Die Zukunft spielerisch entdecken

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Schon jetzt wird in der Kinderspielstadt fleißig gearbeitet. Das, was die Kinder hier handwerklich herstellen, dürfen sie auch später verkaufen. Neben dem Kunsthandwerk gibt es auch noch die Werkstatt, die Zeitung, Polizei und vieles mehr.
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In der Kinderspielstadt Ostalbcity des Stadtjugendrings lernen Kinder zwischen sechs und 13 Jahren den Alltag des wirklichen Lebens kennen. Inklusive Beruf, Geld und Verantwortung.

Aalen

Trotz der aktuellen Sommerferien ist ab diesem Montag auf dem Schulhof der Schillerschule auf dem Galgenberg ganz schön was los. Der Grund: Zwei Wochen lang gestalten hier Kinder zwischen sechs und 13 Jahren ihre eigene Stadt. Dabei lernen sie den beruflichen Alltag kennen sowie den Umgang mit Geld. Organisiert und geplant wurde die Spielstadt wieder vom Stadtjugendring Aalen.

„Insgesamt 85 Kinder haben sich in diesen zwei Wochen für die Kinderspielstadt angemeldet“, sagt die Geschäftsführerin des Stadtjugendrings, Sabrina Geiger. Deutlich weniger als in den Jahren zuvor, wo die Corona-Pandemie noch kein Thema war. „Wir hätten ohne Corona dieses Jahr locker 150 Kinder aufnehmen können“, sagt sie. Nach Abstimmung mit dem Land habe man sich allerdings nun auf 85 Kinder geeinigt. Zusammen mit den Betreuern gibt es somit in der Kinderspielstadt 120 Einwohner. Dabei bleiben auch die geltenden Hygienekonzepte nicht außen vor. „Zweimal in der Woche werden die Kinder vorher getestet“, sagt Geiger.

Der Ablauf in der Stadt

„Es ist eine Vorbereitung auf das wirkliche Leben“, erklärt Kevin Dubina, Gesamtleiter von Ostalbcity. Hier müssen sie arbeiten, Geld verdienen und sogar Steuern zahlen. „Dafür haben wir sogar eine eigene Währung“, sagt er. Die sogenannten Gallionen. Wenn die Kinder morgens zwischen acht und neun Uhr eintreffen, gibt es erstmal eine sogenannte Bürgerversammlung. „Hier wird der Tag geplant und organisiert“, sagt Dubina. Am Abend bei der Abendversammlung werde dann der Beruf der Kinder für den nächsten Tag bestimmt. An diesem ersten Tag sind aber schon alle vorneweg eingeteilt worden. Die Auswahl der Berufe ist groß. Polizei, Rathaus, Gärtnerei, Zeitung, Werkstatt und sogar ein Gesundheitszentrum gibt es in der Kinderspielstadt. Das ist aber nicht nur Spaß, sondern Ernst. „Wenn beispielsweise gegen Gesetze verstoßen wird, kann die Polizei Geldstrafen verteilen“, erklärt Dubina.

„In der Werkstatt können Gegenstände gebaut werden, die anschließend verkauft werden können“, sagt Dubina weiter. Und natürlich darf auch der Bürgermeister nicht fehlen. Zweimal in diesen zwei Wochen werde ein Bürgermeister bei einer Gemeinderatswahl gewählt.

Das Besondere hierbei sei, dass die Kinder nicht die kompletten zwei Wochen in ihrem Beruf bleiben, sondern diesen jeden Abend wechseln, erklärt der Gesamtleiter.

Das Konzept des Kreisjugendrings hinter der Kinderspielstadt ist einfach. „Die Kinder sollen hierdurch den Arbeitsalltag spielerisch erleben“, sagt Sabrina Geiger. Und wer weiß, vielleicht sei für den einen oder anderen sogar der Traumberuf dabei. „Wir haben jedes Jahr eine wahnsinnig positive Resonanz der Eltern und auch der Kinder“, sagt sie weiter. Es kommen sogar schon Vertreter von anderen Städten und Gemeinden vorbei und schauen sich von diesem Konzept etwas ab.

Dazu kommt, „dass es durchaus pädagogisch wertvoll ist“, erklärt Dubina.

Es ist eine Vorbereitung auf das wirkliche

Kevin Dubina, Gesamtleiter der Ostalbcity

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