Die letzte Saison des Hirschbachfreibads

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Das Hirschbachbad von oben.
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Die Stadt schnürt im Schulterschluss mit den Stadtwerken Aalen und dem Gemeinderat ein Investitionspaket von 44,4 Millionen Euro.

Aalen

Er ist enthüllt – der Vorentwurf für das Kombibad, das im Aalener Hirschbach gebaut werden soll. Am Donnerstagmorgen, im Vorgriff auf die öffentliche Gemeinderatssitzung am Nachmittag, hat OB Thilo Rentschler gemeinsam mit seinen beiden Dezernenten sowie Stadtwerkechef Christoph Trautmann und Architekt Ernst Ulrich Tillmanns von den 4a Architekten Stuttgart das rund 44.4 Millionen Euro schwere Investitionspaket vorgestellt. Am Nachmittag wurde es dann erstmals öffentlich im Aalener Gemeinderat beraten.

Das Abstimmungsergebnis war deutlich: Mit klarer Mehrheit, bei einer Gegenstimme (Norbert Rehm, FDI) und zwei Enthaltungen (Ilse Schmelzle und Arian Kriesch, beide FDI) haben die Räte den Vorentwurf befürwortet.

OB Rentschler sprach von einem intensiven Diskussionsprozess in den vergangenen Wochen, gemeinsam mit den Fraktionen, mit Bäderbeirat Aufsichtsrat der Stadtwerke. "Wir haben gemeinsam gekämpft für eine gute Lösung", sagte der OB und lobte die Entscheidung des Gemeinderats als einen "Jahrhundertbeschluss" und zugleich als ein starkes Zeichen für die durch Corona gebeutelte Konjunktur. "Es ist die größte Investitionssumme, die wir seit langer, langer Zeit in die Hand nehmen", fügte Rentschler hinzu. Zum Vergleich: Das zweitgrößte Projekt, der Kulturbahnhof, kostet 26,5 Millionen Euro.

Die wichtigsten Fakten:

Kein Dampfbad: Aus dem Raumprogramm herausgenommen wurde das Dampfbad mit Textilbetrieb im Erdgeschoss.

Zehn Bahnen  in  der Halle: Zusätzlich "draufgepackt" wurden mehrere Bahnen für das 25-Meter-Sportbecken in der Halle (künftig 10 Bahnen) und ein Kursbecken. Weiter sind in der Halle vorgesehen: ein Sprungbecken mit einem Ein-Meter- und einem Fünf-Meter-Brett; ein Lehrschwimmbecken, ein Nichtschwimmerbecken und ein kleineres Spielbecken mit einer 70 Meter langen Rutsche.

Gastronomie befindet sich in der Eingangshalle, erstreckt sich in Badehalle und in den Außenbereich. Architekt Ernst Ulrich Tillmanns weist hin auf den großzügigen Liegebereich vor der Glasfront, mit Blick auf die Freibadlandschaft.

Das ist ein Jahrhundertbeschluss.

Thilo Rentschler Oberbürgermeister

Neu eingeplant: Eine Sauna in Größe und Umfang (rund 350 Quadratmeter) vergleichbar mit der seitherigen im derzeitigen Hallenbad. Kosten: 1,5 Millionen Euro.

Der Freibadbereich sieht vor: ein Planschbecken, ein Wasserspiel, ein Nichtschwimmer-Erlebnisbecken und ein 50-Meter-Wettkampfbecken mit acht Bahnen und Tribüne.

Der bestehende Parkplatz bleibt erhalten. "Aber für den ÖPNV, für die Busse und Schulbusse müssen wir noch eine Lösung finden, damit sie dort gut wenden können", sagt Rentschler.

Die Kosten: 2017 ging die Stadt noch von 35 Millionen Euro Gesamtkosten aus. Aktuell liegen die Gesamtkosten bei 44,4 Millionen Euro. Die Differenz führt der OB zurück auf eine Kostensteigerung von 16 Prozent sowie die zusätzlich eingeplanten Bahnen fürs Hallen-Sportbecken und die Sauna.

Die Finanzierung: 35 Millionen Euro finanzieren die Stadtwerke Aalen. Weitere 11 Millionen Euro kommen aus dem städtischen Haushalt: jährlich zwei Millionen Euro 2021 bis 2025 und 2026 eine Million Euro für die Sauna.

Die Stadt Aalen werde aus dem Haushalt zudem die komplette Hirschbachrenaturierung und den Hochwasserschutz finanzieren, mithilfe eines Landeszuschusses.

Stadtwerke-Chef Christoph Trautmann freute sich über "mehr Wasserfläche" ganzjährige für die Aalener. "Es wird ein optisch und gestalterisch tolles Bad." Baubürgermeister Wolfgang Steidle lobte den "herausragenden Entwurf" und verriet, dass die Hirschbachrenaturierung bereits im Herbst beginnen wird. Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann versprach eine strukturierte Planung, um mehr Klassen als bisher das Schulschwimmen zu ermöglichen.

Das vom Wettbewerbsgewinner 4a Architekten Stuttgart entworfene Kombibad: Neben einem Freibadgelände entsteht dieses Hallenbad mit einer 70-Meter-Rutsche. Das Gebäude schmiegt sich an den Hang im Hirschbach. Visualisierung: 4a Architekten

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