Der erste Shoppingtag in der Aalener Innenstadt

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Reinhard Skusa, Tamara Schmitz und Uli Riegel 
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Seit diesem Donnerstag kann man mit negativem Schnelltest und Termin wieder im Geschäft einkaufen. So verlief der Auftakt.

Aalen. Menschen sind mit Einkaufstüten unterwegs und Schilder mit der Aufschrift „Wir haben geöffnet!“ hängen an den Ladentüren. Es ist ein Anblick, der nach Monaten des Lockdowns ungewohnt ist. Aber seit diesem Donnerstag ist es wieder so weit: Mit Termin und negativem Schnelltest dürfen Kunden wieder in den Ladengeschäften shoppen.

Einer davon ist das Modegeschäft „Malibu Fashion“ in der Fußgängerzone. Das Personal ist bestens vorbereitet – die Mitarbeiterinnen haben an einer Schulung des DRKs teilgenommen. Unter ihrer Aufsicht kann man sich selbst testen. Ist der Schnelltest negativ, gibt es ein Bändchen. Und mit dem kommt man den Rest des Tages in jeden teilnehmenden Laden in der Aalener Innenstadt.

Es ging direkt gut los.“

Tamara Schmitz, Geschäftsführerin Malibu

Geschäftsführerin Tamara Schmitz ist von dem Konzept begeistert. „Wir sind positiv überrascht“, erzählt sie. „Es ging direkt gut los und bei den Kunden gibt es eine große Bereitschaft.“ Und kommen darf nicht nur, wer einen negativen Test hat. Kommen darf, wer nachweisen kann, getestet, geimpft oder genesen zu sein.

Und obwohl es „Click and Meet“ heißt, kann man in der Praxis auch ohne Termin im „Malibu“ einkaufen. Wichtig ist nur, dass sich nicht mehr als 5 Personen gleichzeitig dort aufhalten. So einen hohen Anlauf habe es bisher aber nicht gegeben – gut, wie Schmitz in diesem Fall findet. „Einkaufen soll ja auch spontan sein“, findet sie.

Das Cityband am ersten Tag in blauer Farbe.


Verschiedene Teststationen

Testen kann man sich nicht nur in den Läden selbst, sondern etwa auch in einer der vielen Teststationen in der Stadt. Eine davon betreibt das DRK direkt auf dem Rathausplatz. Ohne Termin können sich Testwillige unter der Aufsicht der Sanitäter selbst testen. „Wir beobachten, ob beim Test alles richtig gemacht wird“, sagt Rettungssanitäter Marc Herber. Jeder Bürger kann sich einmal pro Woche kostenlos testen lassen. Geprüft wird das aber nicht. „Das funktioniert auf Vertrauensbasis“, so Herber.

Im Gegensatz zur Fußgängerzone sieht es im Aalener Kubus deutlich leerer aus. Das bestätigt auch die Einschätzung von Cerstin Hafner, die dort den Laden „Zweite Liebe“ betreibt. „Wir hatten heute keinen einzigen Termin“, berichtet sie. Ihr fehle einfach die Laufkundschaft. „Aber wir sind optimistisch“, betont sie.

Oase der Normalität

Anderes berichtet Uli Riegel, Inhaber des Modeladens „Dr. Fashion“. „Die Leute sind in Shoppinglaune“, sagt er. Dabei gehe es seiner Einschätzung nach um viel mehr als das Einkaufen. „Für viele ist das auch eine Oase der Normalität“, denkt er. Auch er begrüßt das Bändchenkonzept. „Da kann man als Stadt auch wieder zeigen, dass man zusammengehört.“

Von der Stadt gab’s oben drauf noch Schilder der Initiative „Verliebt in Aalen.“ Damit können die Läden, die geöffnet haben, ihre Geschäfte kennzeichnen. Alle sind nämlich noch nicht wieder offen, wie Citymanager Reinhard Skusa sagt: „Etwa 80 Prozent machen mit.“ Die anderen seien noch skeptisch, befürchten etwa, dass die Kundschaft wegen der fehlenden Spontanität ausbleibt.

Das kann Uli Riegel nicht bestätigen. Die Verordnung sieht vor, dass pro 40 Quadratmeter eine Person ins Geschäft darf. Und das seien an einem normalen Tag unter der Woche ohnehin nicht mehr. Positiv stimmt ihn auch die Dynamik unter der Kundschaft: „Alle sind sehr sensibilisiert und rücksichtsvoll.“

Das Bänderkonzept für die Innenstadt
 
Der ACA hat wegen unterschiedlich aussehenden Zertifikaten von Coronatests und dem großen Kontrollaufwand ein Bänderkonzept entwickelt. Beim Betreten des ersten Ladens muss eine Bescheinigung über einen negativen Coronatest, eine Genesung oder der Impfpass vorgezeigt werden. Die Kunden erhalten dann ein farbiges Band, mit dem die Person an diesem Tag in alle geöffneten Läden kann, ohne ein Zertifikat vorzulegen. Die Bänder sind mit dem Logo der Stadt Aalen und dem ACA Logo bedruckt. Um die Bänder fälschungssicher zu machen, werden jeden Tag Bänder in anderen Farben ausgegeben. 50 000 hat die Stadt gekauft, davon wurden bisher in etwa 15 000 an die Händler und Teststationen ausgegeben. Insgesamt ist es gelungen, in Aalen 13 Schnellteststationen auf die Beine zu stellen. Alle Teststationen sind auf www.aalen.de aufgelistet. Julia Meier und Robine Rebmann

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