Die Aalener Chefin des Tempelhof-Projekts

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Jutta Heim-Wenzler vor den sanierungsbedürftigen Bauten von Berlin-Tempelhof.

Jutta Heim-Wenzler über ihre Mammutaufgabe in Berlin.

Aalen/Berlin. Man kennt sie noch: Von 2008 bis 2016 war Jutta Heim-Wenzler Erste Bürgermeisterin in Aalen. Davor war die diplomierte Architektin Baubürgermeisterin in Böblingen. 2010 ist ihr Aalen zur Heimat geworden, sie wohnt mit der Familie im eigenen Haus in der Jahnstraße und hat mittlerweile viele Freunde in der Stadt. Man trifft sie auf dem Aalener Wochenmarkt. Und alljährlich macht sie sich mit einer Pilgergruppe von St. Maria auf den Jakobsweg. Aber an den Wochenenden pendelt sie unentwegt zwischen Aalen und Berlin.

Dort, in der Hauptstadt, hat Heim-Wenzler eine Mammutaufgabe übernommen. Als Geschäftsführerin der Tempelhof Projekt GmbH arbeitet sie verantwortlich an einem Generationenobjekt mit: der Sanierung des einstigen, vor 80 Jahren monumental im Stil des Dritten Reichs erbauten Flughafens. Der stand im Kalten Krieg im Mittelpunkt der weltbekannt gewordenen Luftbrücke, als die "Rosinenbomber" der Alliierten im Minutentakt über die Köpfe der erwartungsvollen Berliner donnerten.

Jetzt soll der ausgediente Flughafen mit dem Halbrund der großen Hangars (300 000 qm Nutzfläche), Transitgängen und der Haupthalle Zug um Zug für die Bevölkerung geöffnet werden. Das Flugfeld hingegen dient nach einem Votum der Berliner schon längere Zeit als beliebte Freizeitanlage.

"Check-in" im Februar eröffnet

"Das Besucherzentrum ist der erste Teil, den wir für die Öffentlichkeit zugänglich machen konnten", erklärte Jutta Heim-Wenzler in einer ganzseitigen Reportage der "Berliner Morgenpost". Im Februar 2020 konnte das "Check-in" am Haupteingang eröffnet werden, von wo aus auch die Ausstellung zur Flughafengeschichte besucht werden kann. Derzeit im Umbau befinden sich der Kopfbau West mit dem gleichfalls sanierungsbedürftigen ehemaligen Tower (30 Millionen Euro). Überhaupt, so die Geschäftsführerin, sei der schnell gebaute, aber nie fertiggestellte Airport in einem desaströsen Zustand. Schon Jahrzehnte vor der Schließung (2008) waren keine Investitionen mehr in den Flughafen geflossen.

Ein gutes Beispiel für den Zustand des Flughafens sei die imposante Haupthalle, die aber wegen Statikproblemen gesperrt werden musste und heute verwaist wirkt. Jetzt wurde auf der Basis des vom Senat beschlossenen Nutzungskonzepts "Vision 2030" der Flughafen in unterschiedliche Kategorien eingeteilt. Allein für die Polizei sind 50 000 Quadratmeter vorgesehen.

70 Unternehmen angesiedelt

Insgesamt haben sich gut 70 Unternehmen in den Gebäuden angesiedelt. Fünf bis sechs Millionen Euro nimmt das Tempelhof-Projekt jährlich an Mieteinnahmen ein. Etwa zwei Millionen durch Veranstaltungen.

Einfluss auf künftige Großveranstaltungen hat auch die Debatte über eine Randbebauung des Tempelhofer Feldes. "Das wird noch einmal ein heftiges Theater" sagt die Chefin, die sich aber im Hinblick auf steigende Mietpreise eine Randbebauung durchaus vorstellen kann. "Aber über allen Zukunftsvisionen schwebt die Frage der Finanzierung."

Dennoch, so hofft Heim-Wenzler, könne das Tempelhof-Projekt zu einer "Stadt in der Stadt" für Kunst, Kultur, Kreativwirtschaft und Verwaltungen werden.

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