Die „Unterbrechung “ ist zurück

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Vier Tänzerinnen unter der Leitung von Nina Ammon stoßen zur Unterbrechung im Kulturbahnhof Aalen – eine Premiere.
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Nach coronabedingter Pause startet das Format, das Hintergründe beleuchten möchte, im Aalener Kulturbahnhof mit Musik und Text zurück. Dabei zu sehen ist auch eine Premiere.

Aalen

Etwas zum Sehen, etwas zum Hören, 86 Zuschauerinnen und Zuschauer, vier Musiker, eine Stimme und tänzerische Darbietungen: Das Format „Unterbrechung“ feiert die Rückkehr nach coronabedingter Pause im Kulturbahnhof Aalen. Mit dem doppelbödigen Titel „Good Vibes only – lächeln bis die Flut kommt“, startete Unterbrechung Nummer XXII.

Unterbrochene Unterbrechung

„Trotz Masken sehe ich bekannte Gesichter“, freut sich Rolf Siedler und erkennt sogar Personen aus Freiburg. Siedler ist für den textlichen Inhalt zuständig – wie immer. Unterbrechung, das sei für ihn schöne und tragische Momente und vor allem Hintergründe beleuchten. Kritisch beleuchten.

Die Stimme, die den Zeilen Leben einhaucht und von dem Texter „The Voice of Aalen“ genannt wird, ist Schauspielerin Anne Klöcker. Komplettiert wird die Gruppe von den Musikern Norbert Botschek (Saxophon, Gesang), Markus Braun (Bass) und Matthias Kehrle (Schlagzeug). Und erstmals gibt es eine tänzerische Einlage. Dazu später mehr.

Unterbrechung von der Unterbrechung. Das könnte das Motto des Abends sein. „Corona ist für viel eine Unterbrechung gewesen“, schildert Siedler. Die Frage, wie geht man mit der neuen Realität und der Welt um – ist es eine Chance? – zirkuliert über all den Themen des Abends. Zwischengeschobene musikalische Einlagen docken an das Gesagte an oder bieten eine willkommene Abwechslung. „Heart of Gold“ oder „La vie en rose“ werden vom Publikum gefeiert.

Hauptthema: „Good vibes only“

Der Höhepunkt und die Premiere? Das Stück zum Hauptthema „Good vibes only“, eigens geschrieben von Matthias Kehrle und Markus Braun. Version um Version haben sie abgestimmt mit den Tänzerinnen Aline, Barbara, Jana, Leni und Rian, die unter der Leitung von Nina Ammon einen Improvisationstanz einstudiert haben.

Locker, aber nicht flockig

Zum markanten Rhythmus bewegen sich vier Akteurinnen, stellen eine abstrakte Szenerie aus dem Büroalltag dar, arbeiten sich ab, sortieren, telefonieren, rennen im Hamsterrad des Lebens. Das Ganze mündet im Burnout einer der Darstellerinnen. Sinn und Sinnlosigkeit sowie die Frage, was kann helfen? Hände reichen sich, Menschen, die einander unterstützten, Solidarität – ein Lösungsweg.

Der Abend bietet zahlreiche Geschichten, locker flockig ist keine davon. Die CDU, die Corona- Accessoires einkauft, der englische Humor, der mal wieder geboostert werden sollte, die Sehnsucht nach Sinn, wie viel Müll jeder von uns pro Jahr produziert oder der mächtige Mann mit seinem Boot, das im Kanal stecken bleibt, und die gesamte Lieferkette der Welt unterbricht - an kritischen Gedanken wird nicht gespart. Inspirieren lässt sich Siedler in Gesprächen mit Menschen oder von den Nachrichten, sein Anliegen? Hintergründe beleuchten.

Ein Tango leitet das Ende der Unterbrechung ein. Begleitet von der tänzerischen Einlage einer leichtfüßigen Nina Ammon, präsentiert das Musikerquartett „El Choclo“ zum Abschluss.

Rolf Siedler singt und schreibt die Texte.
Die Tänzerin Nina Ammon ist erstmals Gast.

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