Die Bundeswehr unterstützt ab sofort den Ostalbkreis

  • Weitere
    schließen
+
Im Obergeschoss der Ulrich-Pfeifle-Halle in Aalen sind die Soldatinnen und Soldaten im Einsatz. Am Telefon unterstützen sie den Ostalbkreis bei der Kontaktnachverfolgung.
  • schließen

20 Soldatinnen und Soldaten des Transporthubschrauberregiments 30 in Niederstetten helfen bei der Kontaktnachverfolgung. Was sie erwartet.

Aalen

Mit Apfelstrudel und Freigetränken war der Bundeswehrtrupp am Montagabend beim Ausgang in der Aalener Innenstadt überrascht worden. Obwohl sie zivil unterwegs waren, blieben sie nicht lange unerkannt, erzählt Hauptfeldwebel und Truppführer Toni Rupprecht. Einen guten ersten Eindruck habe der Landkreis damit bei den Soldatinnen und Soldaten gemacht.

Mit 20 Bundeswehrkräften unterstützt das Transporthubschrauberregiment 30 in Niederstetten den Ostalbkreis in den nächsten vier Wochen bei der Kontaktnachverfolgung in der Coronakrise.

Landrat Dr. Joachim Bläse hat die Truppe am Dienstag in der Ulrich-Pfeifle-Halle in Aalen begrüßt. In Uniform und bundeswehrgrünen Masken, die Hände hinter dem Rücken, stehen sie vor dem neueingerichteten Zentrum und begrüßen den Landrat. "Es ist eine schwierige Situation, die sie begleiten müssen", sagt Landrat Dr. Joachim Bläse und dankt den Soldatinnen und Soldaten für ihren Einsatz. Auch der Stadt Aalen spricht er für die schnelle Bereitstellung der Räume seinen Dank aus.

473 Personen müssten derzeit als Kontaktpersonen nachverfolgt werden, teilt er mit. Das Gesundheitsamt selbst ist mit 40 Personen im Einsatz. Am Montag um 9 Uhr sind die ersten Soldaten angekommen. Um 13 Uhr gab's eine Einweisung ins aktuelle Verfolgungssystem des Gesundheitsamts. Seit diesem Dienstag läuft die eigentliche Arbeit.

Lisa Metz vom Transporthubschrauberregiment ist überrascht von den Reaktionen der Kontaktpersonen. Sie ist als Telefonistin im Einsatz und hat bislang durchweg positive Erfahrungen bei den Telefonaten gemacht. "So viele Fragen kommen gar nicht, ich frage eher", sagt sie. Es ist eine ungewöhnliche Aufgabe für die junge Soldatin.

Wir unterstützen, solange wir gebraucht werden.

Markus Kirchenbauer Oberstleutnant Landeskommando

Der Alltag: In zwei Schichten, von 8 bis 20 Uhr, sind die Soldaten im Einsatz. Am Wochenende haben sie frei. Mit Headset sitzen sie an ihrem Arbeitsplatz und telefonieren mit den Kontaktpersonen, die vom Gesundheitsamt über das System gemeldet werden. Anordnen dürfen sie nichts, erzählt Rupprecht. Im Gespräch werden persönliche Daten erfasst und die genauen Kontaktverhältnisse geklärt. Eine Quarantäne verordnet dann das Gesundheitsamt.

Mittag- und Abendessen gibt's in der Halle, darum kümmern sich die Kliniken Ostalb. Untergebracht sind die 20 Helfer in einem Hotel in Aalen. Natürlich sollen sie auch ihre Freizeit genießen, sagt Landrat Dr. Joachim Bläse und hofft, dass sie den Ostalbkreis später nicht nur mit Corona in Verbindung bringen.

Vom Antrag bis zum Einsatz: Vier Tage hat es gedauert, bis der Antrag auf Amtshilfe genehmigt wurde, sagt Ordnungsdezernent Thomas Wagenblast. Bis zum 23. November sind die Soldaten vorerst im Einsatz. So lange gilt die Genehmigung. Der Amtshilfeantrag könne aber problemlos verlängert werden, sagt Oberstleutnant Markus Kirchenbauer vom Landeskommando Baden-Württemberg. Zudem hätte die Bundeswehr auch die Möglichkeit, mehr Personal einzusetzen. Ob das nötig ist, werde sich in den nächsten Wochen herausstellen.

Der Unterschied zum Frühjahr: "Wir haben keinen Lockdown, deshalb gibt es viel mehr Kontakte", sagt Wagenblast. Truppführer Rupprecht nennt die Zahlen: "Im Schnitt sind es bei uns hier vor Ort 20 bis 30 Kontaktpersonen pro Infiziertem."

Lisa Metz ist eine der unterstützenden Soldatinnen.
Markus Kirchenbauer vom Landeskommando.
Landrat Dr. Joachim Bläse im Gespräch mit der Presse.
-
-
-

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL