Die Menschen zusammenbringen

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Dr. Rüdiger Kelm (r.) vom Steinzeitpark Dithmarschen in Albersdorf in Schleswig-Holstein teilt seine Erfahrungen aus dem Projekt "Museum für und mit der Region" den Teilnehmern mit.

Kunstschaffende treffen sich zum ersten Mal im Theater der Stadt Aalen, um Erfahrungen und Ideen darüber auszutauschen, wie Kultur auf dem Land gefördert werden kann.

Aalen

Ein ungewöhnliches Bild erwartet die rund 60 Kulturschaffenden am Freitag im Wi.Z im Theater der Stadt Aalen. Zwischen Pappkartons und Blümchentapete steht im Bühnenbild von "Venedig im Schnee" eine große weiße Leinwand. Darauf zu sehen sind Powerpoint-Präsentationen mit Projekten der Impulsgeber der vierten Kulturplattform.

Zum ersten Mal treffen sich Kunst- und Kulturschaffende aus ganz Deutschland auf der Ostalb, um sich über ihre Erfahrungen und Ideen auszutauschen. Organisiert wird die Veranstaltung von der "Lernenden Kulturregion Schwäbische Alb", die von der Kulturstiftung des Bundes im Rahmen des Programms "TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel" von 2016 bis 2020 gefördert wird. Dabei sollen Kulturangebote in ländlichen Gebieten unterstützt werden – und zwar ohne Konkurrenz zu den bestehenden Kultureinrichtungen, Vereinen, Ehrenamtlichen und Initiativen, die bereits Kunst und Kultur auf dem Land anbieten. "Es geht darum, die Menschen zu vernetzen", sagt Tonio Kleinknecht, Intendant des Aalener Theaters und Impulsgeber bei der Kulturplattform. In dieser Spielzeit startet das dritte Projekt des Theaters "Wir sind das Härtsfeld". Aber nicht nur die Vernetzung der verschiedenen Akteure stehe im Fokus der Projekte. Es gehe darum, verschiedene Menschen die sonst nichts miteinander zu tun haben, in einen Dialog zu bringen, wie bei der szenischen Lesung von "Nathan der Weise" in der Moschee im vergangenen Jahr, sagt Kleinknecht. Die Zusammenarbeit untereinander findet auch die 26-jährige Maren Zurlinden vom Ravensburger Kulturbetrieb wichtig. Sie ist zum ersten Mal bei der Kulturplattform und will sich mit kreativen Ideen für ihre Region inspirieren lassen. Warum das Interesse an Kultur ihrer Meinung nach in ländlichen Gebieten geringer ist? "Es müssen Vorurteile abgebaut werden", sagt sie. Viele würden denken, Kunst und Kultur sei für Ältere, Studierte und elitär, dabei sei das nicht der Fall.

Eine Stadt ohne Kunst und Kultur ist undenkbar.

Thilo Rentschler OB Aalen

Es reiche aber nicht nur die Vernetzung der Kulturschaffenden untereinander, sondern es brauche auch die Mithilfe von Politik und Verwaltung. "Gute Arbeit braucht Unterstützung", sagt Landrat Klaus Pavel. Dieser Meinung ist auch Aalens OB Thilo Rentschler: "Eine Stadt ohne Kunst und Kultur ist undenkbar." Deshalb investiere Aalen hohe Summen in Kulturangebote, wie den Kulturbahnhof. So ein klares Bekenntnis für die Kultur in der Region sei nicht all selbstverständlich, sagt Pavel.

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