aalen-West äußern sich drei Fraktionen im Gemeinderat: Grüne, SPD und FDI. Zum Hintergrund: Im Essinger Gemeinderat war die Forderung laut geworden, den Essinger Bahnhalt anstelle zu reaktivieren, anstelle den neuen Bahnhalt West auf Höhe Möbel Rieger zu bauen. Aalens OB Thilo Rentschler hatte daraufhin die Argumentation der Essinger „unseriös“ genannt. So reagieren nun drei der Aalener Gemeinderatsfraktionen:

Grüne: Die Aalener Gemeinderatsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen fordert, alles daran zu setzen, den neuen Bahnhalt West zeitnah zu bauen. Dieser S-Bahnähnliche Haltepunkt biete eine direkte Bahnanbindung der Weststadt für Pendler, Anwohner und Studierende, außerdem für Beschäftigte und Kunden des Gewerbegebiets Aalen-West.

„In anderen Städten schleckt man sich (...) die Finger nach Wohnlagen mit S-Bahn-Anschluss“, schreiben die Grünen in einer Pressemitteilung. Der Bahnhalt Aalen-West habe auch in der näheren Umgebung von den möglichen Haltepunkten das größte Fahrgastpotential

Jetzt müsse es darum gehen, gemeinsam eine ebenso umweltfreundliche Anbindung an das umweltfreundliche Verkehrsmittel Bahn zu schaffen. Das liege dann gleichermaßen im Interesse des Klimaschutzes wie der Anwohner.

Gute und sichere Fuß- und Radwege zum Bahnhalt, eine große überdachte Fahrradabstellanlage mit Schließfächern sowie ein attraktiver ÖPNV-Anschluss des Bahnhalts an die Wohngebiete und die Hochschule seien Gebot der Stunde. In Verbindung mit maßvollen Flächen für Parkplätze biete das die Gewähr für einen maximalen Umstieg der Zugbenutzer auf alternative Verkehrsmittel auch auf dem Weg zum Bahnhaltepunkt. „Wenn Essingen auch einen Bahnhaltepunkt haben will, ist das zu begrüßen, aber nur zusätzlich“, schreiben die Aalener Grünen im Gemeinderat. „Dann kann man an einem Strang ziehen.“ Zu versuchen, der Stadt Aalen bei dem bereits aufs Gleis gesetzten Vorhaben dazwischen zu grätschen, sei dagegen für Essingen kontraproduktiv, nicht im Sinne der Zusammenarbeit in der Region und schon gar nicht einer klimafreundlichen Verkehrspolitik.

SPD: Für die Aalener SPD-Fraktion ist weiterhin klar, dass der Bahnhalt Aalen-West so schnell wie möglich gebaut werden müsse. Das geht aus einer Pressemitteilung der Fraktion hervor. Dort heißt es weiter: Für die 13 500 Bürgerinnen und Bürger im Einzugsgebiet des Bahnhaltes, mit dem Pendlerverkehr von und nach Stuttgart, dem angrenzenden Gewerbegebiet sowie der nahen Hochschule, habe der Bahnhalt West ein hohes Potenzial. „Die Möglichkeit so viele Menschen auf einmal an das Bahnnetz anzubinden müssen wir als Stadt weiterhin ergreifen“, schreibt die SPD. Und weiter: „Dabei haben wir als SPD-Fraktion neben der umweltfreundlichen Anbindung eines gesamten Stadtteils vor allem die gesteigerte Mobilität für Menschen im Blick.“

Die schnelle, unkomplizierte und bezahlbare Erreichbarkeit der Arbeitsplätze, von Freizeiteinrichtung und des eigenen Zuhauses sei in erster Linie eine soziale Frage. „Wir müssen allen Bürgerinnen und Bürgern und gerade auch denen, die auf Bus und Bahn angewiesen sind, die bestmögliche Mobilität ermöglichen.“ Dass die Zahlen für einen Bahnhalt Aalen-West sprechen, widerspricht aus Sicht der SPD-Fraktion nicht der zukünftigen Erweiterung um einen Bahnhalt Essingen, dem dir SPD-Fraktion als mögliche Ergänzung zum Bahnhalt Aalen-West positiv gegenübersteht.

FDI : Norbert Rehm beantragt für die FDI-Fraktion, dem Gemeinderat in der Sondersitzung an diesem Mittwoch, 4. August, eine Resolution zur Diskussion und Annahme vorzulegen. Bezug nimmt er dabei auf die Pressemitteilung Rentschlers, in der er die Argumentation der Essinger Gemeinderäte „unseriös“ genannt hatte. Rehm beantragt, dass der Gemeinderat der Stadt Aalen festhält, dass er „sehr an guten, freundschaftlichen und nachbarschaftlichen Beziehungen mit unseren Nachbargemeinden interessiert“ sei. Und weiter: „Der Gemeinderat der Stadt Aalen bedauert die völlig unangebrachten Äußerungen des scheidenden Aalener Oberbürgermeisters Rentschler.“ Unqualifizierte und unsachliche Angriffe auf Nachbargemeinden und deren ehrenamtlich tätige Gemeinderäte stünden Rentschler nicht zu.

Rehm beantragt, dass der Rat sich von den Äußerungen des OB distanziert: „Der Gemeinderat der Stadt Aalen stellt fest, dass diese Äußerungen mit keinem Gremium der Stadt Aalen abgestimmt sind und auch nicht die Meinung des Gemeinderats widerspiegeln.“ Rehm fordert außerdem, das Thema Bahnhalt West in dem dafür zuständigen Planungsgremium, der Verwaltungsgemeinschaft Aalen-Essingen-Hüttlingen, erstmals zu diskutieren. Der Gemeinderat der Stadt Aalen sei sich seiner Verantwortung als Mittelstadt mit oberzentralen Funktionen auch für die Nachbargemeinden bewusst, schreibt Rehm.

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