Der König, die Krippe und das Kind im Stall zu Bethlehem

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Krippe Lauchheim
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Die Christen feiern an Weihnachten die Geburt Jesu. Was die Bibel darüber erzählt und welche Bräuche es um die Tage am Ende des Jahres gibt.

Aalen

An Weihnachten feiern die Christen die Geburt Jesu - mit Christmetten und Christvespern, Gottesdiensten und Eucharistiefeiern sowie mit Krippenspielen und Kirchenmusik. Das Christfest hat seit fast zwei Jahrtausenden nichts von seiner Popularität verloren. Doch nicht nur Heiligabend und die beiden Weihnachtsfeiertage sind mit Traditionen belegt. Es beginnt mit dem 1. Advent.

Die Bräuche und deren Ursprung erläutern die Pfarrer Manfred Metzger und Wolfgang Sedlmeier. Aber auch wo die Geburt des Herrn angekündigt und wo sie beschrieben wird - auch davon erzählen die beiden Aalener Theologen. Eingeladen zu der Online-Veranstaltung, die die Leiterin der Katholischen Erwachsenenbildung (keb) Ana Requesens-Moll moderiert, hat der „Aalener Aakademie Verein für Kultur und Dialog“.

Das auserwählte Volk

Der evangelische Theologe Manfred Metzger erzählt zunächst vom „auserwählten Volk“, das an einen Gott glaubt, von den Stationen, die für das Volk Israel wichtig sind, etwa von der Befreiung aus der Knechtschaft durch Mose und dem Auszug aus Ägypten und davon, dass Dreiviertel der Heiligen Schrift bei Christen und Juden identisch sind.

Prophezeiungen in der Bibel

Die Prophezeiungen im Alten Testament, dass Gott Mensch wird, darauf legt Metzger dann den Fokus. Der Unterkochener Seelsorger erzählt davon, wie Gott über tausend Jahre lang begonnen habe, sein Volk auf die Geburt Jesu vorzubereiten. Metzger zitiert aus dem Alten Testament unter anderem die Bibelstelle aus Jesaja, wo es um die Weissagung geht, dass eine Jungfrau ein Kind, einen Sohn gebären wird und den Propheten Micha, der davon schreibt, dass aus Bethlehem ein „Fürst hervorgehen wird, der Hirte meines Volkes Israel“. An einer weiteren Stelle im Alten Testament bei Jesaja (1,3) werde die Geburt des Gottessohns angekündigt und der Unterschied von Judentum und Christentum deutlich: das Volk Israel anerkenne Jesus als Messias nicht.

Der besondere König

Das Lukas-Evangelium mit der klassischen Weihnachtsgeschichte steht im Mittelpunkt der Erläuterungen von Pfarrer Wolfgang Sedlmeier. Dabei sei Ostern das wichtigere der beiden christlichen Hochfeste. Der Priester erzählt von Engeln, von Maria, vom Stall, dem Kind in der Krippe und von Armut, „die auch wir kennen und die nicht aufhört“. Gott löse ein altes Versprechen damit ein, als das Kind geboren wird. Schon in einem frühen Moment werde in der Geschichte klar: „Er ist das Kind Gottes; er ist der Messias, der besondere König.“

Das Brauchtum

Der Adventskranz– den hat, so Pfarrer Metzger, der evangelische Pfarrer Johann Hinrich Wichern aus Hamburg 1839 erfunden. Der habe dort das „Rauhe Haus“, ein Heim für bedürftige Kinder geleitet. „Um diesen die Adventszeit zu verkürzen, hat er auf einem alten Kutschenrad Kerzen befestigt – für jeden Tag eine“, erklärt Metzger. Das habe sich „verschlankt auf vier Kerzen für die vier Adventssonntage“.

Der Christbaum, das bekannteste Symbol der Weihnachtszeit, stammt, so Metzger, aus dem Elsass. Vor rund 500 Jahren habe man dort Tannen in den Häuser an die Decke gehängt – dekoriert mit Äpfeln.

Fasten in der Adventszeit, war lange Zeit üblich – bis Anfang des vergangenen Jahrhunderts. Fasten und Buße sollen – wie beim Osterfest – hin zum Fest der Geburt eine Zeit der Vorbereitung sein. Auch heute noch fasten Gläubige in der Zeit bis Heiligabend.

Die Weihnachtskrippe, so Pfarrer Metzger, wie wir sie kennen, gehe auf den heiligen Franz von Assisi zurück. Dieser habe Anfang des 13. Jahrhunderts eine Krippe mit einem lebendigen Ochsen und einem Esel aufgestellt. Andere Krippendarstellung seien wesentlich älter.

Im Übrigen habe das Krippenspiel zu Weihnachten vermutlich auch seinen Ursprung bei Franz von Assisi.

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