Den Rötenberg umkrempeln

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Beim Vor-Ort-Termin stellen die Verantwortlichen von Stadtverwaltung und Wohnungsbau Maßnahmen und weitere Pläne für den Rötenberg vor.
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Die Stadtverwaltung und die Aalener Wohnungsbau haben Großes mit dem Rötenberg vor. Welche Ziele sich die Bauherren gesetzt haben.

Aalen

Der Rötenberg. Ein besonderes Quartier mit einer besonderen Geschichte, findet Aalens Oberbürgermeister Thilo Rentschler. Viele Jahre galt der Rötenberg als Brennpunkt für Sozialhilfeempfänger und finanziell schlecht Gestellte. Ein Umstand, der für die Aalener Stadtverwaltung und die Wohnungsbau schon lange nicht mehr zeitgemäß ist. "Von dieser Art der Stadtentwicklung sind wir Gott sei Dank weg", meint der OB, "aber bis es sich vollständig ändert, dauert es."

Geht es um den Rötenberg, verfolgen die Bauherren mehrere Ziele. Eines davon ist, die Aufenthaltsqualität im Freien zu steigern. Dafür erneuern sie Grünflächen, Straßenbeläge und Aufenthaltsplätze. "Das Zusammenkommen findet nicht immer drinnen statt", meint Rentschler. Viele Wohnungen besäßen keinen Balkon, weshalb die Nachfrage nach Aufenthaltsorten im Freien groß sei. Um das Quartier aufzuhübschen, haben sich die Bauherren den Landschaftsarchitekten Gerhard Kapeller ins Boot geholt, der ein Konzept für den Rötenberg entwickelte. "In der Summe haben wir eine deutlich positive Wirkung", sagt Kapeller. Aus dem Rötenberg sei ein "toll grüner Bezirk" geworden. Bei den Änderungen haben sich Stadt und Wohnungsbau auch mit den Anwohnern verständigt. "Wir haben alle Mieter gefragt, was sie haben wollen", sagt Ihl, Geschäftsführer der Aalener Wohnungsbau.

Ein anderes Ziel, dass sich Stadt und Wohnbau gesteckt haben, ist das Durchmischen der Anwohner im Quartier. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs sei der Rötenberg geprägt von einkommensschwachen Bürgern, zum Beispiel Flüchtlinge, erinnert sich Peter Peschel, Mitglied des Wohnbau-Aufsichtsrats. Diese Stigmatisierung habe sich über Jahre hinweggezogen, sei es bei der Zuwanderung ausländischer Gastarbeiter oder nach dem Mauerfall. "Das geht im 21. Jahrhundert nicht. Eine gute Mischung machts", meint Ihl.

Wir haben für alle Schichten Wohnraum.

Robert Ihl Geschäftsführer Wohnungsbau

Die Wohnungen auf dem Rötenberg, egal ob modernisiert oder Neubau, sollen alle Käuferschichten anziehen. "Wir haben für alle Schichten Wohnraum", verspricht er. Das negative Image des Quartiers "gehört der Vergangenheit an."

Des Weiteren wollen die Verantwortlichen die Verbindung zur Innenstadt gewährleisten. "Bestandsquartiere wie der Röterberg müssen auch gute Fußwege haben." Das "Herz der Stadt" oder der Omnibusbahnhof müssen zu Fuß problemlos erreichbar sein, meint er.

Was Stadt und Wohnungsbau investieren

Rund eine Million Euro investieren die Bauherren in die Aufenthaltsqualität im Stadtquartier. Dafür wurden unter anderem Grünflächen angelegt oder erneuert, neue Straßenlampen und -beläge angeschafft oder neue Fußgängerwege geschaffen. Für OB Rentschler "gut investiertes Geld", denn es mache den Rötenberg attraktiver.

Rund 14 Millionen haben die Aalener Stadtverwaltung und die Wohnungsbau in die Sanierung und Modernisierung alter Gebäude auf dem Rötenberg gesteckt. Zum Beispiel neue Hausfassaden wurden finanziert.

Rund 17 Millionen Euro investierten die Bauherren in neue Wohnhäuser. Sieben Wohnblöcke mit insgesamt 71 Wohnungen sind dort derzeit im Bau. err

Begrünung an der Hausfassade gehört zum Konzept.
Das negative Image des Rötenbergs gehört laut Wohnungsbau der Vergangenheit an.

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