Die Welt in einem Konzert

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Das Sommerkonzert des Aalener Sinfonieorchesters.
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Aalener Sinfonieorchester widmet sich der weltumspannenden Kommunikation. Mit dem neuen Dirigenten Diaz gelang ein Glücksgriff.

Aalen. Ganz im Sinne weltumspannender Kommunikation hatte das Aalener Sinfonieorchester sein diesjähriges Sommerkonzert konzipiert. Ausgehend von klassisch-romantischer Musik aus dem Herzen Europas wurden die musikalischen Axone weit nach Südamerika und Russland ausgespannt.

Mit Ludwig van Beethovens Ouvertüre zum Festspiel „König Stephan“ huldigte Beethoven dem gleichnamigen König des neu gegründeten ungarischen Reiches. Enkomiastisch und im besten Sinne festlich war die Komposition angelegt. Fanfarenstöße und kantilene Holzbläser und Streicher, die im frischen Staccato ebenso versiert waren wie im festlichen Legato, gefielen von Anfang an.

Überhaupt machte das Orchester unisono einen sehr präsenten und in allen Instrumenten bestens besetzten Eindruck, der sich in den folgenden Kompositionen noch verstärken sollte. In den Fortissimi wusste das Sinfonieorchester seine Größe in die Waagschale zu werfen, ohne wuchtig aufzutreten. Bei Schumanns Konzert für Klavier und Orchester a-moll, op. 54, vertrauten die Sinfoniker auf Hans-Roman Kitterer als kongenialen Solopartner. Schumann warb mit diesem Konzert um die berühmte Pianistin Clara Wieck. Kein Wunder also, dass er gerade für das Klavier virtuose Herausforderungen en masse eingebaut hatte. Den Namen „Clara“ hatte er als musikalisches Akronym zentral positioniert und seine engagierte Werbung darum gebaut.

Engagiert und leidenschaftlich

Hans-Roman Kitterer nahm die Zuhörer packend mit in diese engagierte, leidenschaftliche und immer wieder ungemein zarte Werbung um die geliebte Frau. Selbstredend brachte Kitterer die erforderliche Virtuosität mit, um kraftvolle Passagen mit Verve und sachte Triller, glasklare Figuren im Diskant und prickelnde Läufe authentisch zu zelebrieren. Der Dialog mit dem Orchester gelang fein, insbesondere der Dialog mit den Holzbläsern war höchst emotional.

Als Zugabe wählte Kitterer ein Prélude von Felix Blumenfeld, einem ukrainischen Komponisten, der ukrainische und russische Sphären in seinem Leben ganz selbstverständlich verband. In der Sinfonie Nr. 2 h-moll von Alexander Borodin präsentierte das Sinfonieorchester einen universal gebildeten Kosmopoliten, der als Mediziner und Chemieprofessor seine Kompositionsfähigkeiten autodidaktisch erworben hatte. Seine Komposition war besonders kraftvoll und insbesondere die tiefen Streicher und Bläser konnten ihr Können zeigen. Ein akkurat funktionierendes Schlagwerk und eine formschön akzentuierende Harfe komplettierten den exzellenten Gesamteindruck.

Sichtbar in seinem Element war der neue Dirigent Dayner Tafur Diaz im Danzón No. 2 von Arturo Márquez. Hier boten die Sinfoniker mit immenser Spielfreude alles auf, was aus der rhythmischen und harmonischen Trickkiste herauszuholen war.
Ganz große Musik, die den Aalenern in zwei Stunden gelungen war! Besonders ist dem Orchester zur Verpflichtung von Diaz zu gratulieren, der mit seinen Musikern in klarem Dirigat eine Meisterleistung vollbrachte.  

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