Diskussion um Öffnung der Schulen

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Ab kommender Woche könnte es so auf vielen Schreibtischen wieder so aussehen – und der Unterricht digital stattfinden. Eine finale Entscheidung gibt es allerdings noch nicht.
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In der Politik ist man sich uneinig, wie es mit Schulen und Kitas weitergehen soll – die Betreuung in Aalen soll aber im Fall der Fälle nach wie vor gewährleistet sein.

Aalen

In diesen Tagen beraten Kultusminister, Bund und Länder darüber, wie es mit den Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus weitergehen soll. Eine entscheidende Frage dabei ist, ob Schulen und Kitas geschlossen bleiben. Die Stadt sieht ihre Kitas für eine potenzielle Notbetreuung gut vorbereitet, mögliche Schulöffnungen sorgen für Diskussionen.

Die Ausgestaltung der Notbetreuung sei abhängig von den aktuell geltenden Kriterien, informiert Sascha Kurz, Pressesprecher der Stadt Aalen. Wie diese ab kommender Woche aussehen, ist allerdings noch nicht bekannt. Aber, so ergänzt er: "Wir gehen bei einer Verlängerung von keiner gravierenden Änderung der Kriterien aus." Zudem seien Kitaleitungen und Träger gut informiert über Anpassungen der Verordnung. "Und haben inzwischen eine gewisse Routine in der Koordination der Notbetreuung", berichtet Kurz.

Im Zeitraum vom 16. Dezember bis Mitte Januar habe die Nachfrage nach Notbetreuung bei rund zehn bis 15 Prozent gelegen. Das seien etwa 300 bis 400 Kinder in insgesamt 54 Kitas. "Wir gehen davon aus, dass sich die Nachfrage im Falle einer Verlängerung des Lockdowns erhöht", so Kurz. Grund hierfür sei, dass in den vergangenen Wochen durch die Weihnachtszeit viele Eltern Urlaub hatten und damit die Betreuung gewährleistet war. Die Nachfrage werde aber auch davon abhängen, welche Maßnahmen für Eltern geschaffen werden – beispielsweise, ob Arbeitgeber zu organisatorischen und begleitenden Maßnahmen verpflichtet werden. Das lasse sich aber erst sagen, sobald es eindeutige Beschlüsse in der Politik gibt.

Seit Beginn der Corona-Pandemie bis Dezember waren insgesamt zehn Kitas von dem Coronavirus direkt betroffen. "Die meisten Fälle traten aber im Herbst auf." Schätzungsweise habe es unter Kindern und Betreuungspersonal 15 nachweisliche Corona-Fälle gegeben.

Wir gehen davon aus, dass sich die Nachfrage im Falle einer Verlängerung des Lockdowns erhöht.

Sascha Kurz Pressesprecher der Stadt Aalen

Mehr Flexibilität für Schulen

Auch an den Schulen ist bislang unklar, wie es ab kommender Woche weitergeht. Während sich die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann stark für die Öffnung der Schule ausspricht, fordern andere Politikerinnen und Politiker alternative Lösungen. Darunter Margit Stumpp, Bundestagsabgeordnete der Grünen für den Wahlkreis Aalen-Heidenheim. Die Position von Eisenmann lehnt sie ab – diese habe Anträge gemacht, die die Schulen mit kurzfristigen Entscheidungen sich selbst überlassen. Stumpp betont, dass die Betreuungssituation gesichert werden müsse. "Aber es gibt eine große Bandbreite an Bedürfnissen", so die Abgeordnete. "Die einen brauchen mehr Räume, die anderen mehr Technik oder Luftfilter." Demnach fordert die Politikerin mehr Flexibilität und Handlungsspielraum für die Schulen, um die Maßnahmen anpassen zu können. Beispielsweise durch einen gemeinsamen Topf mit Mitteln, auf die die Schulen für verschiedene Investitionen zurückgreifen können. Ein entsprechender Antrag sei bereits im Bundestag gestellt worden.

Das Modell des Hybridunterrichts befürwortet Stumpp ebenfalls. "Die Lehrer wissen am besten, welche Kinder zu Hause nicht viel Hilfe bekommen", erläutert sie. Genau diesen Kindern könne man mit dem Hybridunterricht helfen. Um die Lehrkräfte zu entlasten, schlägt sie zudem vor, Hilfskräfte einzustellen, etwa Studierende, die Kindern und Lehrern während der Ausnahmesituation helfen.

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