Den Alltagsstress austricksen

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Raus aus dem stressigen Hamsterrad. Sie wissen, wie das funktionieren kann: v.r. Dr. Askan Hendrischke, Chefarzt der Aalener Klinik für Psychosomatik, Claudia Hinsen, stellvertretende Leiterin der Vhs-Aalen und Paul Sproll, Vorsitzender der Freunde und Förderer der Aalener Psychosomatik.
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"Gelassenheit als Lebenskunst" ist der Titel des Symposiums am Freitag, 26. Oktober, im Landratsamt Aalen.

Aalen

Das Arbeitskarussell dreht sich immer schneller: Überstunden häufen sich, keine Zeit mehr für eine Mittagspause ... Besonders der Job ist für viele Menschen ein zunehmender Stressfaktor, der immer öfter zu ernsten psychosomatischen Erkrankungen führt. Mehr und mehr Arbeitnehmer fallen für längere Zeit aus. Das spiegelt sich in den Statistiken der Krankenkassen. "Wir reden über ein Massenphänomen", stellt Dr. Askan Hendrischke fest, Chefarzt der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin im Ostalbklinikum Aalen.

"Wunde(r) Mensch", die Vortragsreihe der Freunde und Förderer der Aalener Psychosomatik und der Vhs Aalen, greift das Thema am Freitag, 26. Oktober, ab 13.30 Uhr in einem Symposium auf. Der Titel der im großen Sitzungssaal des Landratsamts Aalen mit drei profilierten Referenten stattfindenden Veranstaltung: "Stresskompetenz im Alltag – Gelassenheit als Lebenskunst".

"Negativer Stress", weiß Hendrischke, "ist eine der Hauptursachen für psychosomatische Erkrankungen". Stress induzierte Krankheiten seien inzwischen neben Herz-Kreislauf- und neben Krebs eine der häufigsten Krankheitsursachen. "Gelegentlicher Stress kann den Menschen in seinen Leistungen beflügeln, Dauerstress macht ihn hingegen krank", sagt der Chefarzt.

Wer denkt, einmal die Woche eine halbe Stunde Yoga und eine Stunde Fitness reichten aus, um Körper und Seele in Balance zu halten, ist auf dem Holzweg. "Für einen von Gelassenheit geprägten, positiven Umgang mit Krisen und Stress in Familie und Beruf braucht es eine andere Lebenseinstellung, braucht es Achtsamkeit und Selbstfürsorge", sagt Hendrischke.

Wir reden über ein Massenphänomen.

Askan Hendrischke Chefarzt

"Es geht um Achtsamkeit, Selbstwahrnehmung und Selbstfürsorge", betont Paul Sproll hinzu. Vorsitzender der Freunde und Förderer der Aalener Psychosomatik. Darum wolle das Symposium aufzeigen, welche innere Haltung und welche Einstellung hilfreich sind, damit negativer Stress nicht krank macht: Es will zeigen, wie sich die eigene psychische Widerstandskraft stärken lässt. Und dass es nötig ist, sich aus der Opferrolle, aus der persönlichen Abhängigkeit von anderen zu befreien.

Nach Ansicht Hendrischkes kann das gelingen mit mehr Lockerheit im Denken, mit einer kreativen Herangehensweise an die alltäglichen Aufgaben. "Wenn ich etwa meinen Auftrag im Job als einen spielerischen Wettbewerb interpretiere, geht die Aufgabe leichter von der Hand und vermittelt auch Lebensfreude und vielleicht sogar Glücksgefühle", wirft Claudia Hinsen ein, stellvertretende Leiterin der Vhs Aalen. Sie fügt hinzu: "Es gibt immer einen kleinen Handlungsspielraum. Immer einen Weg, um persönlich Abstand zu nehmen von der belastenden Situation."

Mit dem Symposium am Freitag, 26. Oktober, von 13.30 bis 17.30 Uhr im großen Sitzungssaal des Aalener Landratsamtes wollen sich die Freunde und Förderer der Psychosomatik bei Dr. Askan Hendrischke bedanken, der im Dezember in den Ruhestand wechselt.

Karten zu 15 Euro bei der Vhs-Geschäftsstelle Aalen oder online auf www.vhs-aalen.de

Über die heilsame Kraft des Spiels und des Gelingens

Aalen. Das Symposium am 26. Oktober im Aalener Landratsamt will alle ansprechen, die ihr Stressverhalten im Alltag verbessern wollen. Beginn ist um 14 Uhr mit Grußworten von Landrat Pavel und Dr. Askan Hendrischke.

Stress and the City - 14.30 Uhr: Warum Städte uns krank machen. Und warum sie gut für uns sind. Darüber spricht Dr. Mazda Adli, Chefarzt der Fliedner Klinik Berlin und Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité Berlin. Mazda Adli ist Psychiater und Stressforscher.

Resilienz – die heilsame Kraft des Gelingens - 15.45 Uhr: Psychotherapeutin Prof. Dr. Elisabeth Nicolai (Heidelberg) zeigt auf, wie sich trotz Krisen eine Anpassungsfähigkeit und innere Widerstandskraft entwickeln lässt.

Rettet das Spiel – Weil Leben mehr ist als Funktionieren: Dr. Christoph Quarch, freischaffender Philosoph, Autor und Publizist (Fulda) meint: Beim Spiel entfalten Menschen ihre Potenziale, beim Spiel erfahren sie Lebendigkeit.

Mazda Adli
E.?Nicolai
Chr. Quarch

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