Die Aalener Spionkarte ist begehrt

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Die neue Version des Aalener Spions. Bild: Freistil Design GbR
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Der Nachfolger des Familien- und Sozialpasses hat ein erweitertes Angebot für Kultur, Bildung und Freizeit. Welche Kritikpunkte Bürger und Politiker haben.

Aalen

Seit dem 1. Juli ist die neue Spionkarte erhältlich und dient als Weiterentwicklung des Familien- und Sozialpasses der Stadt Aalen. Von Bürgern wird sie bereits nach den ersten sechs Wochen gut angenommen. "Die Resonanz ist sehr groß", sagt Sascha Kurz, Sprecher der Stadt Aalen. "Es gibt täglich mehrere Beantragungen bei den Bürgerämtern."

Die Karte mit dem erweiterten Angebot für Freizeit, Kultur und Bildung gilt nicht nur für Familien mit geringem Einkommen, sondern seit Neuestem auch für Rentner. "Die Karte nutzen Studenten, Rentner, Alleinerziehende und Familien mit mehreren Kindern", sagt Kurz. Natürlich gibt es ihm zufolge Rückfragen von Menschen, die den aktuellen Familienpass besitzen. Bis Ende des Jahres gelten die neue Spionkarte und der Familien- und Sozialpass parallel.

Neu im Programm der Aalener Spionkarte

Neu im Angebot des verjüngten Spions: Ferienbetreuungsangebote der Aalener Sportallianz und des Stadtjugendrings, die Angebote der Aalener Musikschule, Schwimmkurse der Anbieter Stadtwerke Aalen, Aalener Sportallianz und SC Delphin Aalen, das Mitmachmuseum explorhino Science Center und das explorhino Schülerlabor. Ebenfalls neu im Spionkartenangebot: kostenlose Stadt- und Nachtwächterführungen. Auf all die Angebote erhalten Inhaber der Spionkarte 35 Prozent Rabatt.

Doch die Umstrukturierung des neuen Spionkartensystems hat auch zu Unmut unter einigen Inhabern des Familien- und Sozialpasses geführt. Denn die Spionkarte wird anders als der Familienpass nicht mehr einkommensunabhängig ausgegeben. Für einige Inhaber des alten Familienpasses könnte dies bedeuten, dass sie keine Spionkarte beantragen können. Denn bei einem Haushalt mit vier Mitgliedern beschränkt sich die Einkommensgrenze auf 52 000 Euro Bruttoeinkommen im Jahr – bei sechs Haushaltsmitgliedern auf 64 000 Euro. "Da kann es vorkommen, dass es in Einzelfällen manche betreffen wird", sagt Kurz.

Kritische Stimmen zum Neukonzept werden laut

Kritik an der Einkommensgrenze hat es kurz nach Einführung der Spionkarte bereits gegeben. Eine Familie mit vier Kindern hat sich beim Bürgeramt gemeldet. Und auch die Grünen-Fraktion monierte die Einkommensgrenze. Auf Nachfrage zur Kritik antwortet Kurz. "Im April vergangenen Jahres gab es eine Arbeitsgruppe mit allen Fraktionen des Gemeinderats. Dort wurde unter anderem die Einkommensgrenze ausgearbeitet." Anschließend wurde die Neukonzeption im vergangenen Dezember einstimmig angenommen.

Auf die Problematik mit der Erhöhung der Musikschulgebühren, die in der Gemeinderatssitzung im Juli laut wurde, verweist der Stadtsprecher auf die Gremiumssitzung nach der Sommerpause. Erst dann werde beschlossen, ob und wie die Gebühren gestaltet werden. Auch SchwäPo-Leser haben die neue Gebührenordnung der Musikschule kritisiert. Denn wer über der Einkommensgrenze liegt und mehrere Kinder in der Musikschule angemeldet hat, wird wegen der neuen Staffelung schlechter gestellt. "Es wird geprüft und dann nachjustiert", sagt Kurz.

Jedoch seien die Gebühren der Musikschule nur ein Teil dessen, was mit der neuen Spionkarte möglich sei, erinnert der Stadtsprecher. Das Angebot umfasse viel mehr und der Nutzerkreis habe sich erweitert.

Weitere Informationen zur Spionkarte gibt es online bei der Stadt Aalen unter www.aalen.de/spionkarte

Bei diesen Angeboten erhalten Spionkarten-Inhaber einen Rabatt

Die Spionkarte gewährt Inhabern Ermäßigungen in Höhe von 35 Prozent und teilweise auch kostenlose Angebote.

Vergünstigungen bei den teilnehmenden Institutionen gibt es zum Beispiel für Schwimmkurse, Betreuung von Grundschulkindern, Ferienbetreuung, Kursangebote der Aalener Sportvereine, Kulturangebote, Musikschule der Stadt Aalen, Ostalb Skilift sowie Bildungsangebote und Veranstaltungen.

Kostenlos sind die Ausleihen in den städtischen Bibliotheken, ferner alle Eintrittskarten der städtischen Museen sowie Stadt- und Nachtführungen.

Gültig ist die Spionkarte für zwei Jahre. Der Familien- und Sozialpass ist bis Ende des Jahres parallel gültig.

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