Dem globalen Klimawandel lokal begegnen

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Jubel-Demo zum einjährigen des Aalener Klimaentscheid.
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Klimakrise Ein Jahr ist vergangen, seit die Stadt Aalen beschlossen hat, klimaneutral zu werden - was sich bislang getan hat und was sich noch tun muss.

Aalen

Vor einem Jahr, am 28. Oktober 2021, fasste der Aalener Gemeinderat mit großer Mehrheit den Entschluss, dass Aalen bis 2035 klimaneutral werden solle. Dies geschah auf Antrag der gleichnamigen Bürgerinitiative. Anlass genug für eine Kundgebung und eine Diskussionsrunde genau zum Jahrestag.

So trafen sich am Freitag rund 30 Klimaaktivisten am Marktbrunnen und zogen in einer kleinen Demonstration vor das Rathaus. Dort machten Redner der Initiative in kurzen Statements auf die Auswirkungen des massiven Klimawandels aufmerksam.

Die Auswirkungen

Sie nannten Wassermangel, Hunger in vielen Teilen der Welt, steigende Temperaturen, Katastrophen und anderes mehr. Und sagten auch, was bis 2035 erreicht werden müsse, um das zu verhindern. Wie „es gibt keinen Plastikmüll mehr“, „der Mensch lebt in Einklang mit der Natur und allen Lebewesen und beutet sie nicht mehr ohne Rücksichten aus“, „der Temperaturanstieg wurde fast gestoppt“. Margarete Rödter sagte, der Mensch müsse sich als Teil der gesamten Schöpfung sehen, und seinen Lebensstil entsprechend ändern. Antonia Giewekemeyer forderte verstärkten Lobbyismus für das Klima, denn „ökonomischer Klimaschutz lohnt sich letztlich“.

Der Klimaentscheid

Anschließend trafen sich Vertreter aus Lokalpolitik, von Naturschutzorganisationen und der Initiative Klimaentscheid sowie interessierte Bürger im Rathaus zu einer Diskussionsveranstaltung. Moderatorin Daniela Dorrer, Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik in der Stadtverwaltung, blickte kurz zurück auf die Entwicklung des Klimaentscheids des Gemeinderats. 1211 Unterschriften waren für den Antrag gesammelt worden.  

Oberbürgermeister Frederick Brütting bedankte für den Anstoß und die Impulse für die ersten Beschlüsse der Stadt. Es sei schon einiges getan worden, einiges in Planung und Vieles sei noch zu tun – was auch große Anstrengungen erfordere. Aber immer mehr Bürger und Gewerbe und Industrie seien bereit, etwas zu tun. „Wenn bereits 1 Grad Temperaturanstieg die Wirtschaftsleistung um 5 Prozent mindert, lohnt sich das“, sagte er. Die Stadt stelle in den nächsten Jahren Mittel für verschiedene Maßnahmen und Förderungen bereit. Mitglieder des „Klimaentscheid“ stellten ihre Arbeit mittels Vorlesen ihres intensiven Online-Nachrichtenaustausches im vergangenen Jahr vor – und wurden mit viel Beifall und Lachern belohnt.

Die Diskussionsrunde

In einer ersten Diskussionsrunde bestätigten Brütting, Thomas Wagenblast (CDU-Fraktionsvorsitzender), Hermann Schludi (SPD-Fraktionsvorsitzender), Christa Klink (Linke), Mathias Wagner (Klimaentscheid), Werner Gottstein (BUND)  und Gabriele Springer (Ehrenamtliche im Klimaschutz) die Wichtigkeit dafür, bis 2035 klimaneutral zu werden. Wagner und Klink meinten „es geht zu langsam“. Einhellig waren sie der Meinung, man müsse alle Bürger mitnehmen und dürfe niemand überfordern. Nötig seien gezielte Unterstützungen. Klimaschutz dürfe kein Luxus sein, Mobilität müsse erschwinglich sein. In der zweiten Runde waren Jürgen Opferkuch (Freie Wähler), Michael Fleischer (Fraktionsvorsitzender Grüne), Wirtschaftsbeauftragter Felix Unseld, Maja Kothe (Grünflächenamt und Mobilität) dabei. Kothe sagte, man müsse in Sachen Klimaschutz neue Wege gehen, um die Stadt widerstandsfähiger zu machen, Unseld bestätigte, dass Unternehmen „etwas tun wollen“, das sei eine Chance für den Wirtschaftsstandort. Man müsse aber besonders kleinere Unternehmen beim Wandel unterstützen. Beide meinten, Pilotprojekte seinen genau so nötig, wie realistisch erreichbare Ziele.

Das Fazit

Bei der abschließenden Fragerunde wurde Brütting aufgefordert, weitere Stellen in Verwaltung und Stadtwerke zu schaffen. Er sagte, das habe man schon getan, es sei aber schwierig, Personal zu finden. Auch Versiegelungen würden vermieden - wo möglich. Man brauche aber weiteren Wohnraum und Gewerbegebiet zur Entwicklung.

Antonia Giewekemeyer, Brütting und Wagenblast zeigten sich zufrieden mit der Veranstaltung und vor allem mit der breiten Bereitschaft, bei der Klimaentwicklung zusammen zu arbeiten.

Jubel-Demo zum einjährigen des Aalener Klimaentscheid.
Jubel-Demo zum einjährigen des Aalener Klimaentscheid.
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