Der Tafelladen wird saniert

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Dekan Ralf Drescher, Pfarrer Bernhard Richter, Ursula Hubel und Gerhard Vietz (von links) halten bereits die Tür für den Übergang des Tafelladens offen.
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Während der Sanierung in der Bahnhofstraße bezieht der Tafelladen Räume des evangelischen Gemeindehauses. Am 4. Oktober soll es fertig sein.

Aalen.

Der Tafelladen in der Bahnhofstraße wird saniert. Aus diesem Grund zieht die Tafel kurzerhand in das Café des evangelischen Gemeindehauses. Doch die Suche nach einer Unterbringung war nicht so einfach wie gedacht.

Bereits seit 2002 gibt es den Kocherladen, wie er auch genant wird, in Aalen. „Und in den Jahren ist er dann doch ziemlich renovierungsbedürftig geworden“, sagt Pfarrer und Vorsitzender der Tafel, Bernhard Richter. Umso erfreuter sind sie, dass sie nun nach zwei Jahren Planung mit der Renovierung beginnen können. „Nach zwei Jahren Planung kann die Renovierung nun beginnen“, sagt Richter. Am 4. Oktober sollen die Arbeiten dann abgeschlossen sein.

Doch während den Arbeiten können sie nicht in dem Gebäude bleiben. Dennoch möchten sie den Laden nicht schließen. „Es gibt einfach zu viele, die darauf angewiesen sind“, sagt Richter. Vor allem nach der schweren Lockdown-Phase. 110 zusätzliche Haushalte seien nur dadurch an Kunden dazugekommen“, sagt Gerhard Vietz, Projektleiter der Tafel.

Doch die Suche erwies sich als große Herausforderung. „Wir hatten überall in der Stadt nachgefragt, ob wir Räumlichkeiten, die leer standen, nutzen dürfen“, sagt Richter. Entweder wiesen sie sie sofort zurück oder verlangten hohe Mietsummen. „Wir hatten ein wenig das Gefühl, dass uns keiner wollte“, sagt der Vorsitzende.

Schlussendlich kam Pfarrer Richter die Idee, beim evangelischen Gemeindehaus anzufragen. „Aufgrund der Corona-Pandemie fällt hier viel an Programm aus“, sagt er. Daher kam der Vorschlag, die Tafel in die Räumlichkeiten zu verlegen.

Dekan Ralf Drescher war begeistert von der Idee. „Es war für uns keine Frage, die Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen“, sagt er. Und einen besseren Standort gebe es fast nicht, inmitten der Innenstadt. Einstimmig wurde das auch im Kirchengemeinderat beschlossen. Nicht nur das: „Die Räume stehen der Tafel kostenfrei zur Verfügung“, stellt Drescher klar. Es ist ein Zeichen dafür, „den Bedürftigen die Türen zu öffnen“, sagt er.

Gerhard Vietz ist bereits seit 15 Jahren der Projektleiter des Tafelladens. „Im letzten Jahr hat uns die Krise stark getroffen“, sagt er. Viele Mitarbeiter seien abgesprungen, da sie zur Risikogruppe gehörten. Durch die vielen Spenden und Waren, die sie bekommen haben, trat eine Aktion besonders in der Vordergrund: die Tütenaktion. Bereits bepackte Tüten mit verschiedenen Lebensmittel werden dabei an die Kunden verschenkt. „Das wollen wir auch hier im evangelischen Gemeindehaus machen“, sagt Ursula Hubel, die Kassiererin. Denn mit den eingesparten Mietkosten können sie von dem Geld Waren einkaufen und diese verschenken.

Die Räume stehen dem Tafelladen kostenfrei zur Verfügung.“

Ralf Drescher,

Was den Tafelladen in der Bahnhofstraße erwartet

Der Kocherladen bekommt eine komplette Grundsanierung. Heißt: Böden, Wände, Fenster und Decken werden neu gemacht. Das hat vor allem den Grund, dass das Haus alle Bedingungen erfüllen muss. „Vor allem brandschutz- und gebäudesicherheitstechnisch“, sagt Dekan Ralf Drescher.
Doch ein solch altes Haus zu sanieren, birgt oft versteckte Probleme. „Da kommt immer wieder was Neues zum Vorschein“, sagt Ursula Hubel.
Aber auch sowas wie Sonnenschutzverglasung oder Klimaschutz soll neu gemacht werden. „Denn im Sommer kann es in den Räumen schnell mal bis zu 40 Grad heiß werden“, sagt Gerhard Vietz. Daher sei es dringend nötig.

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