Der Selbsttest von Aldi im Selbsttest

  • Weitere
    schließen
+
Bei Aldi gibt es seit Samstag Corona-Schnelltests als Selbsttest. SchwäPo-Fotoredakteur Oliver Giers hat sich ein Set gekauft und ausprobiert.
  • schließen

SchwäPo-Fotoredakteur Oliver Giers hat sich am Samstag im Discounter in Neukochen ein Corona-Schnelltest-Set gekauft und getestet. Das hat er dabei erlebt.

Aalen

Aldi Neukochen, 7.55 Uhr. Ich stehe in einer auf Abstände bedachten Gruppe. Sechs Menschen warten mit mir zusammen darauf, dass die Filiale öffnet. Eine Erzieherin möchte sich die Tests kaufen, da an ihrem Kindergarten nur einmal die Woche getestet wird, an dem Tag an dem sie selbst frei hat. Ein Mutter steht dabei. Sie möchte einfach schon morgens Sicherheit haben, wenn ihre Kinder wieder in die Schule gehen. Ich selbst bin hier, weil ich den Test testen möchte.

8 Uhr. Die Automatiktür des Discounters öffnet sich. Ein junger Mann tritt heraus und weist darauf hin, dass alle, die für einen Corona-Test gekommen sind, gleich zur Kasse gehen können. Jeder bekommt wegen der verfügbaren Menge nur ein Set. Das Set besteht aus fünf Einzeltests für rund 25 Euro. Nach ungefähr drei Minuten bin ich wieder draußen – mit Test.

Daheim setze ich mich leicht nervös an den Esstisch. Ich fühle mich wie ein Wissenschaftler. Die Realität sieht so aus: Papplaschen abreißen, Karton öffnen, Beipackzettel lesen. Das dauert nicht lange, ein A4 Blatt mit beschrifteter Vorder- und Rückseite. Schön mit Bildern illustriert.

Ich stelle fest, eine der Laschen, die ich abgerissen und zur Seite geworfen habe, wird noch gebraucht. Sie dient später, gefaltet, als Stütze für die Pufferlösung. Also noch mal suchen. Zum Glück hat sie das Aufreißen überstanden. Neben dieser Stütze werden aus dem Test-Kit noch das Teststäbchen, das Probenröhrchen mit Pufferlösung und die Testkassette benötigt. Zusätzlich braucht man eine Uhr, am besten mit Stoppfunktion – hat ja jedes Smartphone.

Was folgt ist das, was man so oder ähnlich schon in den Testcentern erlebt hat. Abstrich-Stäbchen vorsichtig in die Nase stecken. Hier kommt dann aber auch schon der große Unterschied. Das Stäbchen wird nur ungefähr drei Zentimeter in die Nasen gesteckt und ein paar mal an den Innenwänden entlang gerollt, in beiden Löchern.

Nun wird der Abstrich in das Röhrchen mit der Pufferlösung geschoben und 30 bis 45 Sekunden lang auf und ab und im Kreis bewegt. Das Stäbchen kann anschließend entsorgt, das Röhrchen mit einem Tropfaufsatz verschlossen werden. In eine kleine markierte Mulde auf der Testkassette werden drei Tropfen der Pufferlösung geträufelt – fertig. Stoppuhr starten und 15 Minuten zurücklehnen. Natürlich beobachte ich den Teststreifen, wie er sich rötlich färbt und allmählich ein Strich bei C auftaucht. Bei C? Moment – C wie Corona?

Nach 15 Minuten habe ich mein negatives Ergebnis.

Oliver Giers SchwäPo-Fotoredakteur

Schnell der Blick in die eigentlich schon auswendig geglaubte Anleitung. Der Puls geht zum Glück nicht rauf. Auf dem Teststreifen sind zwei Markierungen. Eine mit C und eine mit T. Erst wenn am Ende bei beiden ein roter Strich auftauchen würde, wäre der Test positiv. Ein Strich bei der C-Markierung bedeutet, kein Corona-Virus.

Wäre das Ergebnis jedoch Positiv, müsste ich mich mit meinem Hausarzt in Verbindung setzen und das Ergebnis mit einem sogenannten PCR-Test bestätigt lassen. Ich atme auf. Nach 15 Minuten sehe ich auf meinem Test nach wie vor nur einen Strich und habe damit mein negatives Ergebnis.

Über einen QR-Code auf der Packung des Sets kann man eine Internet-Seite aufrufen. Dort werde ich über den Verlauf des Testes gefragt. Unter Verwendung meiner Personalausweis- oder Führerscheinnummer könnte ich ein Testzertifikat laden. Hier wird natürlich auf Eigenverantwortung gesetzt.

Mein persönliches Fazit fällt "positiv" aus. Ich habe das Gefühl, auf recht unkomplizierte Weise etwas zum Schutz anderer getan zu haben.

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL