Die Vision Ganzheitliches Zentrum für Gesundheit nimmt Gestalt an

+
Die Aalenerin Birgit Lutz mit dem Flyer, mit dem die Idee vom "Ganzheitlichen Zentrum für Gesundheit" weiter verbreitet werden soll.
  • schließen

Die Aalenerin Birgit Lutz will ein "Ganzheitliches Zentrum für Gesundheit" aufbauen. Welche Idee dahinter steckt und wie weit die Pläne sind.

Aalen

Birgit Lutz hat eine Vision. Eine, die bereits Gestalt annimmt. Seit die Aalenerin vor ein paar Jahren selbst gesundheitliche Schwierigkeiten hatte und in der Schulmedizin nur beschränkt Hilfe fand, träumt sie von einem Gesundheitssystem, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Dessen Eigenverantwortung stärkt. Ohne alternative Heilmethoden auszuschließen. Ohne die Schulmedizin auszugrenzen. Um das zu verwirklichen, hat die ehemalige Steuerberaterin die Idee für ein "Ganzheitliches Zentrum der Gesundheit" entwickelt. "Das ist etwas, was in mir brennt", sagt sie. "Die Zeit ist reif für innovatives Denken und Handeln im Gesundheitsbereich."

Was bedeutet "Ganzheitliches Zentrum für Gesundheit"?

Ein Haus, unter dessen Dach medizinische und nicht-medizinische Berufe zusammen arbeiten. Also beispielsweise Heilpraktiker und Psychologen, Ärzte und Osteopathen, Menschen, die kreative Therapieformen wie Kunst-, Musik-, Körper- und Tanztherapie anbieten. Entstehen soll es in Aalen und im Umkreis von 10 Kilometern – entweder in einer Bestandsimmobilie oder in einem Neubau, wie die Initiatorin erklärt. Möglichst nah am Wald, den die Natur sei ein wichtiger Bestandteil für die Gesundung eines Menschen. Aktuell werde gesucht.

In dem Haus soll "Gesundheit neu gedacht und gelebt werden", so Birgit Lutz. Denn es gebe nur eine Gesundheit und die erfordere ein ganzheitliches Modell, das alle Ebenen des Menschen berücksichtige. "Was das jetzige System vorschreibt, hat nichts mit Gesundheit zu tun", so Lutz, die mittlerweile selbst als Heilberaterin arbeitet. Das Gesundheitszentrum, das nun entstehen soll, solle gleichzeitig auch ein mögliches Fundament für neues Handeln, für neue Strukturen in diesem Bereich sein. Entscheidend sei es, den freien Willen zu fördern und zu stärken. Anlaufstelle im Haus ist dann derjenige, den man sich aussucht - ohne die Verpflichtung, zu jemanden anderen zu gehen. Es gehe um Impulse, aber vor allem auch um Eigenverantwortung, so Lutz.

Wie soll das finanziert werden?

Vergangenen Montag hat Birgit Lutz eine GmbH gegründet, die IHK habe den Unternehmensgegenstand schon genehmigt", sagt die 53-Jährige. Bereits zwölf weitere Mitstreiter aus dem Gesundheitsbereich hätten die Absicht erklärt, mitzumachen, so Lutz. Diese sind dann Mieter im Zentrum – wie sie selbst auch. Sie ist seit mehreren Jahren Heilberaterin für ganzheitliche Gesundheit. "Die Zahl ist laufend am Wachsen", sagt sie.

Die Zeit ist reif für innovatives Denken und Handeln im Gesundheitsbereich.

Birgit Lutz Initiatorin

Grundsätzlich kann jeder das geplante Zentrum besuchen – vorausgesetzt, er ist bereit, zu bezahlen. "Es ist auch die Frage, was ist mir meine Gesundheit wert", so Birgit Lutz. Jeder der kommt, ist also zunächst einmal Selbstzahler.

Auch Ärzte sind dabei

Das gilt auch für den Besuch bei einem der Ärzte, die Birgit Lutz mit ins Boot geholt hat. Diese sollen im Zentrum nicht als Behandler, sondern vielmehr in beratender Funktion tätig sein.

Mit dabei sein will auch der Gögginger Facharzt für Allgemeinmedizin Volker Scharffenberg. Es sei ein Versuch, die Trennung zwischen Schulmedizin und alternativer Medizin aufzuheben. "Viele Menschen suchen, weil sie nicht nur schulmedizinisch behandelt werden", diese Erfahrung mache er auch in der eigenen Praxis. Dass manche Kollegen diesen Ansatz kritisch sehen, sei ihm bewusst. Es ging aber nicht darum, jemanden "auszubooten", sondern die Eigenverantwortung des Patienten zu stärken, die Kommunikation zwischen Arzt und Therapeuten zu verbessern, die Wege zu verkürzen. Scharffenberg will neben seiner Arbeit in der eigenen Praxis ein- bis zweimal in der Woche im Zentrum vor Ort sein, wenn es dann fertig ist. Zudem habe auch eine Neurologin Interesse. Vorstellbar sei auch die Unterstützung von Ärzten, die bereits im Rentenalter sind.

"Das alles wird jahrelang dauern", sagt die 53-jährige Birgit Lutz. "Aber wenn ich jetzt nicht beginne, dann sind wir in fünf Jahren nicht fertig".

Wie man das Projekt unterstützen kann:

Unter https://www.startupbw.de/wettbewerbe/elevatorpitch/projekt/ganzheitliches-zentrum-der-gesundheit-i-g/ hat sich die Initiative für den Start-up BW Elevator Pitch beworben und ist mit im Rennen. Wer die Idee gut findet, kann bis Freitag, 20. November, 12 Uhr, dafür stimmen. Dann bekommen die Akteure die Möglichkeit, die Idee zu präsentieren.

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare