Die Leute sitzen auf ihren Koffern

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Die Einschränkungen was das Reisen betrifft, empfinden viele als besonders belastend in der Corona-Pandemie. Fotos/Collage:pixabay/Carmen Apprich
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Verboten ist das Reisen nicht. Trotz Corona ist die Reiselust bei vielen ungetrübt. Dennoch bleibt der große Ansturm auf Urlaubsziele verhalten. Mit ein Grund dafür: die Impfsituation.

Aalen

Sonne, Meeresrauschen, Kultur, Land und Leute – wie der Urlaub in diesem Jahr aussehen könnte, steht noch offen. Wann wird es einfacher zu reisen? Wie ist unser Urlaub planbar? Fällt der jährliche Badeurlaub dieses Mal ins Wasser? Über der Zukunft der Reisebranche schwebt momentan ein dickes, fettes Fragezeichen. Die Reisebranche hofft, die Leute bangen.

Die Meinungen der Reiseexperten ist geteilt. Auch sie haben keine Glaskugel, auch sie sind abhängig von den momentanen Entwicklungen. Anfangs habe das Impfen noch große Hoffnungen geschürt. Diese flachen aber momentan wieder ab. Mit dem schleppenden Impfstart, dem fehlenden Impfstoff, dem Stopp von Astrazeneca und der Ausbreitung der Virus-Mutanten rutsche die Stimmung wieder ins Negative, findet Marianne Abele vom gleichnamigen Reisebüro in Wasseralfingen.

"Man merkt", beginnt Abele, "die Leute sitzen auf ihren Koffern". Denn die Reiselust ist immer noch groß. Was viele von einer Reise abhalte, seien die Begebenheiten, unter denen diese stattfinden kann.

Das bemerkt auch Anja Horn. Denn zum einen seien oft regelmäßige negative Testergebnisse Bedingung. Zum anderen sei die Gefahr, dass das Reiseziel als Risikogebiet eingestuft wird. Und das wiederum ziehe eine zweiwöchige Quarantäne für die Reisenden nach sich. "Ein so gänzlich unbeschwertes Reisen, wie wir es gewohnt sind, ist momentan nicht möglich", so Horn.

Vom viel zitierten "Run auf Mallorca" bemerken beide Expertinnen in Aalen nichts. Für den Osterurlaub sei die Nachfrage allgemein noch recht verhalten. Aber Horn ist optimistisch: "Bis Pfingsten geht es wieder los." Und auch Abele versichert: "Die Hoffnung stirbt zuletzt."

An Pfingsten könnte es wieder losgehen.

Anja Horn, persönliche Reiseberaterin

Mehr Nachfrage gebe es für die Sommer- und Herbstmonate. "Einige haben ihren Badeurlaub in die Herbstferien verschoben", so Horn. In der Hoffnung, dass bis dahin die Impfungen weit fortgeschritten sind. Nicht nur deshalb empfiehlt die Bopfinger Reiseexpertin eine langfristige Urlaubsplanung. Sie prognostiziert, dass für kurzfristige Reisen die Preise wieder steigen werden. "Wenn der Startschuss fällt, ist die Nachfrage da und die Preise ziehen an", sagt sie.

Die Anbieter haben vorgesorgt und Urlauber Anfang des Jahres mit dem kostenlosen Flextarif gelockt, einen Urlaub zu buchen. Die gebuchte Reise lässt sich damit kurzfristig umbuchen oder stornieren. Jetzt ist dieser Flextarif nicht mehr kostenlos, sondern gegen einen Aufpreis zu haben.

Doch wohin könnten Reisen im Jahr 2021 realistischerweise gehen? Auf dem Vormarsch seien gerade alle Ziele, die mit dem eigenen Auto zu erreichen sind. Ziele in Deutschland, Österreich und Italien sind laut Horn "mit hoher Wahrscheinlichkeit" möglich. Ebenso erwartet sie, dass Urlaub in Griechenland, Spanien oder Kroatien möglich sein wird. "Die Hotels haben schon letztes Jahr ausgeklügelte Hygienekonzepte entwickelt", erklärt Abele.

Für Fernreisen sehen beide Reiseexpertinnen eher schwarz. "Die sind noch nicht wirklich machbar", so Horn. Und Abele ergänzt: "Asien ist komplett dicht und lässt niemanden rein. Die USA ebenso. Viele Länder sind vorsichtig."

Horn und Abele verfolgen täglich nicht nur gespannt die Nachrichtenlage, sondern auch die Bestimmungen und Maßnahmen in Reiseländern, die sich ständig ändern. Sie hoffen darauf, dass das Impfen Fahrt aufnimmt und es eine klare Linie für Urlaubsreisende geben wird. Einfachere Möglichkeiten, wie reisen wieder möglich ist.

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