Der Kocher wird herausgeputzt

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Nach dem Rückbau des Triebwerkskanals wird ein neues Gewässerbett angelegt.

Das Land fördert die gewässerökologische Entwicklung und Verbesserung des Hochwasserschutzes am Kocher in Aalen mit rund 2,2 Millionen Euro. Die Pläne im Detail.

Aalen

Gute Nachrichten aus Stuttgart: Regierungspräsident Wolfgang Reimer hat den Förderbescheid für die naturnahe Umgestaltung und die Hochwasserschutzmaßnahme am Kocher in Aalen-Süd unterzeichnet. „Das Vorhaben ist ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Gewässersituation am Kocher nach den seinerzeit ebenfalls vom Land geförderten ökologischen Verbesserungsmaßnahmen in den Bereichen Breitwiesen und der Heimatsmühle“, so Reimer.

Das ist geplant: Auf einer Länge von rund 900 Metern zwischen dem Landratsamt und der Industriestraße sind Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerdurchgängigkeit für Fische und Kleinlebewesen sowie lokale Hochwasserschutzmaßnahmen geplant, wie das Regierungspräsidium Stuttgart (RP) am Mittwoch mitteilte. Ihre Durchführung basiere auf der Grundlage des städtischen Entwicklungskonzepts Aalen-Süd/Union-Areal. „In der Landesregierung sind wir uns der großen Verantwortung beim Hochwasser- und Gewässerschutz bewusst. Das zeigt das aktuelle Beispiel hier am Kocher in Aalen“, sagte Umweltministerin Thekla Walker. „Wir schützen mit unseren zielgerichteten finanziellen Zuwendungen einerseits die Menschen vor Starkregenereignissen. Und andererseits stärken wir die Lebensräume von Tieren und Pflanzen in unseren Flüssen.“

Der Hochwasserschutz: Nach Rückbau des Triebwerkskanals und dem Abbruch der Wehranlage auf dem Union-Gelände werde ein neues Gewässerbett angelegt. Eine Aufweitung des Gewässers mit Flachwasserbereichen und der Rückbau von Ufermauern sowie die Integration von gewässerstromlenkenden Buhnen, Totholz und Steilufern sorgen dafür, dass die Gewässerstruktur und die Gewässerdurchgängigkeit des Kochers in diesem Bereich deutlich verbessert werden, so das RP weiter. „Hochwasserschutzmaßnahmen im Bereich des Landratsamts und oberhalb des Burgstallkreisels stellen sicher, dass bei einem 100-jährigen Hochwasserereignis das Wasser schadlos im Gewässerprofil abgeleitet werden kann.“

Nutzen kontra Kosten: Zuvor sei die Wirtschaftlichkeit des Hochwasserschutzes durch eine von der Stadt Aalen in Auftrag gegebenen Nutzen-Kosten-Untersuchung nachgewiesen worden. Abgerundet werde die Gesamtmaßnahme durch eine verbesserte Erlebbarkeit des Kochers für die Bevölkerung.

In der Landesregierung sind wir uns der großen Verantwortung beim Hochwasser- und Gewässerschutz bewusst.“

Thekla Walker, Umweltministerin

Größtes Wasserbauprojekt im Haushaltsjahr 2021

Bei zuwendungsfähigen Kosten in Höhe von insgesamt rund 4 Millionen Euro beteiligt sich das Land am gewässerökologischen Teil mit 85 Prozent, am Hochwasserschutzteil mit rund 30 Prozent, bilanziert das RP. Das entspreche einem mittleren Fördersatz von rund 55 Prozent.

Mit einer Gesamtfördersumme von rund 2,2 Millionen Euro zählt das Kocher-Projekt zu den größten des Regierungspräsidiums Stuttgart im Bereich Wasserbau im Haushaltsjahr 2021, so das RP im Schreiben weiter.

Die Wehranlage auf dem Union-Areal wird abgebrochen.

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