Die Koordination aller Schulen ist unmöglich

  • Weitere
    schließen

Wie die geschäftsführenden Schulleiter dem Grünen-Stadtrat Meiser widersprechen und die Stadt loben.

Aalen. In der jüngsten Sitzung des Kultur-, Bildungs- und Finanzausschusses warf der Grüne Ralf Meiser der Stadtverwaltung als Schulträger Versäumnisse im Zusammenhang mit der Wiederaufnahme des Schulbetriebs nach der Corona-Krise vor. Unter anderem, so Meisers Vorwurf, fehle es an Koordination seitens des Rathauses. Jede Schule mache, was sie wolle.

Diesem Vorwurf treten nun Karl Frank und Michael Weiler als geschäftsführende Schulleiter der Aalener Schulen in einer gemeinsamen Pressemitteilung entgegen: Von Anfang an hätten "regelmäßig Gespräche zwischen der Stadt als Schulträger und den Schulen" stattgefunden, heißt es da. Das gemeinsame Ziel sei gewesen, in einer derart schwierigen Situation die bestmöglichen Wege für alle Beteiligten zu schaffen. Dabei sei es unmöglich, auf Ebene einer Stadt einheitliche Lösungen zu finden. Dazu seien die Gegebenheiten an jeder einzelnen Schule vor Ort viel zu unterschiedlich. "Die Situation an einem Gymnasium mit 70 Lehrkräften ist nicht vergleichbar mit den Gegebenheiten einer kleinen Grundschule mit 10 Lehrkräften", betonen die beiden Schulleiter in ihrem Schreiben. Sie verweisen auch auf Kultusministerin Eisenmann, die ausdrücklich Gestaltungsfreiraum gegeben habe für "schulindividuelle Lösungen".

Schon die Anzahl der Lehrkräfte, die zu einer Risikogruppe gehören, seien von Schule zu Schule unterschiedlich. Einzelne Schulen hätten alle ihre Lehrkräfte zur Verfügung, andere dagegen Ausfälle bis zu 40 Prozent. Frank und Weiler betonen: "Das hat unweigerlich zur Folge, dass unterschiedlich organisiert werden muss." Im bisherigen Verlauf hätten aber alle Aalener Schulen hervorragend reagiert und Lösungen erarbeitet, "die sogar vielfach über das vom Kultusministerium geforderte Maß" hinausgingen.

Die Schulen hätten ihre Eltern- und Schülerschaft ständig über die getroffenen Maßnahmen informiert und dafür gesorgt, dass die Schülerinnen und Schüler mit Unterrichtsmaterialien versorgt wurden. Man danke auch der Aalener Elternschaft: Sie habe "teilweise bis an die Belastungsgrenzen" mitgeholfen, dass Kinder und Jugendliche weiterhin schulische Bildung und Ausbildung erhalten.

Im Bereich der Betreuung habe die Stadt von Anfang an eine flächendeckende Notbetreuung eingerichtet und diese auch auf Ferienzeiten und Brückentage ausgeweitet, heißt es in der Pressemitteilung weiter. "Zu keinem Zeitpunkt hatten wir den Eindruck eines unkoordinierten oder gar fehlenden Handelns seitens der Stadtverwaltung, sondern im Gegenteil ein unbürokratisches und vom Willen zu helfen getragenes gutes Miteinander aller Beteiligten".

Seit 16. Juni wisse man, dass Grundschulen ab 29. Juni wieder mit dem regulären Betrieb starten können. "Noch am selben Tag wurden erste Gespräche zwischen den Schulen und der Stadt Aalen als Schulträger geführt", so Frank und Weiler.

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL