Der Kreis ist sehr gut vorbereitet

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Nichts los im Ostalb-Impfzentrum: Niemand wartet, kaum jemand wird geimpft. Und die Senioren müssen sich um Impftermine balgen.
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Das Impfen am Kreisimpfzentrum in Aalen läuft nur schleppend. Das liegt laut Politikern aber nicht an der Arbeit vor Ort. Stimmen zur aktuellen Situation.

Aalen

Es läuft einfach nicht rund. Wichtiger Impfstoff fehlt, an einen der wenigen, begehrten Termine zu kommen, gestaltet sich telefonisch wie online schwieriger als gedacht. Das sagen Aalener Politiker zur Situation.

Winfried Mack, CDU: "Die Impfkampagne muss in Deutschland dringend beschleunigt werden. Darum ist der geforderte Impfgipfel mit Ländern und Herstellern ein Gebot der Stunde. Der Staat muss hier und jetzt Druck machen und sein Notfall-Instrumentarium auspacken.

Die Organisation der Impftermine ist von Grund auf falsch strukturiert. Die CDU verlangt ein Einladungswesen. Viele Senioren sind gerne bereit, geduldig zu warten, bis sie einen Impftermin haben können. Aber das Windhund-Prinzip, wonach ausschließlich die Schnelligkeit über die Zulassung zur Impfung entscheidet, ist kein gutes Modell. Mindestens sollte dann auf einen Anruf im Callcenter eine Einladung zu einer Impfung erfolgen. Noch besser wäre eine Reihenimpfung."

Roderich Kiesewetter, CDU: "Es trifft zu, dass die Corona-Impfungen in Baden-Württemberg nicht so reibungslos verlaufen, wie erhofft. Leider ist diese Impfquote eine der schlechtesten deutschlandweit. Der Bund hat das Land Baden-Württemberg bei der Impfstoffversorgung nicht benachteiligt. Offenbar läuft die Verteilung und Kommunikation in anderen Bundesländern besser. Dies liegt auch daran, dass in anderen Bundesländern das jeweilige Landesinnenministerium für die Impfungen zuständig ist. Auch verhindern datenschutzrechtliche Fragen in Baden-Württemberg, dass ältere Bevölkerungsgruppen direkt angeschrieben werden, sondern sich mühsam per Telefon oder online die knappen Impftermine besorgen müssen. Dass die Verteilung in unserer Heimat so misslich läuft, ist bedauerlich. Es ist inakzeptabel, dass die Versorgung des ländlichen Raums mit Impfstoff offenbar vernachlässigt wird.

Die vorbereitende Organisation in unserem Landkreis ist erstklassigund die Mitarbeiter im Gesundheitsamt, dem Impfzentrum und den ärztlichen Einrichtungen leisten Großartiges."

Die Organisation der Impftermine ist falsch strukturiert.

Winfried Mack, CDU-Landtagsabgeordneter

Leni Breymaier, SPD: "Vor einem Jahr war kaum Hoffnung auf einen Impfstoff. Es ist großartig, dass in einer weltweiten Gemeinschaftsanstrengung nun durch Impfungen der Kampf gegen das Virus aufgenommen werden kann. Was für alle in den letzten Tagen sichtbar wird: Der Markt erbringt diese Leistung nicht von alleine, sondern der Staat mit sehr viel Steuergeld.

Es war richtig, nicht auf einen einzelnen Anbieter zu setzen und sich innerhalb der EU bei der Beschaffung des Impfstoffs eng abzustimmen. Es muss jetzt dringend Impfstoff her, denn wir kämpfen gegen Mutationen und damit gegen die Zeit.

Der Ostalbkreis ist mit dem Impfzentrum und der örtlichen Logistik sehr gut vorbereitet. Man muss einfach an alle einen großen Dank sagen. Wir müssen jetzt schnell ein paar Gänge hochschalten, um möglichst zügig das Problem bei Terminfindungen und mangelnden Impfstoff hinter uns zu lassen. Dass wir, das Konzept, Impfstoff für die Zweitimpfung zurückzuhalten, akzeptieren, aber trotzdem nicht die Hälfte, sondern deutlich weniger verimpfen, ist schlecht."

Günter Höschle und Irene Duijm, Kreisseniorenrat: "Es kann und darf nicht sein, dass sich die Senioren eigenständig um Impftermine und die Anreise zum Impfzentrum kümmern müssen. Es ist nicht nachzuvollziehen, dass Senioren nicht schriftlich über ihre Impftermine benachrichtig werden. Tatsache ist, dass die telefonische Anmeldung zum Impfen nicht funktioniert und die Online-Anmeldung viele Senioren überfordert. Es ist wichtig, Senioren rechtzeitig und gut verständlich über das Verfahren zu informieren. Entscheidend aber wird sein, dass in absehbarer Zeit ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht und somit die Problematik entschärft werden kann. Sofern Senioren bereits am Telefon resignieren, werden sie sich auch nicht impfen lassen."

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