Die Klimakrise und die Kocherstadt

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Aalen soll an den Klimawandel angepasst werden. Das sagen Rätinnen und Räte zum Konzept.

Aalen. Kitas aus Holz, ein Radverkehrskonzept oder die nachhaltige Entwicklung des Baugebiets „Wohnen am Tannenwäldle“: In Aalen laufen einige Projekte zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung. Doch um die Folgen der Klimakrise zu mindern, sind weitere Maßnahmen erforderlich. Wie Aalen auf die negativen Folgen der Klimakrise reagieren kann, ist im „Klimopass“ zusammengefasst – mehr Infos über das fast 140 Seiten dicke Papier gibt's im Artikel „Aalens ehrgeiziges Ziel: klimaneutral bis 2035“.

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik (AUST) am Donnerstagmittag sprachen die Ratsmitglieder über das Konzept.

Mehr Lebensqualität

„Es geht darum, die Lebensqualität in der Stadt zu erhalten. Wir begrüßen den Plan“, sagte Thomas Wagenblast (CDU).

Michael Fleischer beantragte einen sogenannten „Modal Split“ für Aalen und seine Teilorte. „Wir müssen für das Mobilitätskonzept eine Bestandserhebung vornehmen“, sagte der Grünen-Fraktionsvorsitzende. Denn nur so könne man sehen, wer mit dem Auto, mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs ist und wo Handlungsbedarf besteht. Wagenblast und Fleischer betonten wie wichtig es ist, dass das Konzept nicht wie geplant nach der Tour durch die Ortschaftsräte im AUST zur Entscheidung landet, sondern im Gemeinderat besprochen wird. „Den Vorschlag werde ich an den OB weiterleiten“, sagte Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle, der Thilo Rentschler vertrat.

„Klimaneutralität bis 2035 zu erreichen, ist ein ehrgeiziges Ziel“, sagte Andrea Hatam (SPD).

Christa Klink (Die Linke) war weniger optimistisch. „Ich glaube nicht, dass es ausreicht, wenn wir uns Gedanken zu den Themen machen, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen“, sagte sie und sprach das fehlende 365-Euro-Bus-Ticket oder den schleppenden Ausbaustart auf der Brenzbahn an. Die Politik baue aktuell viele Straßen – das passe nicht mit dem Ziel zusammen, vom Kfz-Verkehr wegzukommen, sagte sie. Und: Der Mobilitätspakt müsse rasch vorangebracht werden.

Baulücken und Bäume

Das Thema „Klima“ beschäftigte die Rätinnen und Räte auch im nächsten Tagesordnungspunkt, der Innenentwicklung. Ziel des städtischen Innenentwicklungsmanagement ist, Baulücken zu schließen oder versiegelte Flächen neu zu bebauen – Familien oder Bauträger werden dabei von der Stadtverwaltung unterstützt. Seit der Verabschiedung des Konzepts 2016 seien 151 Anträge bei der Stadt eingegangen, bilanzierte Steidle. 108 davon wurden laut Sitzungsvorlage bewilligt. Bonus-Förderungen erhalten Antragstellerinnen und -Steller pro Kind unter 18 Jahren (1000 Euro) oder für nachhaltig gestaltete Modernisierungen (bis 5000 Euro). Vorgesehen ist nun, dass auch Baumpflanzungen förderfähig sind. Der Höchstsatz beträgt laut Vorlage 500 Euro pro Grundstück. Die Stadt wolle zweimal jährlich Bäume bestellen.

Um Innenentwicklungspotenziale in den Stadt- und Ortsteilen zu finden, sind laut Steidle Ortsteilspaziergänge nach der OB-Wahl geplant. maro

Das Thema Innenentwicklung wird in den Ortschaftsräten beraten und im Gemeinderat im Juni entschieden.

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