Die Aalener Innenstadt fit für die Zukunft machen

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Aalens Innenstadt von oben gesehen.
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Grüner und kühler soll die Stadtmitte werden. Angenehmer soll es sein, sich dort aufzuhalten. Dazu gibt es Fördergelder vom Bund.

Aalen

Plätze neu gestalten, für Sitzgelegenheiten sorgen, Wasser erlebbar machen: In der Innenstadt soll sich einiges tun. Möglich macht das das Förderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ des Bundes, in das Aalen aufgenommen wurde. Die Stadt möchte 670 000 Euro investieren. 409 500 Euro an Bundesmitteln sind in Aussicht gestellt. Das heißt, der Eigenanteil der Stadt liegt bei 260 500 Euro.

Oberbürgermeister Frederick Brütting nannte das im Ausschuss für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik (AUST) am Donnerstag „einen weiteren Meilenstein“, denn für die Innenstadt sei bereits einiges getan worden. Als Beispiele nannte er unter anderem Bänke, die überholt werden, das Karussell vor dem ehemaligen Spielzeug Wanner, das einen neuen Anstrich bekommen hat und den Gebührenerlass für die Außengastronomie. Maya Kohte vom Grünflächenamt stellte in der Sitzung die einzelnen Bausteine des Programms vor.

Integriertes Konzept: Ein externes Büro soll mit der Erstellung eines Innenstadtentwicklungskonzeptes beauftragt werden. Wohnen, Gewerbe, Kunst, Freiräume, Grün und Wasser sowie Gastronomie sollen mitgedacht werden.

Freiraumkonzept: Ein spezieller Fokus soll auf den Freiräumen liegen, also auf Plätzen und Wegen. Geplant ist, dass Treffpunkte entstehen, dass es dort Sitzgelegenheit und Möglichkeiten zum Spielen gibt und das Wasser erlebbar wird. Die sogenannt Klimafolgeanpassung spielt ebenfalls eine Rolle. Zusammenhängende Grünstrukturen und Wasser sollen für Kühlung sorgen.

Sanierungsberatung: Rund um Themen wie Denkmalschutz, Gestaltung, energetische Ertüchtigung oder Fördermöglichkeiten in der Innenstadt sollen Immobilienbesitzerinnen und -besitzer Beratung bekommen. Eine der Hoffnungen ist, dass so in der Innenstadt weiterer Wohnraum geschaffen werden kann.

Beteiligung der Öffentlichkeit: Aalerinnen und Aalener sollen miteinbezogen werden und sich zu Maßnahmen äußern können oder sich bei deren Umsetzung direkt einzubringen.

Kleiner Maßnahmen zeitnah: Zur Aufwertung des öffentlichen Raums sollen erste Maßnahmen beispielhaft umgesetzt werden. Diese dürfen 30 Prozent der insgesamt förderfähigen Kosten nicht übersteigen. Möblierung und Spielelemente könnten solche ersten Maßnahmen sein. Abgeschlossen müssen alle Projekte bis spätestens Ende August 2025 sein.

Die Innenstadt ist das Schaufenster einer Stadt insgesamt.“

Claus Albrecht, Stadtrat (Freie Wähler)
  • Vom Ausschuss gibt's viel Lob für das Programm
  • Doris Klein (Grüne) lobte, „dass ämterübergreifend gearbeitet wird und hofft, dass bald weniger Leerstände zu sehen sind und dass die Innenstadt einen anderen Charakter bekommt, noch mehr zum Treffpunkt, zum Lebensraum wird. Fraktionssprecher Michael Fleischer regte später an, speziell auf den Durchgang vom Café Wunderlich zur Stadtkirche zu achten, wo derzeit ein Müllberg entstehe.
  • Thomas Wagenblast (CDU) sagte: „Das Bundesprogramm kommt zur richtigen Zeit.“ Man müsste die Dinge jetzt angehen, damit sie nach der Pandemie schnell wirken. Die Innenstadt nannte er „einen großen Schatz“. Die Ausstattung sei noch zu verbessern.
  • Andrea Hatam (SPD) sprach den Aspekt an, dass Studenten lieber dort studierten, wo es eine tolle Innenstadt gibt, oder dass Fachkräfte überlegten, wie wohl sie sich in einer Stadt fühlen könnten. Auch Sauberkeit spiele da eine Rolle. „Aber da ist die Stadt schon gut dran.“
  • Claus Albrecht (Freie Wähler) sagte: „Die Innenstadt ist das Schaufenster einer Stadt insgesamt.“ Er lobte den „exzellent formulierten Antrag“ und hofft, dass Leerstände in Wohnungen in den oberen Etagen weniger werden.
  • Emil Pöltl (AfD) kündigte Zustimmung an: „Alles, was uns in Aalen weiterbringt, wird von uns positiv beschieden.“
  • Manfred Traub (Zählgemeinschaft Birkhold/Traub) merkte an, dass man früher Gewässer verdolt habe, während man sie heute wieder öffne. Eine Stadt sei nie fertig. „Und das ist auch gut so.“ Das Programm sei wichtig für eine lebendige Innenstadt.
  • Christa Klink (Linke) drückte die Freude ihrer Zählgemeinschaft über das Programm aus und fragte nach der Zukunft der Jugendherberge. Der OB antwortete, dass er mit den Betreibern vereinbart habe, ein Gespräch zu führen.
  • Der Ausschuss beschloss einstimmig, das Projekt umzusetzen und Mittel im Haushalt bereitzustellen. ⋌ks
Eine Sitzbank am Gmünder Torplatz im Gegenlicht. Plätze und Sitzgelegenheiten sind ein Thema beim Förderprogramm, in das Aalen nun aufgenommen wurde.

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