Dewangen fordert mehr Tempo

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Die Nachfrage der Eltern nach einer Ganztagsbetreuung steigt auch in der Schwarzfeldschule Dewangen. Archivfoto. opo
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Als künftige Ganztagsgrundschule braucht die Schwarzfeldschule mehr Räume. Stadträte drängen auf schnelle Planungen für einen Anbau.

Aalen

Auch die Dewanger Schwarzfeldschule soll jetzt Ganztagsgrundschule werden – in Wahlform – möglichst ab dem Schuljahr 2022/2023. Die Stadtverwaltung will einen entsprechenden Antrag stellen. Die Dewanger Grundschule hat sich für das Modell 3 Tage/7 Zeitstunden entscheiden, mit Ganztagsbetrieb am Montag, Dienstag und Donnerstag jeweils von 8 bis 15 Uhr. Eltern, die für ihre Kinder die Halbtagsschule wählen, können weiterhin eine Früh-, und eine Mittagsbetreuung bis 13 bzw. 13.30 Uhr kostenpflichtig dazu buchen. Darüber informierte Martin Schneider, stellvertretender Leiter des Amtes für Soziales, Jugend und Kultur die Mitglieder des Aalener Gemeinderatsausschusses für Kultur, Bildung und Finanzen (KBFA).

Seit dem aktuellen Schuljahr ist an der Schwarzfeldschule bereits ein „kleiner Ganztag“ mit AG-Angeboten dienstags und donnerstags eingerichtet. Für den Mittagstisch dient derzeit noch die Wellandhalle als Interimslösung.

„Momentan nutzen schon täglich 40 bis 80 Schülerinnen und Schüler das Betreuungsangebot“, sagt Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann. Mittelfristig werden an der Schwarzfeldschule etwa 90 Kinder die Betreuung in Anspruch nehmen. Dafür allerdings reiche die vorhandene Raumkapazität nicht aus, ein Anbau sei nötig. Auch, weil das Mittagstisch-Provisorium in der Welllandhalle die Anforderungen auf Dauer nicht erfülle.

Doch mit seiner Aussage, dass die Stadt erst für die Haushaltsjahre 2023/2024 Realisierungsvorschläge für einen Schulanbau sammeln wolle, stieß er im Gremium auf allseits massive Kritik. Die Räte sind sich einig, man müsse schon jetzt aufs Gas drücken. Allen voran drängte Margit Schmid (CDU): „Der Anbau muss 2024 fertig sein und 2022 begonnen werden!“ Ihr Vorschlag: die Planungskosten im Haushalt 2022 bereitstellen und für die Jahre 2023/2024 die Finanzierung der Baukosten sichern. „Der Bedarf ist definitiv vorhanden“, bestätigte Ralf Meiser (Grüne). Dem Bürgermeister, der wiederholt auf die klamme Haushaltslage verwies, gab er mit auf den Weg: „Sie sagen einerseits, die Liquidität ist ein Problem. Andererseits will die Stadt einen mehrere Millionen teuren Steg am Stadtoval bauen. Grotesker geht es nicht!“

Auch Helmut Gentner (SPD) drängte, die Planungsgelder schon im kommenden Jahr einzustellen. Bernhard Ritter (Freie Wähler) verwies auf vorhandene Planungen für ein vormals angedachtes Bildungshaus in Dewangen. „Auf dieser Basis könnte so schnell wie möglich, am besten sofort damit begonnen werden!“ Roland Hamm (Die Linke), mahnte an Ehrmann gewandt: „Die Planung als Grundlage für die Haushaltsberatungen für 2022 muss dann aber noch in 2021 stehen.“

Stadtkämmerin Daniela Faußner appellierte inständig an die Ratsmitglieder, nicht schon jetzt, gerade einmal sieben Tage nach Inkrafttreten des aktuellen Haushalts, über den neuen Haushalt zu diskutieren. Ehrmanns abgeänderter Vorschlag: die komplette Planung 2022 zu finanzieren und in der Finanzplanung 2023 und den Folgejahren darzustellen, wann der Anbau umgesetzt werden soll. Darüber wird der Gemeinderat in seiner Sitzung am 20. Mai abstimmen.

Der Anbau muss 2024 fertig sein!“

Margit Schmid, CDU-Stadträtin

Halbtag weiterhin wählbar

Ganztagsgrundschulen: Inzwischen sind in Aalen schon 12 von 14 Grundschulen offiziell als Ganztagsgrundschule in Betrieb. Je nach Schule ist ein Zeitmodell von drei oder vier Tagen mit sieben oder acht Stunden pro Tag eingerichtet. Alle Schulen werden in Wahlform geführt. Die Eltern können weiterhin zwischen Halbtag und Ganztag wählen.

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