Digitale Hilfen bei der Berufswahl

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Symbolbild: Pexels

Die digitale "STARTit!"-Messe in Aalen ist Freitag, 26. Februar, von 9 bis 18 Uhr unter www.startit-messen.de. Welche Orientierungsmöglichkeiten es zudem gibt.

Aalen

Für viele Schülerinnen und Schüler gilt es, in diesen Tagen einen Ausbildungsplatz zu finden. Doch welcher Beruf ist für mich der richtige? Und wie kann ich meinen gewünschten Beruf erlernen? In Zeiten von Corona fällt manchen Ausbildungsplatzsuchenden die Beantwortung dieser Fragen noch schwerer als sonst. Redakteur Thomas Wolfbeis hat mit dem Chef der Aalener Agentur für Arbeit, Elmar Zillert, gesprochen.

Was ist entscheidend bei der Suche nach dem passenden Beruf?

Elmar Zillert: Eine tragfähige Berufswahlentscheidung zu treffen, ist auch unabhängig von Corona enorm wichtig. Die Abbruchrate bei Ausbildungen ist teilweise immer noch recht hoch. Daher ist es für Schülerinnen und Schüler auch entscheidend, die richtigen Informationen über den möglichen Beruf oder das mögliche Studium zu finden. Denn oft hören die Berufsberater von den Ausbildungsabbrechern, den Satz "wenn ich das gewusst hätte".

Welche Informationsmöglichkeiten stehen angehenden Auszubildenden in der momentanen Situation zur Verfügung?

Wir bieten auf verschiedenen Kanälen ein breites Portfolio an. Auf Internet-Seiten, wie etwa berufenet.arbeitsagentur.de finden sich Informationen über 3000 verschiedene Berufe. Die kostenlose App AzubiWelt bietet Videos, Bilder, Infos, Stellenangebote und einen direkten Kontakt zur Berufsberatung. Auch die Internetseite www.dasbringtmichweiter.de gibt Orientierung bei der Ausbildungssuche. Dann gibt es für die Abschlussklassen der Hauptschule und Realschule auf planet-beruf.de Interviews, Reportagen und vieles mehr. Für Abiturientinnen und Abiturienten gibt es die Seiten abi.de und studienwahl.de. Darüber hinaus findet man uns auf allen Social-Media Kanälen mit Filmen, Interviews und Podcasts.

Praktika oder Besuche von Schulklassen in Firmen sind ja derzeit nicht möglich, wie finde ich da heraus, was zu mir passt?

Als Einstieg für diejenigen ohne eine genaue Vorstellung empfehle ich unser Selbsterkundungs-Tool "Check-U". Für den Test muss man sich ein bisschen Zeit nehmen, aber er deckt ganz unterschiedliche Bereiche ab, wie räumliches Vorstellungsvermögen oder abstraktes Denken. Das Ergebnis spiegelt dann die entsprechenden Berufe. Sechs Vorschläge werden vorbereitet.

Welche Alternativen gibt es für die traditionellen Ausbildungsmessen?

Digitale Ausbildungsmessen sind hier die Alternative. Durch unsere virtuelle Messe STARTit hat man einen direkten Kontakt zu den Ausbildungsverantwortlichen der Betriebe. So wichtig die richtige Selbsterkundung im Vorfeld auch ist, einen persönlichen Dialog kann sie nicht ersetzten. Denn hier kann man gezielte Fragen den richtigen Personen stellen. Das ist daher gerade in der Pandemie ein entscheidendes Element. Dabei ist ganz wichtig, dass eine gute Beratung auch erst dann möglich ist, wenn eine gute Vorbereitung stattgefunden hat.

Wie läuft die Beratung seit Corona im Berufsinformationszentrum (BIZ) ab?

Es ist traurig, dass keine Schulklassen wegen der Hygieneverordnung kommen können. Aber wir lassen keinen Jugendlichen alleine. Eine Hotline gibt es unter Tel. (07361) 575900 oder (07361) 575170. Auch per E-Mail unter Aalen.BiZ@arbeitsagentur.de kann man Kontakt aufnehmen. Das gilt auch für Eltern und Lehrer. Unsere Berufsberater und Berufsberaterinnen gehen auch aktiv auf die Jugendlichen zu. Die Kontaktaufnahme läuft dann entweder über Telefon – oder noch besser über Videotelefonie. Da können dann auch Charts oder Statistiken eingeblendet werden, was die Arbeit erleichtert.

Was bedeutet Kurzarbeit für Auszubildende?

Während der ersten 30 Tage ändert sich am Gehalt nichts. Erst dann kommt hier die Kurzarbeit auch bei Auszubildenden zum Tragen. Aber es hat einen quantitativen Effekt, da dadurch weniger Ausbildungsmöglichkeiten bestehen. Auch qualitativ macht sich die Kurzarbeit bemerkbar. Für die Ausbildung bleibt weniger Zeit. Welche Folgen dieses für die Zukunft hat, können wir derzeit noch gar nicht abschätzen. Daher ist es enorm wichtig, den Ausbildungsplan so zu gestalten, dass man diesen negativen Effekten entgegenwirkt. Denn Fachkräfte werden, insbesondere auch vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung, auch weiterhin dringend gebraucht. Ich kann nur jedem raten, die Kurzarbeit als Möglichkeit zu sehen, sich selbst fortzubilden und seine Fähigkeiten auszubauen, um auch in Zukunft die besten Karten auf dem Arbeitsmarkt zu haben.

Die digitale "STARTit!"-Messe in Aalen ist am Freitag, 26. Februar, von 9 bis 18 Uhr unter www.startit-messen.de. Messeförderer sind die Kreissparkasse Ostalb, Mapal, Franke, SDZ Events und Messen und Hensoldt. Veranstaltet wird die Messe von der Agentur für Arbeit Aalen, dem Landratsamt Ostalbkreis und der Stadt Aalen.

Elmar Zillert

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