Die Galgenbergfreunde rocken pandemiegerecht

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Die Bandprobe fürs Galgenbergfestival
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„Funk Attack“, Vereinsorchester, „I-Fire“, Norbert Schneider und „Riders Connection“ am 6. und 7. August live auf ehemaligem Gaskessel-Areal.

Aalen

Endlich. In diesem Jahr gibt's wieder ein Galgenbergfestival. Am Freitag geht es los. Die Vereinsfreunde stecken mitten in den Vorbereitungen. Und die sind gewaltig in Zeiten der Pandemie.

Das ehemalige Gaskessel-Areal ist vorbereitet. Nach einem Jahr ohne Festival galt es dort, gefühlt, die doppelte Menge Wildwuchs am Hang hinter der Bühne zu jäten, wie Flex Flechsler, bei dem die Fäden zusammenlaufen, sagt. Das Logistikteam sei in der Spur. Bühnenaufbau, Stände, alles, was nötig ist, werde erledigt, meint Flex.

Das Vereinsorchester probt seit Sonntag täglich acht Stunden im KUBAA, in den Räumen der Musikschule. „Perfekt hier, vielen Dank an den Leiter Chris Wegel. Er war sofort bereit, uns hier proben zu lassen“, sagt Flex.

Das ist musikalisch geboten

Am Freitag, 6. August, sind ab 19.30 Uhr „Funk Attack“ zu hören. Die junge Funk-Band aus Aalen ließ bereits bei den Reichsstädter Tagen aufhorchen. Danach schreitet das Galgenberg-Vereinsorchester, die „Aalen-All-Star-Band“, zur Tat. Einlass ist um 18 Uhr. „Jungen Leuten auf einer großen Bühne zu zeigen, wohin das gehen kann mit der Musik, auch das sehen wir als unsere Aufgabe. Daher pflegen wir engen Kontakt zum Bandcamp. Und dass das fruchtet, zeigt zum Beispiel Simon First, der einst auch bei uns dabei war“, meint Flex.

Am Samstag spielen ab 19.30 Uhr I-Fire, ab 21.30 Uhr Norbert Schneider und von 22.30 bis Mitternacht „Riders Connection“ - nicht als Trio wie 2019 vor Los Lobos, sondern diesmal in fünfköpfiger Besetzung. Einlass ist ebenfalls um 18 Uhr.

„Das wird großartig, ganz sicher“, verspricht Flex. Und er betont: „Wer will, dass das Festival langfristig erhalten bleibt, der muss auch samstags kommen.“ Denn meist zieht der erste Festivaltag mehr Publikum, 1500 Leute im Schnitt. Angesichts der Zuschauerbeschränkungen durch Corona brauchen die Galgenbergfreunde jeden einzelnen Gast. Verlust werden die Macher aber dennoch einfahren. „Wir haben uns trotzdem entschlossen, das Festival durchzuziehen. Auch weil unsere Sponsoren dabei blieben. Viele gaben 2020 ihre Zuwendung trotzdem und einige haben diese für dieses Jahr sogar verdoppelt. Vielen Dank dafür“, sagt Flex.

Diesmal keine Disco

Nach der Livemusik geht es auf die Tanzfläche. Jedoch nicht in diesem Jahr „Wir haben leider keine Freigabe für das Gebäude. Es geht um die Statik am Dach“, bedauert „Flex“.

Corona-Festival-Regeln

Das Festival läuft nach den Drei-G-Regeln. Geimpft, getestet, genesen. Luca- oder Corona-App werden akzeptiert, ansonsten muss ein Formular ausgefüllt werden. Die Galgenbergfreunde müssen mehr Security-Personal buchen. „Die kennen sich aus mit Coronaformalitäten. Ansonsten hätten wir Vereinsmitglieder schulen müssen und die sind ja sowieso im Einsatz“, sagt Flex.

Auf dem Festivalgelände gelten die „Biergarten-Regeln“, sagt Flex. Das bedeutet, wer sitzt, kann den Mundschutz abnehmen, nur wer steht, muss einen tragen.

Ausreichend Abstand zu halten, und zu tanzen, sollte kein Problem sein, weil nur halb so viele Besucher wie eigentlich möglich auf dem großzügigen Festivalgelände geplant sind. „Eine Teststation können wir nicht aufbauen. Da muss sich jeder im Vorfeld drum kümmern“, sagt Flex. Klasse findet er es, dass die Malteser, die seit Jahren ehrenamtlich beim Festival dabei sind, diesmal zusätzlich aktiv werden: „Die Malteser machen am Samstag, von 18 bis 22 Uhr, ein Impfangebot mit den Wirkstoffen von Johnson und Moderna“, informiert Flex.

„Wir mussten neben einem Sicherheitskonzept auch ein Hygienekonzept aufstellen und haben dies mit den zuständigen Stellen abgesprochen. Die geforderten Maßnahmen sind insgesamt nachvollziehbar. Wir hoffen nun einfach, dass alles klappt, auf ein tolles, familiäres Festival und auf eine gutes Miteinander mit den Behörden“, endet Flex.

Das wird großartig, ganz sicher.“

Flex Flechsler, Galgenbergfreunde
  • Matthias Kehrle - musikalisch der Chef seit Beginn
  • Seit 2003, von Beginn an also, ist Matthias Kehrle der musikalische Leiter des Galgenberg-Vereinsorchesters. Vieles hat sich verändert in dieser Zeit. Das Festival, aber auch das Orchester sind größer geworden. Spaß macht es Kehrle noch immer.
  • „2003 haben wir zu zehnt in meinem Raum bei der ehemaligen Schrottfabrik geübt. An Infrastruktur gab es ein Klo und einen Bierautomaten. Und heute sind wir 28 Musikerinnen und Musiker, und - schau dich um - die Infrastruktur der Musikschule ist gigantisch“, freut sich Kehrle.
  • Seit 20 Jahren spielen verschiedene Musikerinnen und Musiker ohne Allüren im Vereinsorchester zusammen. Auch Kehrles Verdienst. „Ach was, wir haben in Aalen einfach ein gutes Miteinander in der Szene“, sagt er bescheiden. Trotzdem, in Gmünd oder Heidenheim gibt es nichts Vergleichbares. „Stimmt. Das liegt vielleicht aber auch daran, dass es von Aalen nach Ulm oder Stuttgart weiter ist. Und daran, dass wir Musiker aus dem gesamten Umland gefunden haben.“
  • Inzwischen spielen 28 Musikerinnen und Musiker mit, jedes Instrument ist mindestens zweimal besetzt und allesamt sind Könner. „Wir mussten vor etwa vier Jahren einen Aufnahmestopp verkünden, sonst wäre die Sache strukturell zu groß geworden“, sagt Kehrle.
  • Alljährlich eine Wundertüte ist die Setlist zum Festival. „Neben ein paar Gassenhauern interpretieren wir immer ein paar unbekanntere Stücke namhafter Bands. Das macht Spaß und überrascht uns und das Publikum“, lacht Kehrle. Das geht, weil das Orchester keine typische Coverband ist. „Wir haben so viele Instrumente in unseren Reihen, da können wir natürlich viel mehr machen, als es eine kleine Coverband tun könnte“, sagt Kehrle.
  • Stets im Frühjahr findet sich das Orchester zum „Songtreffen“ zusammen. Es werden Liedvorschläge eingebracht und herausgefiltert. Das letzte Wort hat Kehrle.
  • In diesem Jahr gibt es ein Best-of-Programm, wobei Kehrle den Titel nicht mag. „Schließlich hat doch jeder seine persönlichen Favoriten. Aber ganz sicher ist für jeden etwas dabei.“
  • Seinen persönlichen Lieblingstitel für Freitag mag er nicht nennen. „Das wären einfach zu viele.“ Worauf er sich beim diesjährigen Festival aber besonders freut, ist klar: „Auf Norbert Schneider. Der Wiener ist einfach großartig.“ Spricht's und muss zurück ans Schlagzeug. Proben.
  • Tickets sollten unbedingt im Vorverkauf besorgt werden, denn es ist noch unklar, ob es eine Abendkasse geben wird. Der Freitag kostet 20 Euro, der Samstag kostet 30 Euro, das Kombiticket kostet 45 Euro. Zu haben sind diese bei: Café Wunderlich, ZeitRaum im Kubus, Tourist Info, Musikaa, RMS Reisebüro, Stadtwerke Aalen Zentrale (Ermäßigung für SWA-Kunden nur hier) und bei „Fröhlich fein genießen“.
Michael Flex Flechsler
Michael Flex Flechsler
Mathias Kehrle musikalischer Leiter Galgenberg-Vereinsorchester

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