Die Zukunft der Quartiersarbeit

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Fatma Oguz ist für Mieter in der Friedrichstraße da, Heike Jänisch für Bewohner der Gartenstraße. Um welche Probleme sie sich kümmern und wie es mit der Quartiersarbeit weitergeht.

Aalen

Fatma Oguz und Heike Jänisch setzen sich ein für das Zusammenleben im Quartier. Oguz ist seit 2011 Quartiersmanagerin in der Friedrichstraße. Friddy heißt der Treffpunkt dort. „Ich mache das sehr, sehr gerne“, sagt sie und fügt an: „Es hat auch viel gebracht.“ Wegen der guten Erfahrungen in der Friedrichstraße hat die Wohnungsbau im Herbst einen neuen Quartierstreff in der Gartenstraße eröffnet: das Q 85. Ansprechpartnerin dort ist Heike Jänisch. Beide Quartiersmanagerinnen haben gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Wohnungsbau, Robert Ihl, ihre Arbeit vorgestellt.

Angebote für Kinder und Erwachsene: Zahlreiche Angebote macht die Quartiersarbeit den Mietern der Wohnungsbau, vor allem den Kindern, aber auch den Erwachsenen. Das reicht von Basteln und Backen bis hin zu Ponyreiten. Auch die Apfelernte und das anschließende Apfelsaftpressen sei gut angekommen, erzählt Robert Ihl. Heike Jänisch erwähnt die Kooperation mit der Sportallianz. Dank Spenden der katholischen Kirche konnten Kinder aus dem Quartier an Ferienprogrammen des Sportvereins teilnehmen. Stark nachgefragt sei auch die Hausaufgabenbetreuung in Kooperation mit „act for transformation“ und einem Freiwilligen aus Georgien. Als Beispiele für Angebote für Erwachsene nennt Fatma Oguz das Frauenfrühstück oder den Handarbeitstreff.

Quartiersarbeit und Corona: Während der Pandemie waren die Angebote nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich. Eingeschlafen ist die Quartiersarbeit aber keineswegs. Heike Jänisch hat zum Beispiel Spaziergänge mit den Bewohnerinnen und Bewohner übernommen oder draußen Sportaktionen veranstaltet. Je nachdem wie angespannt die Lage in der Pandemie war, war mehr oder weniger möglich. „Wir haben den Kindern auch Papiere zum Bemalen mitgegeben“, sagt Fatma Oguz. Die fertigen Kunstwerke wurden dann in die Fenster des Quartiertreffpunkts gehängt, wo sie alle gesehen haben und sich freuten.

Mit Blick auf die nächsten Wochen, die angespannt bleiben dürften, kann sich Heike Jänisch vorstellen, möglichst viel draußen zu unternehmen, mit den Kindern zum Beispiel Schlittenfahren zu gehen.

Ansprechpartnerinnen vor Ort: „Ich sehe mich als Brücke zwischen den Bewohnern und dem Büro der Wohnungsbau“, sagt Fatma Oguz. Dass die Menschen aus dem Quartier mit ihren Problemen zu den Quartiersmanagerinnen kommen, wertet sie als großen Erfolg. Manchmal können sie Probleme lösen. Wenn sich etwa andere Mieter über den Lärm aus einer Wohnung beschweren, sprechen die Quartiersmanagerinnen mit den Bewohnern. Wenn sich aber herausstellt, dass hinter dem Lärm ein familiäres Problem steckt, dann seien dort die Grenzen des Quartiersmanagement erreicht. Dann muss das Jugend- oder das Sozialamt helfen.

Als weiteres Beispiel für die Grenzen nennt Heike Jänisch, dass die Quartiersmanagerinnen den Bewohner zeigen, wo sie Hilfe bekommen, wenn sie selbst nicht helfen können, zum Beispiel bei der Schuldenberatung.

Zusammenarbeit mit dem Rötenberg: Auch auf dem Rötenberg gibt es Quartiersarbeit. Das sei allerdings ein Angebot der Stadt, nicht der Wohnungsbau, erläutert Robert Ihl. Fatma Oguz und Heike Jänisch ergänzen, dass sie aber im Austausch mit dem Treffpunkt Rötenberg sind.

Bauliche Maßnahmen: Um das Wohnumfeld am Rötenberg aufzuwerten haben Stadt und Wohnungsbau vor Kurzem eine Million Euro investiert. Robert Ihl kündigt an, dass das nun auch in der Gartenstraße ansteht. 700 000 bis 800 000 Euro sollen dort in Hochbeete für die Mieter, Fahrradabstellplätze, Unterflursysteme für den Müll, Neuordnung der Stellplätze, Spielplätze, Treffpunkte und mehr investiert werden.

Quartiersarbeit im oberen Hüttfeld: Robert Ihl kann sich vorstellen, dass die Wohnungsbau auch im oberen Hüttfeld zukünftig Quartiersarbeit anbietet. „Die Idee muss noch reifen“, sagt er. Er möchte die Idee seinem Nachfolger, Michael Schäfer, mitgeben. Robert Ihl geht Anfang nächstes Jahres in Rente.

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