Der mit der Hyäne kämpft

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Das Ellwanger Blumenhaus Widmann zeigt am Storchenplatz Szenen, die sich in der Erdneuzeit abgespielt haben könnten.

Aalen

Regungslos steht das gewaltige Mammut im Steppengras am Rande eines ausgetrockneten Flussbetts – es ist weißer Jura-Schotter von der Alb. Einen Sekundenbruchteil nur, dann wird es übel zugerichtet sein, von den Speerstößen des Jägers. In Sichtweite kämpft der gerade noch mit einer Hyäne.

Es ist eine der Szenen, wie sie sich in der Erdneuzeit abgespielt haben könnten. Im Rahmen der Sommeraktion Aalen City blüht - urzeitlich wurde sie von Johannes Widmann (Blumenhaus Widmann, Ellwangen) auf dem Aalener Storchenplatz nachgestellt.

Es ist Eiszeit – mit den typischen Klimaschwankungen zwischen warmen und kalten Zeiten. Neben dem Mammut streifen auch Wildpferde, Dachse, Rehe und Wölfe durch Wälder aus Buchen, Birken und Ahorn. Dazwischen der Mensch als Jäger und Sammler, der gerade seinen aufrechten Gang übt, Steinwerkzeuge für die Jagd fertigt und sich als erster Gebieter über das Feuer feiert.

Dieser Mensch hat bereits seine Höhle verlassen und sich ein Weiden-Iglu gebaut, das er mit Tierfellen auspolstert. Bis vor Kurzem hing noch ein Fuchsschädel über dem Schlupfloch.

"Den konnte wohl ein Zeitgenosse brauchen", schmunzelt Johannes Widmann, der in diesem Jahr zum ersten Mal dabei ist bei der ACA-Sommeraktion. Damit hat er sozusagen die beachtungswerte Nachfolge des verstorbenen Essinger Gärtnermeisters Dieter Stegmeier angetreten, der einst "Aalen City blüht" mit ins Leben gerufen, und stets mit engagierter Phantasie den Storchenplatz gestaltet hat.

Gut zwei Wochen Vorbereitungszeit hat Widmann in den Platz gesteckt. Die Weidenäste hat er gemeinsam mit seinem ältesten Sohn Fidelis (9) zu einem Iglu gebunden. Das zieht. Vor allem Kinder im Einschulungsalter führen ihre Eltern, Omas und Opas an den Platz, wollen hineinkriechen in das schattige Versteck. Auch eine Passantin ohne Kind bleibt stehen, lobt: "Ich finde das toll, was Ihr da gemacht hab. Wirklich!"

Die Farben Rosa, Tiefviolett und Pink dominieren das Arrangement – Farbträger sind blühende Stauden wie die Prachtkerze (Gaura), sind Nelken, Pladenien, Cosmea und der Sauerklee. Dazwischen immer wieder Sträucher und hohe Gräser wie Pennisetum, Festuca sowie Farne und Schafgarbe. Wer genau hinguckt, der entdeckt auch die langstieligen Blätter von Mangold. Widmann nimmt dieses spinatähnliche Gemüse als Symbol für die ersten sesshaften Menschen, die bereits Ackerbau betreiben.

Ein paar Meter entfernt von der Weidenhütte lodert ein Feuer: Lobelien in Pink und Cellosien "züngeln" in Gelb und Orange empor. Daneben das Abbild einer der ersten Höhlenmalereien der Alb. Ein Fingerzeig auf die Schwäbische Alb als die "Wiege der Kunst". Denn schließlich stammt der Löwenmensch, eines der weltweit ältesten Kunstobjekte, aus dem Lonetal.

Aalen City blüht - urzeitlich: Die sieben Blumen-Plätze in der Innenstadt können noch bis zum 26. August betrachtet werden.

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